Mittwoch, 24. September 2014

Die F-Wörter

 Da ich in den letzten zwei Jahren als Erzieherin gearbeitet habe, habe ich eine größere Zahl Elternabende mitbekommen (und sogar mal von der anderen Seite) - wie auch manch dramatischen Abend während der Kitazeit.
Und nun ist das Kind ja in einer netten Schule und so haben wir bereits zwei Schulelternabende absolviert.
Und es scheint so zu sein, dass neben "Lernt mein Kind genug?!?" das Problem mit den "schlimmen Wörtern" ein Großes zu sein scheint.

(Meine Schwägerin hat mal erzählt, die Lehrerin ihres Sohnes hätte mal bei ihnen zu Hause angerufen um ihnen mitzuteilen, der Sohn benutze F-Wörter und das wäre ja nicht so schön. Lang haben wir zusammengesessen und überlegt, was F-Wörter sein könnten. Eine Gänsehaut bekomme ich, wenn jemand....zudem noch Pädagoge....eine innere Blockade zu haben scheint, Flüche auszusprechen und statt dessen F-Wörter dazu sagt. Schon bei Harry Potter fand ich diejenigen die "Voldemort" beherzt sagten viel cooler als die, die "derjenige dessen Namen nicht genannt werden darf" rumstotterten.)

Also bei uns ist es so: R. und ich benutzen Wörter. Unter anderem regelmäßig und gerne "Scheiße" und auch mal "geil". Wir wissen mittlerweile, dass das zwei Wörter auf der Roten Liste der meisten Pädagogen sind und so haben wir und hier zu Hause mit dem Kind schon recht früh geeinigt, dass man die in der Kita/Schule nicht so sagt, weil das manche Erwachsenen doof finden, aber zu Hause durchaus ins Repertoir aufnehmen kann. Ficken und Fotze kam noch nicht, aber da würde ich auch gelassen bleiben und kurz erklären, was das eigentlich heißt.

Als Erzieherin wurde ich immer freundlich von den Kindern darauf hingewiesen, dass man cool und geil nicht sagt.

Es ist mir gänzlich unverständlich, warum irgendjemand Angst vor Wörtern haben kann und die Elternabendthemen: Ja, woher hat er/sie die Wörter?- wir sprechen zu Hause nicht so?- was machen die  Lehrer dagegen?- wir dachten diese Schule wäre anders- blablabla verursachen bei mir Migräne.