Dienstag, 27. Dezember 2011

Weihnachten war richtig schön. Das Kind war glücklich bis oben hin und wir Erwachsenen hatten wirklich alle einen echt schönen Abend. Wir haben lecker gegessen und am Ende Gitarre gespielt, gesungen und getanzt.

Übermorgen flüchten wir vor den Knallern aufs Land und verbringen mit Freunden ein fetenhaft und doch ruhiges Silvester. Ich freu mich drauf und der Hund sicher auch- denn dem machen die Knaller hier in Berlin ganz schön zu schaffen. (Und ich mags auch nicht). Vor paar Jahren war sie da noch völlig unbeieindruckt und jetzt liegt sie zitternd unter dem Tisch.

Ich habe übrigens meine alten Kinderdias zu Weihnachten bekommen und einen Dia-Scanner.
Das ist richtig schön. Und auch ziemlich lustig.

 So könnte meine Mutter heute wohl auch durch Kreuzberg laufen und würde absolut nicht auffallen. Witzigerweise haben wir vor drei Jahren beinah den identischen Kinderwagen gefahren.


Und später dann, haben wir tatsächlich das Kind einige Zeit lang in meinem alten Wagen rumkutschiert.


So sah er 1979 aus.


Und mein altes Kleid hat das Kind heute auch noch (nur habe ich davon kein Bild).



ich mit Uroma                                                                                   das Kind mit Uroma


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Das Kind wünscht sich eine "Mundimonika" vom Weihnachtsmann. Mundimonika hört sich so Süß an, wenn sie das sagt. Okay, dann geh ich jetzt eine Munidimonika kaufen. Mundimonika, Mundimonika, Mundimonika.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Es ist sehr weihnachtlich bei uns. Aber auch gerade ätzend.
Das Kind ist krank und um uns die Zeit hier zu vertreiben, haben wir einfach schon die Weihnachtskiste aus dem Keller geholt und einen Tannenbaum gekauft. Hoffentlich ist er bis Heiligabend nicht völlig vertrocknet- im Moment duftet und leuchtet er vor sich hin. Und das Kind will immer in dem "weihnachtlichen Wohnzimmer" sitzen.

Überhaupt kränkelt es hier ziemlich. Zuerst war ich total krank, dann R. und dann das Kind. Nun sind alle Betreuenden im Kinderladen krank und R. und die neue Bufti-Frau rocken den Laden. (Eigentlich sind sie mindestens 5 Leute auf einmal). Er kommt total ausgespielt nach Hause und trifft hier auf das Kind und mich, denen auch langsam die Decke auf den Kopf fällt.- weil das Kind zu krank zum rausgehen und zu gesund zum schlafen ist. Aber wir schlagen und tapfer und versuchen die innere Balance zu behalten. Wir schauen Pipi Langstrumpf im Inhalationszelt und malen ganz viel und lesen ganz viel.

Bald ist Weihnachten- und das macht mir eigentlich recht gute Laune. Meine Eltern kommen (die absoluten Weihnachtsgrinchs übrigens- ein bisschen riskant- weil man ganz schön kämpfen muss um Gemütlichkeit herzustellen- aber ich vergesse ihre Hektik jedes mal und freue mich immer wieder darauf, dass sie kommen. Vielleicht sind sie ja mittlerweile so alt, dass sie sich gezwungenermaßen langsam bewegen?!? ;-) ich glaube nicht. Die sind leider erst Mitte fünfzig.) Meine Schwester und ihr neuer sehr toller Freund kommen auch. Sehr Familienmäßig- ein Gegenprogramm zu letzem Jahr- und Familienmäßig find ich gut. Was kochen wir? Was kocht ihr so?

Aber in meinem Bauch grummelt es. Es passieren gerade viele doofe Sachen.

Meine kleine tolle Schwester hatte übrigens Pech und der Laptop ihrer Mitbewohnerin ist just in dem Moment kaputt gegangen, als sie ihn gerade kurz geliehen hatte. Das ist ätzend. Mainboard ist kaputt- also Totalschaden. Dabei hatte sie sich eigentlich einen Laptop zu Weihnachten gewünscht. Ich finde manchmal hat man echt so blödes Pech.
Meine Oma bekommt gerade ihre zweite Knieprothese- und letztes Jahr um die Zeit war die erste OP, die völlig schief lief und die PDA ist falsch gesetzt worden und alles war sehr ätzend. Ich hoffe dieses mal läuft es besser.

Gut ist aber- dass R. und ich im Moment im "Entrümpelungsfieber" sind. Das kommt plötzlich und unerwartet alle paar Monate- dann - ohne das wir uns abstimmer- fangen wir beide an in Ecken und Schubladen auszumisten und das dauert so ein paar Tage und dannach ist alles wieder bisschen luftiger, ordentlicher und schöner.
Und dieses Fieber hat uns gerade befallen und das macht mich froh.
Froh macht mich auch, dass das komische Jahr langsam zu Ende geht und ich hoffe, dass das nächste Jahr ganz gewöhnlich und langweilig wird und nicht so eine Gefühlsachterbahn wie 2011. 

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Prickeln

Das Kind ist im Prickelfieber.
Um dieses Fieber auszulösen braucht man folgende Dinge:

Und dann gehts los.....
 .....und weil es so schön ist, geht es dann gleich noch weiter......


 Nachdem das Kind sich keine schlimmen Verletzungen damit zugefügt hat, probiere ich es gleich am Montag mit den Kindern im Laden aus. So als Gegenprogramm zum Rasierschaum. Ich stelle mir das so vor: während ich gemütlich Kaffeetrinke und verträumt aus dem Fenster schaue, prickeln 6 Kinder in absoluter Konzentration und ohne ein Mucks zu sagen, vor sich hin. ;-) Na mal sehen.


Was wir sonst noch machen?
Tanzen.
Unsere Nachbarn von Gegenüber haben sicherlich viel Freude mit uns. Denn R. und ich tanzen selbstverständlich auch wild mit.
Das Kind ist tanzwütig, denn in dem letzten Packet von Oma waren echte Ballettschläppchen und Stulpen drin. Natürlich sind wir auch im Besitz diverser Balletttrikots. Und üben das Kind und ich, mit einer Hand am Bücherregal Ballettschritte. (ich habe da mal so einen Kurs gemacht....als ich 7 Jahre alt war. War aber keine lange und erfolgreiche Karriere.)

Auf diesen Bildern trägt das Kind allerdings ein "Ola....schau mal.....ein Famingo-Kleid....habe ich aus dem Kinderladen geliehen!!!!!!".








So ist das gerade also bei uns.
Und gestern....dann endlich.....haben wir unseren diesjährigen Adventskranz zusammengebastelt. Sieht fast so aus, wie der im letzten Jahr.
Nun frühstücken wir bei Kerzenlicht und das Kind findet es wunderbar.
Und heute Nacht haben R. und ich Adventskalenderpäckchen geschnürt. Aber wir sind weiser geworden. Nachdem wir letztens Jahr die gesamte Adventszeit um 5.30-6.00Uhr aufgestanden sind, weil das Kind von der Vorfreude geweckt wurde, ein Päckchen öffnen zu können......werden dieses Jahr die Päckchen nach dem Kinderladen aufgemacht. Ich fürchte, jetzt will das Kind immer nach Hause. Na mal sehen. Wir sind in der Testphase.

Mittwoch, 30. November 2011

Rasierschaum

Merke: auch wenn die Sonne scheint.....bei matschigen Rumgematsche lieber drinnen bleiben und entweder alle nackt ausziehen oder Malerkittel anziehen. Zumindest im Winter ;-)

Samstag, 26. November 2011

Castor

R. ist beim Castor und der Hund, das Kind und ich haben Sturmfrei. Na ja...sturmfrei ist blöd.

Donnerstag, 24. November 2011

uns gibt es noch

diese Kinderladensache nimmt uns irgendwie physisch und psychisch ziemlich in Anspruch. Irgendwie hat es uns in den Sog der Verantwortung gezogen aus dem wir nicht wieder rauskommen. Und es ist nicht alles so schön und leicht- die Kinder sind super. R. macht es Spass als Erzieher zu arbeiten- das Team ist anstrengend und arbeitsaufwendig und es ist irgendwie mühsam sich in einem Kinderladen um Erwachsene kümmern zu müssen.

R. hat nun die Kitaleitung....aber im Hintergrund steht jemand anderes. Es ist einfach irgendwie nicht rund und wir sehnen uns nach Selbstständigkeit. Mal wieder. Es wird kommen- da bin ich mir immer sicherer.

Und zwischenzeitig- vergessen wir Geburtstage, setzen Prioritäten falsch, verschicken keine längst überfälligen Päckchen für super frisch geschlüpfte Babys und führen Abends im Bett aufreibende Gespräche über Teamführung- und das alles zu einem 3/4 Erziehergehalt. Es soll ein super Platz für das Kind werden. Aber irgendwie werden wir uns immer unsicherer ob das zu schaffen ist.

Natürlich gibt es auch 1000 tolle Momente, die super viel Spass machen.
Ich habe zum Beispiel gestern mit den älteren Kindern Nicht Newtonsche Flüssigkeit hergestellt (inspiriert von Frau Liebe) und kann Euch versichern, dass ihr es auch unbedingt mal ausprobieren müsst und das es ein absolut Partytaugliche Spielerei ist.
Wir haben davon etwa 1 Liter gemacht und mit Fingerfarben eingefärbt. 5 dreijährige habe ich damit über eine Stunde in absolut konzentriertes "Farbe auf dem Bürgersteig verteilen" -Arbeiten versetzt.
Witzigerweise fanden die Kinder zwar, dass es eine tolle Konsistenz hat- aber dieses absolut abgefahrene, dass es mal fest mal total flüssig ist- das hat sie nicht besonders erstaunt-
dafür aber die Eltern umso mehr. Und so standen am Ende des Tages 6 Erwachsene versunken vor der Schüssel und haben rumgematscht.




Vielleicht sollten wir das nächste mal dieses hier versuchen. ;-)

Freitag, 11. November 2011

Wie richtet man einen Kinderladen ein?

Wie richtet man einen Kinderladen ein- haben wir uns gefragt.
Als unser Kinderladen Mitte September eröffnet hat, bestand (und besteht) die Einrichtung aus ein paar geliehenen Tischen und Stühlen und Spielsachen, die die Eltern alle erstmal mitgebracht hatten.


Langsam gilt es also zu überlegen, was wir anschaffen wollen und wie wir die Räume gestalten.

Ich habe in den letzten Wochen einen Denkprozess in meinem Kopf ablaufen lassen, der mit: "schönen Holzspielsachen mit bisschen Duplo und bisschen Flohmarkt-Retro Sachen Mix" begonnen hat und dann über- "möglichst keine typischen Spielsachen, sondern Alltagsgegenstände aus der Erwachsenenwelt" bis zum jetzigen Ergebnis gereift ist.
Ich habe mir unzählige Bilder von Kindergärten im Netz angeschaut und mal wirklich überlegt, was Madita hier seit 3,5 Jahren zu Hause bespielt.
Meine Ausgangsüberlegungen waren:
  • im Kinderladen sollen nicht die gleichen Sachen sein, wie bei den Kindern zu Hause
  • es sollen auf keinen Fall typische Werfritz-Dinge gekauft werden weil die zum einen super teuer sind und zum anderen super-hässlich.
  • im Kinderladen soll es schön sein
  • der Kinderladen soll nicht zugemüllt werden
  • ich wünsche mir für die Kinder, dass sie die Möglichkeit haben konzentriert und ausdauernd zu spielen und sich nicht langweilen.

Ich hatte zu meinen Ausgangspunkten einige Ideen- aber war mir unsicher und hatte das Gefühl auch sehr beschränkt zu denken.
Zum einen habe ich also eine AG gegründet und eine andere Mutter- auch Pädagogin übrigens- Theaterpädagogin- hatte Lust mitzudenken.
Zum anderen habe ich Bücher beschaffen: über Reggio-Pädagogik, über Offene Arbeit und über das Hamburger Raumgestaltungskonzept. Ich hatte nämlich gelesen, dass dieses Konzept auf Reggio basiert.
Also erstmal- die einige Bücher sind toll. Richtig toll!
1. Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei von Angelika von der Beek
2. Bildungsräume für Kinder von Drei bis Sechs von Angelika von der Beek

Beide absolut empfehlenswert. Auch wenn ihr nicht gerade vor habt, einen Kinderladen einzurichten. Erstmal sind die Texte sehr gut und geben viel Input für Ideen, wie und mit was Kinder spielen und wie Kinder lernen. Es gibt auch sehr viele Bilder und das ganze sprudelt vor Inspiration für Selberbauer/innen.

Hier mal ein paar Einblicke- es ist kein richtiger Text sondern mein Brainstorming, das ist für die Teamsitzung vorbereitet habe:
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HAMBURGER RAUMGESTALTUNGSKONZEPT
basiert auf Reggio-Pädagogik und auf der Offenen Arbeit.


Reggiopädagogik: 
Das Bild vom Kind in der ReggioPädagogik
  1. das Kind ist ein großer Forscher
  2. das Kind verfügt über zahlreiche Sprachen- es kann sich auf viele Arten ausdrücken also ob verbal, durch Mimik, durch Handlungen usw.
  3. das Kind ist selbst der Konstrukteur seines Wissens – das heißt das Kind wird als von Geburt an kompetent betrachtet. Der Wissenserwerb erfolgt nicht durch Vermittlungsprozesse zwischen Erwachsenem und Kind sondern im Selbstlernprozess des Kindes und ist eingebettet in eine demokratische Beziehung zu anderen Kindern und Erwachsenen. Die Aufgabe des Erziehenden ist Zuhören und Beobachten und das Kind bei Bedarf zu unterstützen.

Offene Arbeit in Kindergärten- Stichpunkte:
  1. Bild vom Kind als Akteur seiner Entwicklung
  2. die Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder (fort von der Defizitorientierung)
  3. der hohe Stellenwert der Wahlfreiheit und des Freispiels
  4. flexible Zeitstrukturen
  5. Angebote und Projekte (mit einem Bezug auf Reggiopädagogik)
  6. Stammgruppen
  7. die freie Wahl der Bezugspersonen und der Freunde
  8. eine willkommenheißende Eingewöhnung
  9. die Öffnung der Mitarbeiter füreinander
  10. Diskursorientierung
  11. Verantwortung aller Mitarbeiter für den ganzen Kinderladen
  12. tägliche Planungsrunden
  13. das Fachfrauenprinzip
  14. Dialogische Zusammenarbeit mit Eltern


Hamburger Raumgestaltungskonzept
als die Verbindung von Denkweisen und Räumen
  • konkretes Denken: Bewegungsraum (Bewegungsbaustelle nicht zu verwechseln mit herkömmlichen Toberäumen)
  • gestaltendes Denken: Atelier und Bauraum
  • erzählendes Denken: Rollenspielraum
  • theoretisches Denken: überall (z.B. mathematisches Denken benötigt gleiches Material in großer Menge)


Tipps/Prioritätensetzung für kleine Kinderläden:
An erster Stelle steht der Bewegungsraum-
dann kommt das Atelier, dann der Bauraum und schließlich Rollenspielraum. Rollenspiele gehen nämlich  überall.

Nicht bewährt haben sich Ruhe und Wahrnehmungsräume- in aller Regel werden sie von den Kindern in Toberäume umfunktioniert.

In den Anfängen der Offenen Arbeit wurden stets SnoezeleRäume eingerichtet- das hat nicht funktioniert. Das Hamburger Raumgestaltungskonzept suchte nach anderen Lösungen für das Bedürfnis der Kinder sich zu entspannen. Lösung: Hochebenen in den jeweiligen Räumen. Die Kinder können sich jederzeit zurückziehen- und zwar der Situation entsprechend.
Beim Bau von Podesten sollten möglichst Naturmaterialien verwendet werden. Dann entfällt die Notwendigkeit von Tastwänden und Taststrassen.

Keine Brettspielbereiche notwendig (Regelspiele): Weil die Kinder sich in verschiedensten Situationen an Regeln halten müssen und auch zu Hause meistens Regelspiele vorhanden sind.


Kind als Forscher.
Alle reden darüber. Aber was heißt es eigentlich? Widerspruch sind die zahlreichen Förderungen von Kindern und der Gedanke: Erwachsene müssen den Kindern was vorgeben- sonst passiert nichts.
Zugespitzt: Wenn wir auf die Ergebnisse der Forscher vertrauen, müssen wir den Kindern nichts beibringen. Denn alles was wir ihnen beibringen, machen Kinder von sich aus. Es soll auch nicht um Manipulation gehen. Also nicht darum sich möglichst geschickt dabei anzustellen, damit die Kinder freiwillig das tun, wozu wir sie sonst zwingen müssten.

Die pädagogische Frage lautet: wie sollen unsere Kinder lernen und forschen können? Welche Bedingungen sollen sie in unseren Räumen vorfinden?

Was spricht für Funktionsräume/Erfahrungsräume/Aktionsräume im Gegensatz zu multifunktionalen Gruppenräumen?:
Die ErzieherInnen müssen nicht dauernd was für die Kinder tun, sondern die Kinder können es selbst tun.
Die Kinder haben mehr Freiheit Ideen umzusetzen.
Die Kinder stellen selbst Verknüpfungen zwischen Rollenspiel, Bewegung und Bauen her.
Früher fragten die ErzieherInnen die Kinder: Was braucht ihr? Heute haben die Kinder fast alles parat.

Hamburger Raumkonzept schlägt folgende Bereiche vor:

  1. Bewegung (als Bewegungsbaustelle
  2. Atelier (einen Raum für Kunst, zum Schneiden, malen, rummatschen am besten ist es, wenn im Kinderladen ein großes Bad ist- da richtet man am idealsten ein Atelier ein)
  3. Bauraum (mit großen Klötzen, Kapla-Steinen, Brettern, Papperollen und ganz wichtig dem Belebungsmaterial)
  4. Rollenspiel/Theater (Verkleidungskisten, Dingen aus der Erwachsenwelt- wie Töpfe, Teller, Einkaufsladenzubehör, Decken)
  5. Musik
zu 1. Bewegungsbaustelle kann sein: Traktorreifenschläuche, Zauberkästen(das sind Turnkästen mit Aussparungen in die man zum Beispiel ein Brett klemmen kann), Bretter, halbierte Rundhölzer zum Balancieren. Decken, Schaukel.
 
zu 2. Es kommen keine von ErzieherInnen gebastelte Basteleien an die Fenster. Die Fenster sollen Licht reinlassen.
Wir basteln erst Ergebnisorientiert mit den Kindern, wenn sie das fordern. Ansonsten geht es um den Prozess und nicht um das Ergebnis. So werden auch keine Bilder aufgehängt- solang die Kinder nicht selbst auf die Idee kommen. Bastelmaterial sollte in großen Mengen vorhanden sein und zum experimentieren einladen. (Scheren, Tapetenkleister, Fingerfarben, Ton, Kataloge zum drin Rumschneiden, Tesafilm, Papierrollen, große Pinsel, Zeitungspapier)
 
zu 3. Belebungsmaterial:
Die meisten Kinder bauen um für alles Mögliche eine Behausung, einen Unterstand oder einen Weg zu haben. Deshalb brauchen sie viel Belebungsmaterial- also Tiere, Figuren, Fahrzeuge. So werden Bauernhöfe, Parkgaragen oder Häuser, Küchen, Kaufläden überflüssig. Diese können sich die Kinder je nach Bedarf selbst bauen.

Zu 3. Sortiersysteme:
Um die kleinen Teile aufzubewahren, braucht man Kästen, die auch zum bauen genutzt werden können. Sortiersysteme sind auch mathematisch- deshalb sollte ihnen viel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Zu 3. Akzente durch Spiegel- und großformatige Fotos von Bauwerken. Die Bauwerke der Kinder sollten auch fotografiert werden und als Inspiration in möglichst großen Formaten aufgehängt werden.
Große Bausteine werden an der Wand gestapelt. Mittelgroße in Container aufbewahrt.

Zu 4. Rollenspiel ist zum einen Verkleidungskiste, Spiegel, aber auch Puppen, Kochgeschirr, Einkaufsladenschnick-schnak usw

Esszimmer:
Stühle weg- Hocker kaufen. Die Hocker dürfen überall im Kinderladen benutzt werden. Sie dienen sowohl im Bauraum wie auch in der Bewegungsbaustelle als Bauteile. Sind also Multifunktional.

Wichtig sind: vielfältige Lichtquellen um die Räume plastischer und gemütlicher zu machen, keine Deko im herkömmlichen Sinne-, die Räume sollen alle zu einem vertieften konzentrierten forschen einladen. Von einem Material soll viel zur Verfügung stehen. Wenn wir zum Beispiel Baumaterial besorgen, sollen die Kinder die Möglichkeit haben nach Herzenslust mit den Sachen zu bauen und riesige Gebilde erschaffen. Also nicht so was wie eine Kiste Duplo und eine Kiste Holzklötze und eine Kiste sonstwas sondern zum Beispiel die Kaplasteine die 1000er Packungen verkauft werden.


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Unser Kinderladen besteht aus zwei Räumen, einem recht großen Badezimmer und einem großen Esszimmer mit einer Küchentheke.
Es ist nicht wirklich sehr viel Platz und unsere Altersmischung ist auch nicht gerade einfach. Unser jüngstes Kind ist ein knappes Jahr alt und das älteste Kind beinah 4 Jahre alt.


Diese Ideensammlung wird sich also so nicht wirklich 1:1 übernehmen lassen. Und wir sind uns auch alle einig, dass wir Dogmatismus blöd finden- es werden also sicher noch einige Brüche dazu kommen. Trotzdem brenne ich für die Ideen und glaube, dass es eine ziemlich optimale Kinderladenumgebung werden kann.
In Berlin gibt es einen Wertstoffverwertungshof  der uns viele unserer Ideen umsetzen lassen wird, ohne zum Beispiel 1000e von Euros in große Bauklötze investieren zu müssen.


Ich bin gespannt auf Eure Kommentare. Wie sieht es in Euren Kindergärten aus? Habt ihr Tipps? Erfahrungen?




Sonntag, 16. Oktober 2011

Mit 3 Jahren, 3 Monaten und 9 Tagen.....

Sie: "Wenn ich das nächste mal Geburtstag habe....werde ich dann vier oder fünf Jahre alt?"
Ich: "Vier"
Sie: "Oh schön, vier ist schon richtig groß"
Ich: "Ja, das stimmt"
Stille....sie denkt....
Sie: "Bist du auch schon vier?"

Wenn sie alleine ist, spielt sie am liebsten Bügelperlen stecken, Aufkleber irgendwo hin sortieren, Kuscheltiere aufreihen, irgendetwas ausmalen, sich chic anziehen (das heißt am liebsten kurzärmelig und ohne Hose- oder aber, wenn Hose unbedingt sein muss- dann Leggins), Ballett tanzen, Bibi Blocksberg hören, oder auf R. oder mir rumliegen und uns anbetteln, dass wir ihr vorlesen sollen. Sie ist auch oft die Prinzessin, R. ist der König, ich die Königin und Luca der Prinzessinenhund. Und sie will IIIIIIIMMMMMMEEEER raus. Draußen findet sie rumklettern auf dem Spielplatz und Kinderbauernhof gut. Und stundenlang kann sie einfach so durch die Straßen ziehen und sich Sachen ansehen, die sie so findet. Aber sie liebt es auch durch Geschäfte zu bummeln, Schwätzchen zu halten, Klamotten anzuprobieren, Kuchen essen zu gehen und so weiter.

Mit dem kleinen Bruder auf Zeit spielt sie witzige Phantasiespiele-  vorgestern hatten sie ein unsichtbares Minibaby, das in eine Hand gepasst hat. Sie haben es "rumgetragen" und darüber verhandelt, wer es stillen sollte/könnte.
Oder sie essen unsichtbare Süßigkeiten, unsichtbare grüne Eier oder Kekse. Sie spielen auch total witzig Verstecken.
Wenn das Kind ihn ärgern will, verzaubert sie ihn mit ihrem Zauberstab in irgendetwas, einen Drachen oder auch mal in eine Hose. Da fürchtet er sich: "Nein, will kein Drachen sein. Mach das weg". Sie: "Na gut, dann eben nicht".

In der Kita wollen die 3 Jährigen am allerliebsten ewig vorgelesen bekommen, basteln oder rausgehen. Eigentlich spielen sie zur Zeit  kaum miteinander- hängen aber immer auf einem Haufen und ich höre immer nur ein kollektives: VORLESEN!!!

Das Kind hat vor Kurzem bemerkt, dass sie alleine an den Wasserhahn kommt und nun werden R. und ich stündlich mit Tassen voller Wasser beglückt- was ja mal jetzt echt sinnvoll und gesund ist.
Sie will sich mindestens 5 mal am Tag umziehen und wir haben nun alle ihre Klamotten so deponiert, dass sie da alleine drankommt. Sie kann auch schon fast alles alleine an und ausziehen- Juhej- weil mich nervt diese Umzieherei und ich bin froh sagen zu können: Mach was du willst!

Wir reden nach wie vor viel über Sterben und Tod, was zum einen denke ich an ihrem Alter liegt- zum anderen natürlich auch an unserem krebskranken Freund- das Thema ist hier halt ständig dran. Wir beantworten alle ihre Fragen und sie weiß demnach ziemlich gut über Magenkrebs und die Behandlung Bescheid- ich habe in keinsterweise das Gefühl, dass sie das beunruhigend findet- ich denke es tut ihr gut, sich darüber mit uns auszutauschen und nicht nebenbei mitzubekommen, dass wir da ein geheimes trauriges Thema haben.

Sie will ganz viel kuscheln und ist ganz schmusig- was ich meistens total schön finde- aber manchmal auch auf R. oder den Hundi verweise.


Sie geht gerade gegen halb zehn schlafen und wacht um halb acht auf. Schade- sie war mal auf 12 Stunden Schlaf eingegroovt- ich habe auch das Gefühl, ihr fehlen an manchen Tagen diese zwei Stunden. Na mal sehen-


Sie kennt mittlerweile und Dank des tollen Graziela ABC Posters fast alle Buchstaben. Sie zählt bis zehn. Sie kann sich schon super in Gegenden orientieren, in denen wir öfters sind und merkt sich viele Straßennamen und Bushaltestellen.

Sie findet rosa und rot chic.
Sie hat noch immer super Angst vor öffenlichen Klos.
Sie ist letzten Sonntag geritten und war mehr als begeistert.
Sie spielt begeistert mit einem Freund in der Kita "böser Pirat".
Sie hat sich heute von mir alle Märchen der Brüder Grimm aus dem neuen Märchenbuch vorlesen lassen, dass ich auf dem Flohmarkt gekauft habe- und sie ist trotzdem eingeschlafen und wollte auch alle Märchen hören ;-) bisher kannte sie nur Schneewittchen und die auch nur in einer abgeschwächten Form. Jetzt habe ich einfach alles vorgelesen und sie fand es ihrem Blick nach zu Urteilen schon gruselig- aber halt auch schaurig schön.


Jetzt schläft sie. Sie ist natürlich wie immer schon das tollste Kind der Welt und ich freue mich so sehr, dass sie da ist.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Kinderladen

Ich habe ja damit gerechnet, dass die Anfänge im Kinderladen auch mal chaotisch sein würden. Nun hat es mich aber doch etwas überrollt.
Die tolle Frau, die das alles angeleiert hat und die Leitungsfunktion hat ist überraschend ziemlich krank geworden und R. stand plötzlich total alleine da.
Automatisch hat es mich also irgendwie in die Verantwortung gezogen und unerwartet und unvorbereitet waren R. und ich zuständig und verantwortlich für 12 Kinder, einen Bufti, einen Praktikanten und einen Haufen Eltern.
Keinen cent Geld, da keinen Zugang zum Konto.
Total verrückte und stressige Tage liegen hinter uns und auch noch vor uns.(Aber es wird besser).
ABER es naht auch Hilfe. Der echt tolle Erzieher aus der alten Kita des Kindes hat sich bei uns beworben (strike) und wenn die anderen Eltern ihn auch gut finden, wird er in 9 Tagen anfangen. Das wäre echt super. Er ist dann der erste im Team, der schonmal tatsächlich in einer Kita gearbeitet hat und ich glaube, dass er echt viel Input und Struktur mitbringen wird.
Den Kindern geht es ziemlich gut würde ich sagen- außer vielleicht unserem Kind, da sie seit Tagen bis Abends an den Teamsitzungen teilnehmen muss. Aber das wird sich ja hoffentlich auch bald ändern.


Weil einige von Euch gefragt haben, kann ich an der Stelle paar Sätze zu unserem Kinderladen sagen:

Wir haben wie gesagt im Moment 12 Kinder- am Ende sollen es 16 sein.
Die Jüngsten sind 13 Monate alt, die Ältesten 3,5. Wir sind aber noch auf der Suche nach etwas älteren Kindern.
Im Moment teilen wir die Gruppe oft in Jüngere und Ältere um einfach alles zu entzerren (weil ja auch bei manchen noch die Eltern dabei sind- da sind wir einfach insgesamt zu Viele)- aber die Idee ist, dass sie im Alltag vorwiegend altersgemischt bleiben.
In der Theorie existieren ganz viele schöne Ideen- und uns rauchen die Köpfe, während wir uns überlegen, wie das alles in der Praxis funktionieren könnte.

Alle Kinder essen gemeinsam. Aber was ist eine gute Zeit? Während die 3,5jährigen locker um 13Uhr essen könnten um am Vormittag genügend Zeit für zum Beispiel lustige Ausflüge zu haben, sind die 13 Monate alten Kinder eigentlich um 11.30Uhr fix und alle, würden gerne essen und dann Mittagsschlaf machen.
Im Moment essen wir also um 12Uhr.

Eine große Disskusion bahnt sich zum Thema Frückstück an. Im Moment treffen die meisten Kinder zwischen 9 und 9.30Uhr im Kinderladen ein. Wir stellen einen Obst -und Gemüseteller für alle als "Zweites Frühstück" hin. Vor allem die jüngeren Kinder bleiben sowieso nicht am Tisch sitzen und ich finde es auch schön so ein offenes Essensangebot in Form von Fingerfood zu haben.
Natürlich gibt es da unter der Elternschaft aber auch ganz andere Meinungen.

Und dann noch? Soll das Essen immer vegetarisch sein? Soll es vorwiegend oder ausschließlich bio sein? Darf Zucker in den Speiseplan eingebaut werden? Alles typische Themen auf einem Elternabend eine Elterninitiativ Kita.

Wir würden den Alltag gerne so gestalten, dass die verschiedenen Betreuer Angebote zum Programm machen oder Wünsche der Kinder aufnehmen und verwirklichen. Also zum Beispiel: "Wer hat Lust heute mit mir zu basteln?" oder auch "Ah, du willst gerne auf den Spielplatz. Ja super, wer mag noch mitkommen."
Aber wie macht man das eigentlich bei 13 Monate alten Kindern? Also vor allem bei mehreren Einjährigen. (Weil, dass das mit einem Einjährigen funktioniert, das weiß ich schon).

Wir fänden eine "bejahende Umgebung" toll. Dass zum Beispiel Bastelzeug, Wasserfarben, Spiele usw. für die Kinder griffbereit zur Verfügung stehen. So war es auch in der alten Kita des Kindes. Aber da waren die Jüngsten in der Gruppe 2,5. Wie sollen wir das bloß verwirklichen?

Fragen über Fragen. Ich werde sicher immer mal wieder was darüber schreiben.

Morgen ist erstmal Elternabend. Bin schon gespannt.

Montag, 3. Oktober 2011

Kita ist ein spannendes Projekt. Viele Sachen laufen total chaotisch. Viele Sachen laufen total wunderbar. Ich habe das Gefühl, es gibt noch echt viel zu tun und man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Aber- ich haben ein warmes Gefühl zu dem Ganzen und ja auch gerade Zeit um mit anzupacken.
In den nächsten Wochen werden wir uns auf die Suche nach geeignetem Spielzeug machen. Im Moment ist eine wilde Sammlung von geliehenen Sachen dort. Wir wollen wenig Spielzeug- aber ausgesucht. Möglichst Second-hand. Habt ihr Ideen? Die Kinder sind wie gesagt, zwischen 1-3,5 Jahren alt.
Ich habe gedacht, so ein Waldorf Spielständer wäre vielleicht praktisch für einen Kinderladen? Weil der ja alles sein kann- von Kinderküche über Einkaufsladen usw. Holzeisenbahn haben wir schon- wird auch heiß bespielt- da brauchen wir auch noch mehr Teile.
Duplosteine in großen Mengen....wo bekommt man sowas preiswert?

Und was hier sonst so los war in den letzten Tagen?
Nach dem Aufschneiden wurden die ganzen Metastasen sichtbar. Obwohl der Tumor selbst total geschrumpft ist. Es gibt wohl noch eine klitzekleine Chance mit weiteren Chemos- oder Wunderheilung, die ja bei Krebs ab und an vorkommen soll. Ansonsten ist es einfach ein unfassbares Gefühl einen Freund vielleicht bald zu verlieren, der Anfang dreißig ist und auch wie wir eine kleine Tochter hat und der noch Anfang Juni völlig gesund war. Krebs ist ein blödes Arschloch. Meine Vorstellung von: "Was würde ich machen, wenn ich nur noch wenige Monate zu leben hätte" entpuppt sich auch als völlig kitschig und unrealistisch. Er hat Schmerzen, ist müde. Tapfer kommt er mit in den Park und in den Garten. Unterhält sich, lacht, spielt mit den Kindern. Aber dann sieht man ihm an, dass er keine Kraft mehr hat. Dass die Tabletten nicht mehr richtig wirken. Also eine Weltreise wäre unrealistisch.
___________
Edit:
Ich kann sehr gut verstehen, dass ihr gute Tipps habt, um vielleicht dem Krebs doch noch eins auf den Deckel zu geben. Das wäre vielleicht auch mein Weg. Es ist aber nicht der Weg von unseren Freunden. Sie vertrauen, den Ärzten, bei denen er in Behandlung ist und wollen zur Zeit nicht herumexperimentieren. Das akzeptiere ich. Vielleicht ändert sich ihre Meinung noch. Dann melde ich mich. Aber zur Zeit würde ich die Tipps sowieso nicht weitergeben. Ist gerade irgendwie nicht dran. Danke Euch aber trotzdem.

Donnerstag, 22. September 2011

Na, wollt ihr auch in unsere Kita? Wir suchen nämlich noch Kinder

Kinder- und Familienladen in Neugründung sucht noch Kinder Jahrgang 2007/2008. Seit Kurzem existiert bereits eine Gruppe von zehn tollen Kindern im Alter von 1,5 bis 3,5 Jahren.

Unser Verständnis von Pädagogik basiert auf Inhalten der Reggio-Pädagogik und des situativen Ansatzes. Da wir von der Aktivität und Kompetenz der Kinder überzeugt sind, versuchen wir, die Eigeninitiative der Kinder zu unterstützen.

Wichtig ist uns eine familiäre Atmosphäre und so werden unsere Eltern aktiv in den Kinderladenalltag eingebunden.
Wenn Ihr also Lust habt, Herr über das Chaos zu werden und unsere Kita mitzugestalten, wenn Euch unser Konzept gefällt und Ihr neugierig geworden seid, dann freuen wir uns darauf, Euch kennenzulernen!
Bei mir melden :-)

Dienstag, 20. September 2011

Unsere neue Kita

ist toll toll toll.
Ich bin so froh, dass R. und ich so entscheidungsfreudig sind dieses Jahr. Die Kita ist einfach toll. Seit gestern gewöhnen wir 10 Kinder auf einmal ein- also eine echte Herausforderung. Überall sitzen Eltern rum und unterhalten sich oder spielen mit den Kindern. Es ist entspannt und sehr familiär. Die Kinder fühlen sich wohl.
Die Eltern sind willkommen und können/müssen sich aktiv mitbeteiligen an allen Prozessen.Wir haben einen total netten Bufti (Bundesfreiwilligen) und einen total netten Handwerker, der sich nach der Kitarenovierung entschlossen hat ein Erzieherpraktikum zu machen.
Es wird toll. Es fühlt sich sehr richtig und total schön an und ich freue mich, dass wir dabei sein dürfen bei dem Start.

Sonntag, 18. September 2011

....dieser Sommer.....

Dieser Sommer ist ohne Frage der Sommer der mir wohl am längsten in Erinnerung bleiben wird.
Wir haben soviel erlebt diesen Sommer. So viel Schönes, soviel Anstrengendes, soviel unsagbar Trauriges und Wütendmachendes, soviel Neues. Die ganze Lernerei, der erste Sommer in unserem tollen Garten, dann der Studienabschluß, zwei tolle Kinder wurden geboren, die vielen Gespräche und endlosen Gedankenschleifen über einen möglichen frühen Tod, aufgrund der fiesen Krankheit eines Freundes (am Dienstag ist die OP- hoffentlich können die Ärzte den ganzen Scheiß Magenkrebs rausschnippeln), der Umzug, die Entscheidung für die verrückte neue Kita, die Entscheidung, dass R. dort arbeiten wird, der Hundi hat wohl Brustkrebs (nennt man das beim Hund so?) und wird auch bald operiert. Irgendwie ist das Leben gerade wirklich schnell. Und ich habe das Gefühl, ich habe mich ganz schön verändert.

Kitschigerweise sind wir drei gerade sehr verliebt ineinander. Das alles hat uns erstaunlicherweise sortiert und auch wahrscheinlich achtsam gemacht. Ich fühle mich total stark. Ich bin dann mal gespannt auf den Rest des Jahres.

Freitag, 16. September 2011

Alltag

ich bin die ganze Zeit auf Achse. Keine 5 Minuten halte ich es hier zu Hause aus. Ich laufe mit dem Kind stundenlang durch Berlin, gestern waren wir im Garten, heute bei Ikea. Ich will mich die ganze Zeit bewegen und alles nachholen, wozu ich in den letzten Monaten keine Zeit hatte. Gutes Gefühl.

Heute hat das Kind alle Zeugnisse von R. zerschnitten, während er gekocht hat und ich nicht zu Hause war. Wir vermuten mal, dass er die Ausbildung und das Studium nicht nochmal wiederholen muss, oder was meint ihr? ;-)
Sein Soz. Päd. Diplom, seine staatliche Erzieher-Beglaubigung. Na ja...weil sie lagen hier auf dem Tisch rum und ich habe dann heute morgen eine Nagelschere auf den Stapel gelegt. Da bot es sich sozusagen an. (Und auf dem Tisch lagen sie, weil R. ja in der tollen neuen Kita von unserem Kind als Erzieher arbeiten wird, ab Montag geht es für ihn und für das Kind los. Das Konzept ist einfach super und er hat Lust drauf und langsam werden wir halt erwachsen. Er hat mal vor Jahren eine Erzieherausbildung gemacht. Es passt. Wenn es mit dem Kind und ihm blöd wird, dann hört er eben wieder auf. Aber wir haben da ein gutes Gefühl. Da sind sehr achtsame Erwachsene- das wird schon gut gehen.)

Und bei Ikea haben wir vorhin einen großen Bilderrahmen für das Graziela Alphabet Poster gekauft  und da hat sich das Kind während der U-Bahn Fahrt draufgelegt. Oder eher draufgeworfen.
Ich liebe sie genauso sehr wie heute morgen-keine Frage, aber ich freue mich sehr auf gleich, wenn sie schlafen geht ;-)
Vielleicht sollten wir doch langsam eine Haftpflichtversicherung abschließen........

Dienstag, 13. September 2011

wir sind wieder da






das waren sehr nette Tage auf der kleinen grünen Insel. Wir sind viel Rad gefahren und haben viel Zeit gehabt um mal wieder zu dritt zu sein. Das war schön. Jetzt sind wir wieder in Berlin und sogar das Internet geht wieder und wir können uns endlich von diesem furchtbar lahmen Fo.n.. -Stick verabschieden.

Mittwoch, 7. September 2011

kurz dem Meer "Hallo" sagen

weil ich den gesamten Sommer über eigentlich kaum draußen war und weil wir mal unseren neuen Lebensabschnitt gebührend begrüßen wollen, haben wir heute spontan beschlossen übers lange Wochenende ans Meer zu fahren.
R.s Eltern arbeiten auf einer kleinen Nordseeinsel und so können wir bei ihnen übernachten.
Ich freue mich auf viel Fahrradfahren und Zeit mit dem Kind und R. Ich freue mich auf das Meer und das Watt und auf den Deich. Ich will den ganzen Tag draußen sein und Abends müde ins Bett fallen. Ich freue mich auf Ruhe und aufs "von der Stadt weg sein".
Wir sind dann am Montagabend wieder da.

Vielen Dank übrigens für die vielen lieben Kommentare. Ich sollte mal öfters die Uni abschließen- ich habe den ein oder anderen neuen Blog entdeckt ;-)

Dienstag, 6. September 2011

Frau Magistra

das bin ich!

Notendurchschnitt eine 1,6- obwohl die Prüfung gestern nicht sehr ruhmreich war und ich den Tag heulend im Bett verbracht habe....weil....ja, ich wusste schon, dass ich nicht so eine begnadete Germanistin bin, aber wenn man so wochenlang wirklich lernt wie doof, dann ist es halt doch ein blödes Gefühl.

Aber heute Morgen erreichen mich endlich meine Klausurnoten per Mail und die sind viel besser ausgefallen, als ich dachte. Und ich bin durchaus sehr zufrieden mit meinem Notendurchschnitt. (Auch wenn irgendwie die eine Klausurnote- die in Neuerer Deutscher Literatur irgendwie nicht stimmen kann...aber ich nehme es jetzt mal so hin......vielleicht hat die ja Frau Professor so eine Sauklaue, dass die Frau vom Prüfungsamt eine 2 mit einer 3 verwechselt hat....ich werde nicht nachfragen.....vielleicht war ja der Zweitgutachter auch betrunken.....oder ich habe einfach eine Klausur geschrieben, die in Ordnung war....aber das kann echt kaum sein.)

Somit habe ich also heute morgen zum ersten mal registriert, dass ich nun fertig bin.
Dass ich nur noch einmal in die Uni muss- und zwar um mein Zeugnis in Empfang zu nehmen.
Dass ich heute eine Stunde Sport machen kann und dann den ganzen Tag mit dem tollsten Kind der Welt abzuhängen.
Dass die Sonne scheint und ich mir, wenn ich wollen würde, auch eine blöde Zeitschrift kaufen könnte.....oder ein Buch....irgendeins.
Dass ich Frau Magistra bin und jetzt mal anfangen könnte zu überlegen, was ich noch so alles sein will.

Langsam stellt sich ein Gefühl der Zufriedenheit ein.

Donnerstag, 1. September 2011

quasi sind es nur noch ein paar Stunden. Wenn ich es nicht total vermassle, dann in ich am Montag gegen 10Uhr fertig.
Jahre der Studiums und Monate der Prüfungen würden dann hinter mir liegen. Was wird das bloß für ein Gefühl sein?

Erfahrungsgemäß ist es kein Schönes, wenn das Adrenalin sich verabschiedet. Kopfschmerzen und bleiernde Müdigkeit statt Hochgefühlen, hatte ich bei den letzten drei Prüfungen. Aber vielleicht ist es ja diesmal anders- weil es eben dann fix und fertig ist. Weil dieses Gefühl, was mich seit Jahren begleitet (ich habe auf Magister studiert- wenn ich Jahre sage, dann meine ich auch Jahre. Ich hatte keinerlei Zeitdruck und das Studium zieht sich mittlerweile über ein Drittel meines Lebens.Zum kotzen), dass ich nämlich eigentlich noch diesen Text lesen müsste und diese Hausarbeit schreiben und dass ich eigentlich nie das Gefühl hatte- dass ich jetzt einfach mal Urlaub habe. Natürlich habe ich mich die ganzen Jahre nicht ununterbrochen abgerackert- es war eher so, dass ich meistens irgendwelche Ausweichhandlungen vollzogen habe, weil ich eigentlich was für die Uni machen müsste, aber....

Nur wenige Sachen haben mich im Studium wirklich begeistert.
Seminare über Bilderbücher habe ich verschlungen. Die Gedanken über Prävention von sexuellem Missbrauch beschäftigen mich über Jahre.
Holocaust-Literatur war immer schon mein bevorzugtes Genre und es hat mir viel Input gegeben, Seminare darüber zu besuchen. (Die jetzige Prüfung fällt mir aus diesem Grund auch um einiges leichter, als die Letzte).

Mein Grundstudium in Marburg war Inspiration pur. Ich lernte neue Leute kennen, verliebte mich in R., ich begann mich für Politik zu interessieren und hing mit meiner WG stundenlang in der Küche und wir redeten.
Und natürlich habe ich in der Zeit nicht nur studiert. Ich habe viel gejobbt,  R. und ich haben seit 11 Jahren einen Hund und seit 3 Jahren eine tolle Tochter.
Und klar, das Studium hat mich geformt- aber ich bin soooooo froh, dass es vorbei ist. Das ist einfach nicht meine Lernform gewesen. Ja, ich habe mein gesamtes Studium über gute Noten gehabt (ganz im Gegensatz zur Oberstufe) ABER TROTZDEM- außer diesen paar echt tollen Erinnerungen ist es einfach nur ein sich ewig hinziehender Kampf gegen mich selbst gewesen.
...und ich kann es irgendwie gar nicht begreifen, dass ich den womöglich am Montag gegen 10Uhr gewinnen werde.

Donnerstag, 25. August 2011

Heiraten

....nein, doch nicht R. und ich. Wir leben weiterhin in einer glücklichen wilden Ehe.
Das Kind würde gerne heiraten und zwar ...MICH. Weil sie so verliebt in mich ist. Mein Herz schmilzt.

Heute hab ich die Prinzessinenhandpuppe bespielt und sie war der Zauberer. Die zwei waren ganz verliebt ineinander und so fragte der Zauberer die Prinzessin ob sie ihn heiraten würde. Sie sagte begeistert: Ja.
Ich: Und, was machen wir jetzt?
Kind: Jetzt gehen wir in eine Kirche und dann ist da ein Pfarrer...der zeigt uns dann wie man küsst....(überlegt) nein, da sind dann zwei Pfarrer, die küssen sich und dann können wir zuschauen und wissen dann wie es geht.
Das Kind hatte schon immer die besten Ideen.

Nach der Hochzeit schlage ich vor, dass die beiden ein Kind bekommen können.
Kind begeistert: O ja. Dann bin ich jetzt Jonas *g*  und du Maria....ah ne, ich bin dann jetzt das Christuskind. Dann hat die Prinzessin ein Kind.
 Das Kind weiß bescheid, wie man Kinder macht :-)

Uns gehts gut. Ich habe am 5.09 meine letzte Prüfung. Um 9Uhr morgens. Ich freue mich schon so, dass es mir vor Freude schwer fällt mich aufs Lernen zu konzentrieren.
Also, wenn ich es jetzt nicht total vermassle, dürft ihr mich am übernächsten Montag Frau Magistra nennen.


 

Mittwoch, 17. August 2011

sich um sich selbst drehen

seit einigen Tagen geht es mir erstaunlich gut im Gegensatz zu den letzten stressigen, traurigen, hektischen Wochen.
Ich kümmere mich wieder um mich selbst und das macht ein sehr wohliges und ausgeglichenes Gefühl in der Bauchgegend.

Ich esse gesünder (dazu vielleicht später mal mehr), das heißt ich esse regelmäßig, wir haben wieder einen großen Vorrat an Obst und Gemüse zu Hause und ich stopfe nicht unkontrolliert und wahllos irgendwelche Sachen in mich rein. Und es fällt mir gar nicht schwer.
Wir kochen jeden Tag für die Kinder. Aber die mögen am liebsten irgendwelches Gemüse aus dem Dampfgarer. Das finde ich ab und zu auch lecker- aber nicht jeden Tag. Deshalb sieht es bei uns in den letzten Monaten oft so aus, dass die Kinder Unmengen an Brokoli und Blumenkohl, Kartoffeln, Karotten und Mais in sich reinstopfen und R. und ich Brot oder (schlimmer noch) Brötchen und Süßigkeiten auf die Schnelle konsumieren. Das ist völlig bescheuert und ich habe es seit zwei Wochen abgeschafft.

Außerdem bewege ich mich mehr.
Wenn man seit Monaten lernend auf dem Sofa, im Bett oder in der Bibliothek sitzt, dann ists mit der Bewegung nicht immer leicht. Jetzt nehme ich mir einfach jeden Tag Zeit dafür. Ich gehe längere Strecken zu Fuss oder fahre Rad, statt die Bahn zu nehmen und haben mal endlich einen Sport gefunden, der mir zum einen Spass macht und zum anderen echt keinerlei Ausreden duldet.
Das Kind und ich sporteln jeden Tag 20-60Minuten mit Frau Becker. Das Kind auf einer lila Isomatte und ich auf einer roten. Vor uns der Laptop mit einer DVD auf der Frau Becker am Strand und in einem leeren Raum mit Holzdielen und weißen wehenden Vorhängen ganz schlimm anstrengende Yoga, Core, Pilates und BBP Übungen vorturnt die das Kind und ich nachturnen.

Mit hochgeschlagenem Kragen und dunkler Sonnenbrille bin ich in einen Multimedia Markt am anderen Ende der Stadt gefahren um mir aus dem reichhaltigen Angebot der HausfrauenSport DVDs eine passende auszusuchen. Ich fand es ziemlich peinlich und uncool....ABER es ist zur Zeit genau das Richtige. Ich kann es jeden Tag irgendwie zwischendurch einschieben, das Kind macht begeistert mit (das heißt, ich kann gleichzeitig Zeit mit dem Kind verbingen, was gerade sehr wichtig ist, weil es oft zu kurz kommt) und ich schwitz mir einen ab und es fühlt sich sehr nach Sport an. Frau Becker ist aber auch ne Nette....und wenn sie so sagt: "diese Übung ist für uns alle eine Herausforderung..." da wird mir ganz warm ums Herz ;-)

Irgendwie fällt mir auch gerade das Lernen leicht. (Ich würde sogar behaupten, dass es mir Spass macht).
Nicht dass ich denke, dass ich super erfolgreich sein werde bei dieser Prüfung....aber es ist die Letzte. Ich muss sie einfach irgendwie bestehen und dann gehe ich aus dem Raum und bin Frau Magistra und kann endlich mal was Anderes machen.


R. zieht seine Augustpläne durch und verbingt die Tage mit den Kindern im Garten, wann immer es geht.
Irgendwie kommen wir gerade wieder in die normalen Umlaufbahnen.
Und ich finde es wirklich erstaunlich und fabelhaft, dass wir es schaffen so zu entspannen, wo doch die Prüfung schon in drei Wochen ist. Die kann mich mal die Prüfung- die mach ich einfach so nebenbei. Pah.













Montag, 8. August 2011

zu kleine Schuhe

wir haben ja unter der Woche mit ziemlich vielen Kinderfüssen zu tun.
Und ich wollte aus gegebenen Anlaß mal kurz hier schreiben, dass Kinderfüsse auch aus Fleisch und Blut bestehen und es nicht völlig egal ist, welche Größe der Fuß und der dazugehörige Schuh haben.
Kinderfüsse sind fies und wachsen manchmal echt superschnell. Diese tollen 70€ Kinderschuhe halten manchmal nur paar Wochen. Das ist echt doof....aber kommt vor.
Wenn also Euer Kind die gleichen Gummistiefel seit einem Jahr trägt- dann nehmt Euch doch mal kurz die Zeit und schaut mal nach, ob die überhaupt noch passen.
Eine Methode die meistens nicht funktioniert (also bis zu einem gewissen Alter nicht) ist: dem Kind den Schuh anzuziehen und zu fragen: "na passt er noch?"
Was auch nicht funktioniert ist, mit dem Daumen vorne rumzudrücken, weil Kinder dann ihre Zehen einziehen können.
Eine gute Methode ist: 
Die Einlegesohle rausnehmen (geht leider nicht immer) und dann kann man das Kind draufstellen. Der Schuh passt, wenn vorne 1-1,5cm Platz ist. Das wirkt bei so einem kleinen Schuh ziemlich groß- ist aber trotzdem richtig.


Ich finde vor allem bei Kinder die so ein oder zwei Jahre alt sind, kann man super Secondhand Schuhe kaufen- die wurden teilweise nur wenige Wochen getragen und sind kein bisschen abgenutzt. Je dünner und beweglicher die Sohle, desto besser.

Unsere Tochter hat mittlerweile Schuhgröße 26- bei ihr dauert es jetzt so ein halbes Jahr bis sie neue Schuhe braucht.... da sehen die Schuhe natürlich schon fertiger aus.
Sie war 9 Monate alt als sie anfing zu laufen. Es war Frühling und so konnte sie ewig Lederschläppchen draußen anhaben.
Wir haben ihr mit 11 Monaten die ersten paar Schuhe gekauft (brav im Schuhgeschäft, weil wir damals keine Ahnung hatten, wie wir die richtige Größe ermitteln sollten)- die hielten dann 5 Wochen- dann war der Fuß von Schuhgröße 19 auf 20 gewachsen.

Den Dialog: "Du, die Schuhe von ... sind bisschen klein mittlerweile." (Da haben sich die Zehen schon ein Loch in den Lederschläppchen erarbeitet um sich bewegen zu können)
Eltern: "Echt, ich find die gehen noch" führe ich regelmäßig.

Ich habe das Gefühl, das geht oft so.
Die Eltern waren mit ihrem Kind in einem guten Schuhgeschäft mit kompetenter Beratung und haben Schuhe gekauft die vorne Bewegungsspielraum haben.
Dann denken sie: " Super- da kann das Kind noch reinwachsen" und warten bis die Zehen vorne anstoßen (oder noch länger)."


Barfuß ist übrigens bei diesem Wetter ja eh super und man braucht sich keinen Kopf zu machen.

Freitag, 5. August 2011

Motivation

die letzten Stunden waren nicht die Schlechtesten.

Angefangen hat es eigentlich schon gestern Abend. Meine Schwester hat R. und mich aus unserer gewohnten und etablierten Abendgestaltung rausgerissen, indem sie den vorletzten Harry Potter ausgeliehen hat. Diesen haben wir nämlich noch nicht geschaut und da wir die Tage mal ins Kino gehen wollen um den allerletzten Teil zu sehen, bot es sich an.
Das war gut und hat Spass gemacht.

Heute ist das Kind, der kleine Bruder auf Zeit und R. wieder im Garten und ich war fleißig und habe wirklich erhellendes über den Sturm und Drang gelernt.
Das war auch gut.

Zur Belohnung war ich Frozen Yogurt essen.
Das war auch gut.

Ich wollte ein Geburtstagsgeschenk für meinen Vater kaufen, aber ich habe nichts gefunden.
Das war nicht so gut.

Ich habe plötzlich Lust auf Sport gehabt (sehr komisch...passiert mir äußerst selten) und habe doch tatsächlich mit Youtube Videos hier 45Minuten gesportelt und das war sehr lustig und ich war wirklich nass geschwitzt und hatte das gleiche Gefühl, wie ich habe, wenn ich mal in einem Sportkurs war. Das hat mich wirklich überrascht.
Das war auch echt gut.

Gestern wurde endlich unser Herd geliefert. Juhu. Es gibt wieder leckeren Milchcafe und für das Kind gekochte Haferflocken und Nudeln und und und. So ein Herd ist ja auch echt was tolles.
Das war auch gut.

Ich habe mich heute nun vollends dem kulturellen Umfeld Kreuzbergs angepasst und mir einen 1a Hackenporsche gekauft. Den zeig ich bei Gelegenheit. Ich war nämlich einkaufen und plötzlich dachte ich mir so, was wohl die anderen schlauen Menschen, die so einen Hackenporsche haben, wohl denken, wenn sie mich schwere Einkaufstüten schleppen sehen. Und durch diese Gedankenschleifen bin ich zum Entschluß gekommen, dass ich ja auch so ein Ding kaufen könnte.
Das war auch gut.

In genau einem Monat um diese Zeit bin ich, wenn alles gut läuft mit meinem Studium fertig. Mama- hast du das gehört. Dann bin ich feeeeertig. Kaum zu glauben.
Das wäre richtig gut.

Übrigens habe ich beim Umzug ein paar Bilder aus unserer Studienzeit gefunden.
Auf 80% der Bilder sind wir mit dem Hund draussen. (Das war bevor das Kind da war und als der Hund noch ne junge Dame war und vielleicht eine der Erklärungen, warum mein Studium nun schon über ein Drittel meines Lebens einnimmt).
R. hatte 3 oder 4 Jahre lang völlig unakzeptable Dreadlocks (und wir hatten selbstverständlich einen VW Bus, und einen Hund, waren beim Castor und haben genau so in die linken spießigen Klischees gepasst wie wir heute in die Öko-Eltern Schiene passen. Wir sind echt einfach Spießer.), die er sich seltsamerweise auf dem Bild gerade mit Henna färbt....weiß jetzt auch nicht genau warum....die waren eigentlich immer Straßenköterblond...mhm.
Und wir haben in vielen WGs gewohnt, die auch sehr bunt waren. Irgendwie aber anders bunt als unsere jetzige Wohnung.
Schön war's....

....aber jetzt ist es noch schöner.




Dienstag, 2. August 2011

ereignisreich





die beste Maskenbildnertante der Welt zieht in unser rosa Zimmer bis zum September und wir freuen uns alle sehr.
Das Kind will gar nie mehr ins Bett und war heute bis Mitternacht wach....obwohl morgen um 9Uhr der kleine Bruder auf Zeit vor der Tür steht.
Am Wochenende war unser Yoga-Stefan da. Jeder sollte einen haben. Das Kind liebt ihn heiß und innig und war einfach seelig.
Heute hatte ich den ganzen Tag Sturmfrei und das war einfach abgefahren toll. Kind, kleiner Bruder auf Zeit, R. und Yoga-Stefan waren im Garten.
Ich habe sogar auch gelernt in der Zeit.
Ich war auch beim Optiker, weil mir aufgefallen ist, dass ich mir oft beim Lesen ein Auge zuhalte. Nach umfangreichen Tests wurde mir gesagt, dass ich schon eine Brille ganz gut gebrauchen könnte...allerdings bin ich bisschen kurzsichtig. Also, beim Bücherlesen sehe ich wohl prima.


Samstag, 30. Juli 2011

Hereinspaziert.....unsere neue Wohnung.

 Wir packen immer noch Kartons aus und es ist alles noch nicht fertig und bisschen kahl. Aber hier ein erster Eindruck unserer neuen Wohnung:







 Und sonst so.....man braucht super Regenklamotten in Berlin. Das Kind und ich waren heute ein sehr süßen Mini-Baby im Krankenhaus besuchen. Das ist ein Tag alt und ist somit an meinem Geburtstag geboren worden. Sehr guter Tag, wenn ihr mich fragt. Dieser Ausflug hat sich jedenfalls sehr gelohnt- obwohl wir dann ganz klitschnaß zu Hause angekommen sind. (Also vor allem ich- aus Mangel an Regenstiefeln und einer richtigen dichten Regenjacke...warum haben wir sowas eigentlich nicht, jenseits der Größe 104?)

Mittwoch, 27. Juli 2011

heute war ich endlich mal wegen dem komischen Reizhusten, den ich seit Monaten habe, beim HNO Arzt.
Ich habe eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung und zwar eine ganz schön deftige.
Gar keine Schmerzen, aber ziemliche Abgeschlagenheit und dann dieser Husten und dieser Schleim.

CT soll gemacht werden, abschwellendes Nasenspray soll ich einen Monat lang nehmen, Rotlicht und Dampfinhalation. Er glaubt allerdings nicht, dass es in einem Monat besser sein wird. Antibiotikum würde er jetzt nicht geben, wenn ich keine Schmerzen habe. OP?
Sonst noch irgendwelche Tipps?

Wohnungschaos lichtet sich jeden Tag ein bisschen.
Leider haben wir immer noch keinen Herd. Deshalb haben wir uns bei der besten Tante der Welt heute zum Nudelessen eingeladen. Das war sehr nett und auch sehr lustig.
(Weil hier essen wir seit Freitag Gemüse aus dem Dampfgarer und Sandwich aus dem Sandwichtoaster. Irgendwie abwechslungsreich- aber auf Dauer unlecker.)

Heute haben wir die Kündigung für die alte Kita abgeschickt und das "Ja, wir wollen-Telefonat" für die neue Kita getätigt.
Eine gute Bauchentscheidung. Auch wenn ich denke, dass uns ein chaotisches nächstes Jahr bevorsteht. Aber das wuppen wir schon.
Das Kind sagt ja gerade immerzu, dass es gar nie wieder in eine Kita gehen will und immer bei uns zu Hause bleiben möchte. 

Montag, 25. Juli 2011

heute war ein guter Tag

heute Nacht um vier ist R. eingefallen, wo er die Tüte mit den Schrauben verstaut hat. Yeah!!!

Also, heute war ein guter Tag.
Kleiderschrank zusammengebaut, Regale in der Küche an die Wand gehängt, Schuhregal aufgebaut, Garderobe an die Wand geschraubt, Kommodenfüsschen repariert, Kartons ausgepackt (also natürlich nicht alle).
Es wird wohnlich.
Ein guter Tag.

Samstag, 23. Juli 2011

und der klarspüler, in welche kiste habe ich den gepackt?

mit 3 Jahren und 15 Tagen

-wenn das Kind besonders nett zu R. sein will, dann nennt sie ihn: Sohn.
"Du bist so prima mein Sohn, meine Güte" sagte sie zum Beispiel vor 5 Minuten.
-das Kind singt laut und tanzt dazu und denkt, dass sie eine große begabte Sängerin ist.
-sie spielt gerne und mittlerweile auch viel alleine. Sie lässt einen Bären und eine Schlange miteinander sprechen und wenn man bisschen zuhört, kann man sich über die Dialoge echt kaputt lachen.
-sie verbessert mich, wenn ich ein falsches Wort benutze. Ich habe wirklich das Gefühl, dass sie in manchen Bereichen einen größeren Wortschatz hat als ich, also vor allem so in dem normalen Gesprächsmodus. Sie hat jetzt keine Spezialgebiete, wie Dinos oder Autos- sie findet Sprache einfach im Allgemeinen toll und es macht ihr Spass neue Worte auszuprobieren. Ich glaube sie würde meine mündliche Prüfung vom Ausdruck her- viel souveräner bestehen als ich.
-"Meine Schwester Klara" ist gerade das Lieblingshörspiel.
-Sie hat manchmal diese Wutanfälle. Dann ist eine Kleinigkeit nicht richtig und sie ist untröstlich und muss ganz lange in meinem oder R.s Arm weinen. Die Arme. Besonders jetzt während des Umzugs und in dem ganzen Chaos, lässt sie sich schnell aus der Ruhe bringen. Aber das kann ich gut verstehen. Ich glaube R. und ich würden auch gerne einen Tobsuchtsanfall haben....zum Beispiel bei der Suche nach diesen beknackten Schrauben für den Schrank.

Wir finden beide, dass sie mal wieder einen riesen Sprung gemacht hat und sich total verändert hat. Ihr Spielen ist ganz anders geworden. Eine typische Dreijährige halt. Saucooles Kind.

Fahndung

wenn jemand die Tüte mit den Schrauben und sonstigen Kleinigkeiten, die man braucht um den riesigen sehr alten und hübschen Kleiderschrank zusammen zu bauen, gesehen hat- dann bitte bei uns melden.

Irgendwie der Supergau.

Freitag, 22. Juli 2011

erster Abend im neuen Heim.

der Umzug war ungefähr ein viertel so entspannt, wie R. und ich so dachten.
Dauerte es vor 3 Jahren, als wir aus unseren WGs zusammengezogen sind, noch 3 Stunden...für beide Wohnungen zusammen....so hat sich doch mittlerweile etwa für 1,5 Stunden Schleppen zusätzliches Zeug angesammelt.




Na ja.
Jetzt sitze ich hier, mitten im Kartonchaos auf dem Sofa und bin ganz schön müde.

Morgen müssen wir noch rasch den Keller fertig ausräumen, die alte Wohnung putzen, den Kleiderschrank zusammenbauen, die Waschmaschine und die Spülmaschine anschließen und die 30 Kartons auspacken....dann kann ich locker-flockig übermorgen schon mit dem Lernen anfangen. Ah- dieser Sommer ist doch wirklich ein Entspannter. ;-)


Das Kind war total aufgeregt und ist heute Abend hier rumgeflitzt und rumgehüpft und als sie müde wurde, hat sie gesagt: "So, jetzt gehen wir nach Hause, ok?"
Und vorher hat sie die Gunst der Stunde und des Chaos gelöst um sich kunstvoll mit einem Edding das Gesicht zu bemalen.
Als R. und ich uns schon damit abgefunden hatten, bis Jahresende ein Kind mit sehr vielen schwarzen Strichen im Gesicht zu haben....da stellte sich raus, dass der Edding gar nicht so wasserfest ist, wie wir dachten. Juhu. Ich denke also im September ist sie wieder hübsch rosig. Ist doch schön.

Dienstag, 19. Juli 2011

Endspurt

Am Freitag ziehen wir um.

Ich konnte R. mit viel Überredungskunst dazu bringen, dass wir uns Umzugshelfer "bestellen" und nicht unsere gebrechlichen (weil dreißig Jahre alten) Freunde bitten.
Jetzt muss ich nur noch locker flockig unseren Hausstand in paar Kartons verpacken und das ein oder andere aussortieren. Kein Problem. Wir sind ganz gut im Aussortieren. Und wir haben genug Kartons- und das ist ja das A und O beim packen.

R. aber verfällt gerade in einen sehr seltsamen Endspurt. Der Perfektionsehrgeiz hat ihn gepackt.
Es ist ja seit Wochen in dem 10.00-02.00Uhr Arbeitsmodus. Ganz schön abgenommen hat er- weil er schon immer finden, dass Essen eher langweilig ist und jetzt den ganzen Tag so beschäftigt ist, dass er auch nicht dran denkt. (Übrigens findet er, von mir bekocht zu werden ist irre unsexy- und das liegt glaube ich nicht an meinen Kochkünsten). Ich mach das jetzt trotzdem. Emsig zwinge ich ihn, sich nicht nur von einer Pizza und zwei Bananen am Tag zu ernähren.

Und jetzt, kurz vor dem Ende, fallen ihm noch 1000 Sachen ein. Er streicht Fensterbänke und schleift die alten Türen ab, um sie wieder frisch zu lackieren.
Also, die Wohnung sieht wirklich super aus. Aber ich habe ein bisschen Angst, dass R. nach dem Umzug einfach umfällt. Zumindest so einen famosen Hexenschuss, zu dem er neigt, erwarte ich.


Sagt mal- mein Kind, dass schläft seit paar Monaten nicht mehr im Schlafsack und sie geniesst es SEHR. Sie braucht das ganze 2x2m Bett und schläft in den lustigsten Positionen. Aber vor allem OHNE Decke.
Und sogar im Schlaf merkt sie sofort, wenn wir sie zudecken. Ganz böse grunzend strampelt sie sich sofort wieder frei. Sie will auch auf keinen Fall eine Schlafanzughose.
Also klar- es ist jetzt immer über 20Grad im Schlafzimmer- aber soooo heiß finde ich es auch nicht. Machen das Eure Kinder auch so?
Ich denke mir ja jetzt oft- wie haben wir sie wohl gequält- jahrelang in dem Schlafsack?


Und wir haben keine Erlaubnis für einen Holzkamin im Wohnzimmer bekommen- was mich deshalb ärgert, weil das Verbot nicht begründet wurde. Schade.

Sonntag, 17. Juli 2011

Themawechsel




Küche und Flur


Und hier das dritte Zimmer. Es wird ein bisschen das Kinderzimmer, ein bisschen zweites Wohnzimmer, ein bisschen Gästezimmer. Ma sehen. Aber jedenfalls durfte das Kind die Wandfarbe aussuchen. ;-)





Und hier noch ein kleines Vorher-Nacher aus unserem Garten. Da war ich nämlich gestern - zum ersten mal seit 4 Wochen.

Also VORHER





NACHHER



Die Tomaten sind irre hoch....ich glaube, die hätte ich irgendwie beschneiden müssen...? Wir haben sie jetzt mal "hochgebunden".
Der Kürbis fühlt sich einfach sauwohl. Der wächst wie bekloppt und schreit dabei laut: "Mir gehts gut!"
Alle Kräuter haben sich in Höhe und Breite verdreifacht.


Das Hochbeet wurde also von allen Bewohnerinnen und Bewohnern einstimmig angenommen und die "Bank" die R. da drumrum gebaut hat, ist völlig nutzlos, weil die Bewohner den gesamten Platz brauchen.
ich schreibe Posts und lösche sie wieder.

Ich würde gerne drüber schreiben, wie traurig ich bin. Wie geschockt. Wie sauer. Aber irgendwie ist es nicht der richtige Ort- oder doch?
Ich ärgere mich, dass ich dann einfach irgendwas schreibe, als ob nichts wäre. Über unsere Wohnung zum Beispiel- oder über meine dämliche Prüfungen.

Ein Freund von uns ist sehr krank. Ganz plötzlich und völlig unerwartet hat er Magen-Krebs diagnostiziert bekommen. Er ist Anfang dreißig wie wir und er hat eine kleine Tochter, die wir sehr mögen.
Seit einer Woche bekommt er nun Bestrahlung und Chemo.
Ich wünsche mir, dass der Tumor sich verpisst und er wieder gesund wird.