Mittwoch, 29. September 2010

Ich grüße meine Mama und alle die mich kennen

irgendwie habe ich, als ich mit dem bloggen begonnen habe, nicht vorgehabt, das irgendjemand zu erzählen- ausser R., (aber der hat hier noch nie gelesen.) Weil ich irgendwie nicht gewusst hätte, was ich sagen soll- und auch weil es hier hauptsählich ums Nähen gehen sollte- und das interessiert kaum jemand in meinem Freundeskreis, weil ich nicht wusste, ob ich das durchziehe- wie sich das anfühlt und weil ich das Gefühl gerne mochte, dass es hier eine eigene Welt ist.

Und irgendwie stolpern hier trotzdem immer mal wieder Menschen rein die ich aus der Realität kenne und mag.

Also- hereinspaziert.  Hier ein Teil Ola, den ihr vielleicht noch nicht kennt- aber sagt mal Piep, wenn ihr hier seid...

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Das Lernen klappt super und ich bin sooooo  erleichtert. Das schaff ich schon.

Sonntag, 26. September 2010

Ringe für große Mädchen

ich mag Ketten. Bunte, lange Ketten. Sonst mach ich mir nichts aus Schmuck.
Aber als ich heute auf dem on mir sehr geliebten und wunderschönen Blog von Lilla a ihre Knapp-ringar entdeckte- musste ich mir sofort eine eigene Kollektion zusammenstellen.

Also ich mag Ketten und Knapp-ringar.







Samstag, 25. September 2010

das Kind ist ein Schwabeldiduda

Kennt ihr die Hagenunus? Das ist ein Indianerstamm, der eine Kakaokuh besitzt, die Elsa heißt.
Die Hagenunus begrüßen sich mit einem Hagenunuruf und können schnell wie der Blitz auf ihren Pferden reiten.

Dann gibt es noch die Schwabeldidudas. Die trinken immer ganz viel Feuerwasser und essen ganz viel und schlafen dann müde am Lagerfeuer ein.

Und diese Schwabeldidudas haben nachts die Kakaokuh Elsa entführt.

Daraufhin hat der Hagenunuhäuptling die Hagenunus zusammengerufen und sie sind losgeritten um die Kuh zu befreien. Natürlich erst nachdem sie sich nach hagenunuart verabschiedet haben.
Und dann gehts los.
Zuerst über die Holzbrücke, dann durch den Wald, dann durch den Schlamm, dann alle absteigen und über den See schwimmen, trockenschütteln nicht vergessen, einen hohen Berg langsam besteigen und von oben in das Schwaeldidudadorf schauen.

Die pennen natürlich gerade ein.

Die Gelegenheit- leise ins Dorf schleichen und versuchen keinen Schwabeldiduda zu wecken.

Aber dann im Stall, freut sich Elsa so sehr, dass sie ganz laut muuuuht.

Da müssen die Hagenunus sich aber beeilen. Im Turbotempo gehts den ganzen Weg wieder zurück.
Alle werden nach Hagenunuart begrüßt, die Alten, die Kinder, die Hunde, die Katzen.

Im Hagenunudorf gibt es dann Abends eine riesen Fete mit ganz viel Kakao.

Eine Mitmachgeschichte ist das- auf die stehen ALLE Kinder, denen ich diese Geschichte jemals erzählt habe.
Und das waren echt schon 100e, weil ich jahrelang für Bamino Tours gearbeitet habe, als ich Studentin war.

Und jetzt ist das Kind auch infiziert. Den ganzen Tag singen wir das Hagenunulied und reiten durch die Gegend.
Aber gestern hat sie es zu R. gesagt: Papa, ich bin eigentlich ein Schwabeldiduda.

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Ich hatte den Auftrag, eine Schnullerkette zu nähen. Ich kenne mich mit Schnullerketten nicht so aus, weil das Kind immer in "Schnullersituationen" das Original bevorzugt hat-  aber ich hoffe sie wird der Verschenkerin gefallen und erfüllt ihren Zweck (der mir irgendwie nicht ganz klar ist- weil okay, man kettet den Schnuller an das Kind- aber ist der Schnuller dann nicht voller Dreck?)


Donnerstag, 23. September 2010

zum "schön wetter blog" hierlang

Ich habe es jetzt mal bemerkt: ich habe einen Schön-Wetter Blog. Ich schreibe wenn es mir super gut geht- und wenn es mir nicht so gut geht, dann weiß ich nicht was ich schreiben soll.
Also- nun wisst ihr es- ein Schön Wetter Blog.

Ich hatte unheimlichen inneren Lernstress in den letzten Tagen- der ist ganz plötzlich entstanden, weil ich irgendwie und unmerklich aufgehört habe zu lernen und es dann plötzlich letzte Woche bemerkt habe. Und plötzlich dachte ich, dieser riesige Brocken ist nicht mehr zu schaffen.
Mein Körper und ich, wir waren so gestresst, dass ich dann auch gleich mal eingerissene Mundwinkel, Aphten, Rückenschmerzen, steifen Nacken, Halsweh, Alpträume usw. bekommen habe.
Aber nun habe ich den perfekten Lernort angeboten bekommen und da lernt es sich wie von selbst- und ich komme zur Ruhe und habe in den letzten drei Tagen soviel geschafft, wie in den letzten zwei Monaten nicht. Dabei lerne ich nur vormittags.
Körper erholt sich auch. Alles gut.
Irgendwie werde ich alt- ich habe da früher nicht so körperlich reagiert.


Themawechsel:
Ich schaue kaum mehr fern. Nur Sandmännchen mit dem Kind- manchmal bisschen Politik mit dem Freund.
Irgendwie habe ich mich während des Sommers völlig entwöhnt und mir würde es nicht auffallen, wenn die Kiste plötzlich weg wäre. Wenn ich "nichts" mache, dann lese ich Blogs oder treib mich so im Netz rum.
Aber gestern hatte ich wieder Lust auf Greys Anatomy und habe mir im Netz die letzten Folgen der 6. Staffel angeschaut.
Das läuft dann so, ich sitze hier auf dem Sofa mit meinen riesigen Kopfhörern und weine bitterlich. R. ist dann immer ziemlich überfordert. Vor einiger Zeit hat er angefangen meinen Fuss zu streicheln: "Hallo!!!! Hör auf- du machts meine schöne Stimmung kaputt!!!!!"
Er: Ah so, aber du siehts so arm aus.
Ich: Na, das ist ja das Tolle.

Nun schaue ich also das tragische Finale und heule und heule und schniefe und halte mir die Augen zu und das Herz blebt stehen .... und dann aus dem Augenwinkel sehe ich, dass er mich anstarrt.
"Man!!!! Hör auf- du machst die schöne Stimmung kaputt" ne ehrlich- der hat keinen Sinn für einen tollen Serienabend.

Montag, 20. September 2010

Kind in die Kunst des Demonstrierens eingeweiht

Das Kind war total aufgeregt: Ich geh auf ne Demo!




Und ich hatte am Wochenende Familienebesuch und wir waren ganz lecker Essen....und ein bisschen trinken.



Jetzt räume ich mal die Bude bisschen auf (und täglich grüßt das Murmeltier) und dann setze ich mich mal wieder an die Bücher.

Donnerstag, 16. September 2010

der kultige passbildautomat

das Schwarze ist totschicker roter Nagellack auf dem Kinderfuß- ist doch logo


Hier kann man schonmal einen Nachmittag verbringen. Ich wünsche Euch viel Spass und bin gespannt auf die Ergebnisse.







Unser Kind steht vor unserem Hund, schaut ihm (also eigentlich ihr) tief in die Augen und sagt:
"Luca, sag was zu mir"

oder

"Kuck mal Luca, ich habe ein Bild gemalt, gefällt es dir?"


Der kleine Bruder auf Zeit gibt sich aber mittlerweile schon auch Mühe mit dem Sprechenlernen. Er kann schon "heiß, ja, nein, Muuh und Mama sagen" Also schon echt viel mehr als der Hund.
Wird schon langsam die Sache mit den Gesprächspartnern.

Mittwoch, 15. September 2010

Punkte und Äpfel

kalt ist es und ich nähe warmes Zeug.

Hätte ich es nach dem Nähen gebügelt, dann sähen sie auf dem Bild irgendwie hübscher aus- aber dazu reicht meine Geduld nicht- reicht schon, dass ich sie vor dem Nähen bügeln muss- die knittrigen Stoffe.



Wir haben einen super Spielplatz gefunden. Viel Platz, nicht zu voll, einen super Kaffe gibts dort und unzählige Spielmöglichkeiten. Klettern, Treppen steigen, Berge runterrennen, Steine ansehen, laufen, durch Pfützen springen....keine nervigen Eltern die fies zu ihren Kindern sind, oder noch schlimmer super fiese Erzieherinnen die total fies zu den Kitakindern sind....einfach nur Platz, Wiese, flasche Treppen, der Kaffee, die Kinder und ich- und der Hund darf sogar auch mit und im Gebüsch wühlen-  da gehen wir jetzt öfters hin. ... Mariannenplatz, am Eingang zu Bethanien. (M)ein Traum.

Montag, 13. September 2010

Vorher- nacher und Flohmarktfunde am Montag


Diese niedliche Puppenwiege hat das Kind von Freunden geschenkt bekommen.

Ich habe das Bett weiß lackiert und neue Bettwäsche genäht. Im Moment spielt eigentlich nur der kleine Bruder auf Zeit hingebungsvoll und liebevoll "Puppe ins Bett bringen"- mit Gute Nacht Küsschen und so.

Das Kind nutzt die Wiege als Schaukel- sie passt sitzend super rein und verbringt dort Stunden. Sie wiegt sich hin und her und erzählt dabei die tollsten Geschichten.



Und genäht habe ich am Wochenende auch.
Eine weitere Pinselrolle mit Innerem aus abwischbarem Wachstuch.



Zu guter letzt wollte ich noch zeigen, was ich gestern auf dem Flohmarkt gekauft habe.
Mengen an witzigem Retrostoff für 5€, Birkenstocks für 3€, selbstgenähte Hose für 2€ und das Seeligkeitsgeschenk des Kindes- eine Sandmännchenspieluhr für 5€.
Dann noch zwei Kochbücher für jeweils 1,50€- aber die haben es irgendwie nicht aufs Bild geschafft.
Was habt ihr so gekauft?



Hier schaut das Kind übrigens R. zu, der unseren Tisch weiß lackiert. Weil gestern haben wir einfach alles weiß lackiert was uns unter die Finger kam.

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ich brauche so eine Schneideplatte und einen Rollcutter? Kostet das tatsächlich 50€? Gibts das auch in preiswerter? Welche Rollcutter sind gut?
Über Antworten wäre ich überaus dankbar bis in alle Ewigkeit.

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Joggen geht ja gerade nicht, weil meine Knie so wehtun- das ist blöd, weil Joggen war gut.
Schwimmen waren wir. Das war schon okay, aber totsterbenslangweilig.
Heute machen wir mal eine Probestunde bei Schokosport. Hört sich schonmal lecker an.

Sonntag, 12. September 2010

And the winner is.....

Die Mitverloserin mit der Startnummer 9.
Liebe Silke, herzlichen Glückwunsch zu diesem einmalig wundervollen Gewinn. ;-)  Da das Ende des tollen Wochenendes ganz plötzlich kam, war die kleine Glücksfee schon im Bett und ich habe hier im Halbdunkeln feierlich die Verlosung durchgeführt.

12 von 12 - oder eher von 72 - nämlich unser langes Wochenende

Irgendwie machen wir gerade Kurzurlaub zu Hause. Und es ist herrlich.
Der kleine Bruder auf Zeit verbringt ein langes Wochenende bei seinen Großeltern und wir haben demnach "frei". Und obwohl ich mich immer wieder auf Montag und ihn freue, weiß ich auch die "Einzelkind"- Tage zu schätzen.

So waren wir am Donnerstag im Naturkundemuseum. Das Kind fand es sehr beeindruckend. Aber nach 30 Minuten war sie echt voll bis an den Rand mit Eindrücken und wir sind wieder raus. Zur U-Bahn wollte sie nicht, sie hatte Lust auf einen Spaziergang. Also haben wir beschlossen Mitte/Prenzlauer Berg ein wenig zu erkunden (ich bewege mich quasi nie aus Kreuzberg raus- so im Alltag).

Und es hat sich echt gelohnt- denn wir fanden das hier.

Super lecker und vor allem war die Yoli-Verkäuferin total nett. Schade, dass es so einen Yoli-Laden nicht in Kreuzberg gibt.

Am Ende unseres Spaziergangs sind wir bei Frau Tulpe gelandet. Ich habe ein paar Kleinigkeiten gekauft und das Kind saß während dessen geduldig im Manduca. Das war echt toll.

Am Freitag machten wir einen Familienausflug (sogar der Hund durfte mit) in den Berliner Tierpark.


Das Wetter wurde immer besser und wir waren trotzdem und glücklicher weise beinah die einzigen Besucher.

Natürlich haben auch im Tierpark die Raubkatzen Hospitalismus (und ich versteh das mit den klitzekleinen Käfigen gar nicht, weil es so viel Platz gibt im Tierpark)- aber auf jeden Fall ist der Tierpark um Längen schöner als der Berliner Zoo.

Das Kind mochte die Schweine- der Hund war begeistert von dem Wolf. Und ich mochte einfach den ganzen Ausflug- weil es wirklich schön und entspannt war.

Abends kam dann noch meine Schwester und hat dem Kind die Haare geschnitten. Sowohl R. wie auch die Schwester finden, dass das Kind nun aussieht wie Frau Merkel.... aber schließlich schneidet Udo Walz der Frau Merkel die Haare- dann ist es doch super, wenn das Kind so eine hippe Frisur hat. ;-) Mir gefällts.


Heute hingen wir im Park rum.




Und dann war das Kind bei der Freundin auf den Geburtstag eingeladen. Das traff sich gut, denn Geburtstag ist gerade bei uns großes Thema. Kind: "Du, ich habe eine gute Idee." Ich: "Ja?" Sie: "Ich habe morgen Geburtstag. Alle Kinder kommen und es gibt Kuchen, mit Schokolade, mit Himbeeren, mit Äpfeln...."

Und so sagte ich heute: "Du F. hat Geburtstag und hat uns eingeladen." Kind: "Ich habe auch Geburtstag."

Deshalb feierten wir also heute was das Zeug hielt. Und es gab auch tatsächlich himmlisch leckeren Himbeerkuchen- so wie das Kind vorhergesagt hatte. Von mir aus kann sie öfters Geburtstag haben.




Das Kind fand dass der tollste Gegenstand im Zimmer  des Geburtstagskindes der Lilly Fee Rollkoffer war. Und so durfte sie sich den Koffer ausleihen und zog ihn glücklich nach Hause.



Abends habe ich dann das hier gemacht. Was das genau ist, zeige ich heute Abend.

Das Schönste ist ja, dass heute immer noch Wochenende ist. Jetzt geh ich gleich mal auf den Flohmarkt.


Die Anderen!

Donnerstag, 9. September 2010

Irgendwas stimmt nicht mit mir...

Irgendwas stimmt offensichtlich nicht mit mir....anders kann ich mir meine Sortierlust nicht erklären. Ein völlig neuer Wesenszug von mir und bisschen unheimlich. (R. ist auch ziemlich geschockt).

Mit dem Kind heute gleich nach dem Aufstehen aus der großen lustigen bunten Knopfkiste, das hier gemacht. (Das Kind fand es sehr toll- ich glaube solch eine Beschäftigung kommt einer  2 Jährigen  mit gewöhnlichem altersentsprechendem Sortierzwang sehr entgegen)



Aber als ich dann- ausgelöst durch die Suche nach unseren TAN-Nummern auch noch aus diesem Bücherregal


sowas gemacht habe


da war es mir selbst ein wenig unheimlich. Und nun sitze ich hier auf dem Sofa und schaue auf  das Bücherregal und überlege, dass wir als nächstes noch ein weißes und ein blaues Buch kaufen könnten- auf keinen Fall ein schwarzes.....
das ist doch unheimlich sowas.

Was aber ziemlich normal und gewöhnlich ist, ist die Tatsache, dass ich zwar Bücherregal und Nähtisch echt super aufgeräumt habe- die paar Stoffe die hier im Wohnzimmer rumlagen aber irgendwie ausser acht gelassen hab.

Und so kann es ja irgendwie nicht bleiben.


Ideen? Platz ist hier plötzlich keiner mehr. Aber behalten muss ich sie unbedingt.
Ich überlege irgendwelche netten Kisten zu besorgen und die Stoffe darin (selbstverständlich farblich sortiert) zu lagern. Und die Kisten stelle ich dann einfach auf den Boden.
Oder ich lass es einfach so liegen- als Farbtupfer  ;-)

Mittwoch, 8. September 2010

Verlosung

Dies ist der 100. Beitrag in meinem Blog.
Und irgendwann ganz bald wird auch den 10.000. Besucher reinstolpern.
Ich freu mich darüber und deshalb möchte ich Euch was schenken.

Eine der obligatorischen Urlaubstätigkeiten von R. und mir ist ein Ausflug zum Supermarkt. Da schlendern wir durch die Gänge und bewundern die tollen Verpackungen und kaufen Sachen, die wir spannend finden.

Hier in Kreuzberg kann man das auch machen- und zwar in einem der zahlreichen tollen türkischen Supermärkte.


Also bin ich so durchgeschlendert und habe alles in den Korb getan, was mich irgendwie angesprochen hat.




 Ich hatte auch noch eine lustige Süßigkeit gekauft. So witzige Puschel- die geschmeckt haben wie Zuckerwatte aus Sesam. Aber die musste ich leider dann gleich alleine essen- und zwar alle- bis mir echt ganz schlecht war.
Aber die kaufe ich dann noch nach- die müssen unbedingt in das Packet- die waren einfach zu witzig.





Also, wer Lust auf ein türkisches Fresspacket und einen selbstgenähten Glückskeks hat, der hinterlasse ein Kommentar- wir losen dann am Wochenende.

Dienstag, 7. September 2010

Wünsche ans Universum

irgendwo habe ich mal gelesen, dass man sich immer Sachen wünscht, die ungefähr zwei Punkte über dem liegen, was man gerade hat bzw. wie man lebt. (Wobei mir das Punktesystem jetzt auch nicht völlig schlüssig ist- also wieviel Punkte ich gerade habe- keine Ahnung *g*)

Das könnte stimmen. Als ich in der Schwangerschaft wild kotzend monatelang im Krankenhausbett lag, da habe ich mir nur gewünscht, dass die Übelkeit aufhört. Ich habe mir manchmal vorgestellt, wie toll es wäre, aufzustehen, zu duschen, sich anzuziehen und in die Uni-Bib. zu gehen um dort für die Abschlussprüfungen zu lernen.

Zur Zeit ist das Lernen für genau diese Prüfungen ungefähr das letzte wozu ich Lust habe, wenn ich morgens aufstehe.

Aber hier mal eine aktuelle Wunschliste ans Universum. Wenn ich das hätte, dann wäre ich wunschlos glücklich:


-ich will das Studium endlich abschließen- (am liebsten ohne diese Prüfungen noch machen zu müssen. Bald ist Oktober- da kommt meine Prüferin aus ihrer Elternzeit wieder und die Prüfungszeit beginnt. puuh.)

-endlich mal eine 3 Zimmer Wohnung hier in der Gegend finden. Altbau soll es sein und bezahlbar. (700Eur/warm). Das ist wirklich krass mit den Kreuzberger Mieten....  vor uns liegt ein weiterer Winter auf 54qm, mit einer sauhohen Heiznachzahlung. Ah mensch.

-eine Nähmaschine die ein bisschen mehr kann als die dauergeliehene und treue Pfaff 1222. Sie soll paar Zierstiche nähen aber genauso zuverlässig sein- und vor allem soll sie meine sein und jemand nettes soll sie mir eines Tages vor die Tür stellen- weil irgendwie schaff ich es nicht unser weniges Erspartes da reinzuinvestieren.

- die Pfunde die ich letztes Jahr plötzlich so angefressen habe sollen wieder verschwinden. (und da gibt es ja das ausgeklügelte Sportprogramm, der Freundin und mir- und wir waren so gut, so diszipliniert, so ausdauernd und so selbstzufrieden- aber plötzlich tun meine Knie so weh beim Joggen. Gestern haben wir nach 3/4 der Strecke abgebrochen und ich bin so wütend. Jetzt versuchen wir es erstmal eine Zeit mit anderem Sport. Aquajogging oder so ein knieschonender Scheiß, Pilates, Yoga...)

Das wars auch schon. Sonst bin ich uneingeschränkt und wunschlos glücklich- weil eigentlich ist alles ganz toll und uns fliegt zur Zeit alles nur so zu- und das Kind ist da und so toll und gesund-

alles ist gut.
Also die Wünsche sind nicht so wahnsinnig dringend.

Montag, 6. September 2010

Flohmarkfunde am Sonntag


Da das Kind gerade anfängt Mittagsschlaf ausfallen zu lassen- was den Vorteil hat, dass sie um 19Uhr ins Bett will und sofort einpennt- was den Nachteil hat, dass sie um 6:30Uhr wieder aufstehen will- bin ich gestern sehr pünktlich auf dem Flohmarkt gewesen. Viele Leute waren erst dabei ihre Stände auszupacken- und das ist ja nunmal die beste Zeit.
Gekauft habe ich ein grünes Auto für das Kind (50cent).
Traumhafte Schuhe (9Eur)- für meine kleine Schwester (die hat so Prinzessinenfüsse in Größe 37) - die Schuhe sind wie für sie gemacht.
Zwei Stempelsets (jeweils 1Eur).
Und eine Kassettenbox (50cent)- die ich aber gleich heute Nachmittag auf die Strasse stellen muss- weil R. hat gesagt- die geht gar nicht.
Dann noch ein bisschen Stoff (3Eur) und einen Wollpullover (6€ur) für mich, Traumgummistiefel für den Frosch (7€)... ein guter Flohmarkttag.
Gibt es in Berlin eigentlich neben Mauerpark und Ankonaplatz (so sieht nämlich mein Sonntagvormittag aus) noch andere nette Flohmärkte? Auf dem Boxhagener Platz sind so viele Händler, find ich- ich freue mich über Märkte mit vielen Klamotten, Stoffen und Kindersachen. Habt ihr Tipps?


Was habt ihr so am Wochenende auf dem Flohmarkt gekauft?


Den Nachmittag haben wir übrigens komplett draussen in der Sonne verbracht und kamen alle ganz glücklich, fertig und gut durchgelüftet heim. Perfekter Sonntag.

Samstag, 4. September 2010

Sexueller Missbrauch II

Vor einigen Wochen, habe ich schon einen Post zu sexuellem Missbrauch an Kindern reingestellt.
Ich wurde seit dem öfters gebeten noch etwas darüber zu schreiben, was ich heute mal machen möchte.
Wie schon geschrieben, habe ich mich mit Prävention durch Bilderbücher beschäftigt und am Ende meiner Arbeit festgestellt, dass es da wirklich viel Mist gibt.
Natürlich kann ich hier eine Liste von "sinnvollen" und "schrottigen" Bilderbücher reinstellen (das mache ich auch gerne bald), aber ich finde, es ist wichtiger, Euch ein Gefühl dafür zu geben es selbst beurteilen zu können.
Wie schon beim letzten mal ist es diesmal auch so, dass ich der lesefreundlichkeitshalber keine Fußnoten benutze- . Wen es interessiert, dem reiche ich die Belege gerne nach.


Also, heute will ich was über Prävention schreiben.
Es gibt Täter und Täterinnenprävention, die total wichtig ist und in die leider viel zu wenig Geld investiert wird.
Es gibt in Berlin ein Projekt "Kein Täter werden" das mit Tätern und mit potentiellen Tätern zusammenarbeitet. Die Wartelisten hierfür sind sehr lang- das heißt es gibt viele Menschen die sich gerne helfen lassen würden, aber keine Gelegenheit dazu bekommen.


Ich beschäftige mich  hauptsächlich mit Opferprävention.
Bei Prävention unterscheidet man zwischen drei Formen.
-Primärprävention - also hier, die Verhinderung des Missbrauchs.
-Sekundärprävention - das möglichst frühzeitige Aufdecken und Unterbrechen des Missbrauchs.
-Tertiärprävention - das Ziel ist, Folgeschäden die durch den sexuellen Missbrauch entstanden sind zu lindern.


Es gibt passende Bilderbücher für jede der drei Präventionsformen. Man sollte sich also bei der Auswahl des Buches bewusst darüber sein, dass es da Unterschiede gibt und was man  eigentlich sucht.

Inhaltlich möchte ich hier vor allem auf Primärprävention eingehen. Ich bin Erziehungswissenschaftlerin und keine Psychologin.
Man unterscheidet heute bei der Primärprävention von sexuellem Missbrauch an Kindern zwischen dem traditionellen (also veralteten) Präventionsmodell und dem modernen (also dem "überarbeiteten und überdachtem" Präventionsmodell).

Das traditionelle Präventionsmodell ist das, was wir wohl alle kennen. Was es schon in unserer Kindheit gab und was die meisten Eltern einfach heute noch "nutzen".
Diese Prävention arbeitet mit Abschreckung. Es ist eine Art Verbots- und Gebotsprävention die mit Risikovermeidungsstrategien arbeitet.
"Nimm keine Süßigkeiten von Fremden an", "Geh nicht mit Fremden mit", "Geh nicht durch den Wald", "Sei zu Hause, bevor es dunkel wird".
Diese "Warnungen" verunsichern Kinder, da sie meistens nicht darüber informiert werden, warum sie sich vor den fremden Männern in acht nehmen müssen.
Doof ist es aber vor allem auch, weil diese Warnungen suggerieren, dass man demzufolge allen Erwachsenen die man kennt vertrauen kann.
Die traditionelle Prävention vermittelt also einfach falsche Infos, übt Kontrolle aus, erzeugt Abhängigkeiten, ruft Verwirrung und Angst hervor.
Besonders schwierig daran ist, dass die Verbote indirekt die Verantwortung für den eigenen Schutz alleine den Kindern übertragen.
Das heißt, die Überlegenheit der Täter und Täterinnen gegenüber den Kindern wird verkannt und den Kindern wird suggeriert, dass sie durch irgendein Verhalten einen sexuellen Übergriff abwehren könnten.
Natürlich ist da auch nicht alles falsch dran. Aber es ist wichtig, dass man nicht in dieser Art von Prävention stecken bleibt.


Moderne Prävention zielt darauf, die Kinder selbstständig in ihrer Beurteilung von Situationen zu machen und das Selbstvertrauen so zu stärken, so dass Kinder sich trauen sich aus Situationen herauszubewegen, wenn sie ihnen suspekt erscheinen.
Denn- so in Kurzversion: Gegen die Täter, die Kinder auf der Straße abgreifen, kann das Kind sich eigentlich überhaupt nicht wehren, da die Erwachsenen viel stärker sind als ihre Opfer.
Die allermeisten Täter (über 90%) sind aber dem Kind schon lange vor der Tat bekannt und der Missbrauch erfolgt oft schleichend. Die Kinder sollten also eher für diese Situationen gerüstet sein.

Moderne präventive Arbeit ist also integriert in eine allgemeine identitätsstärkende Erziehung- sie stellt also gar nicht beharrlich die Gefahr des sexuellen Missbrauchs in den Mittelpunkt, sondern besteht einfach aus dem Alltag der Kinder.
Ich zähle Euch jetzt mal die wichtigsten Präventionsziele auf- aber mir ist wichtig an dieser Stelle nochmal zu sagen, dass Prävention die sie ausschließlich an die potentiellen Opfer richtet, nur begrenzt tauglich ist.


Also sinnvolle Präventionsziele von sexuellem Missbrauch an Kindern sollten sein:


1. Stärkung der Intuition
In der Analyse von TäterInnenstrategien wird deutlich, dass TäterInnen ihre Opfer meistens manipulieren und versuchen, ihnen eine falsche Einschätzung der Situation aufzudrängen. TäterInnen, denen es gelingt, die kindlichen Gefühle umzudeuten und zu verwirren, haben es leichter, das Opfer unter Druck zu setzen.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Kinder lernen, ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen. Kindern, die es gewohnt sind, dass ihre Gefühle respektiert werden, die sich in ihren Gefühlen gar bestärkt wissen, fällt es leichter, die verwirrende Situation der Manipulation seitens des/der TäterIn zu verlassen.
Kinder, die gelernt haben, auf ihre Gefühle zu vertrauen, besitzen auch die Fähigkeit, angenehme von unangenehmen Berührungen zu unterscheiden.
Da TäterInnen den Übergriff oft planvoll aufbauen, ist der Übergang von verwirrenden Grenzüberschreitungen zum Missbrauch oft fließend und für Kinder nur schwer zu durchschauen.
Deshalb sollten Kinder ,komische’ Berührungen, wie sie TäterInnen in der Annährungsphase einsetzen, erkennen und den dadurch ausgelösten Irritationen vertrauen. Dies würde im besten Fall bedeuten, dass sich das potentielle Opfer der Situation schon zu Beginn entzieht und so die TäterInnenstrategien durchkreuzt.
Zu diesem Zweck ist es notwendig, die Kinder nicht mit diffusen Erklärungen schonen zu wollen, sondern Berührungen und sexuelle Handlungen deutlich zu benennen. Dabei sollten Begriffe zur Sprache kommen, die den Kindern vertraut sind. Das meint jedoch nicht, dass im Detail über sexuelle Handlungen zu sprechen wäre, da dies Kinder überforderte.
Und das fängt schon im Kleinen an: "ah komm, das hat gar nicht wehgetan" oder "doch, dass schmeckt gut" oder "es ist nicht zu warm, es ist kalt" oder "da brauchst du doch keine Angst zu haben" oder oder oder... oft sind die Eltern emsig damit beschäftigt, die Empfindungen ihrer Kinder nicht zu stärken sondern den Kindern das Gefühl zu geben, sie könnten Situationen nicht richtig einschätzen.
Ich glaube überhaupt ist das das zentralste Ziel bei der Eltern-Kind Beziehung überhaupt und auch bei der Prävention zu sexuellem Missbrauch. Das Kind zu stärken. Es soll seinem Bauchgefühl trauen können dürfen. Dass das nicht der einfachste Weg ist im Zusammenleben mit Kindern mag für sich für viele Eltern so anfühlen- aber dann sollten die Eltern mal ein bisschen darüber nachdenken.


2. "Gute" und "schlechte" Geheimnisse
Ein Punkt, bei dem die Intuition der Kinder besonders gefordert ist, ist die Fähigkeit zur Unterscheidung von so genannten ,guten’ und so genannten ,schlechten’ Geheimnissen. Viele TäterInnen bezeichnen den sexuellen Missbrauch vor ihrem Opfer als Geheimnis, um so das betroffene Kind unter Druck zu setzen. Da Geheimnisse für sich zu behalten als Zeichen von Reife gilt, können so die Opfer daran gehindert werden, sich Hilfe zu holen.
Aus diesem Grund sollte man Kindern den Unterschied zwischen ,guten’ und ,schlechten’ Geheimnissen beibringen. So sind Geheimnisse, die positive Gefühle auslösen, wie beispielsweise eine Überraschung oder ein Geschenk ‚gute’ Geheimnisse, die man für sich behalten darf. Geheimnisse jedoch, die mit Drohungen verbunden sind und negative Gefühle verursachen, sind ‚schlechte’ Geheimnisse und sollten weitererzählt werden.
Bereits Vorschulkindern Erlebnismöglichkeiten zu bieten, in denen sie den Unterschied zwischen ‚guten’ und ‚schlechten’ Geheimnissen erlernen können, ist ein unerlässliches Präventionsziel.
 
3. Widerstand und Ungehorsam
Aus dem Präventionsziel des Vertrauens auf die eigenen Gefühle folgt das Ziel, Kinder zum Widerstand und Ungehorsam zu ermutigen.
Bei den Strategien der TäterInnen, vor allem bei denjenigen, die aus dem sozialen Nahraum der Kinder stammen, finden so genannte ‚Testrituale’ statt, mittels derer ergründet werden soll, wie selbstsicher ein Kind ist und wie weit der/die TäterIn gehen kann. Zudem verlangen TäterInnen häufig von ihren Opfern Gehorsam, indem sie ihre überlegene Stellung als Erwachsene nutzen.
Kinder erleben täglich, mit welcher Selbstverständlichkeit Verwandte oder Bekannte ihrem eigenen Bedürfnis nach Körperlichkeit Ausdruck verleihen, ohne auf entsprechende Signale der Kinder zu achten. Für Kinder scheinen andere Regeln zu gelten als für Erwachsene. Gerade dort, wo Kinder geschützte Räume erleben sollten – in der eigenen Familie oder im nahen sozialen Umfeld – geschehen die meisten Übergriffe. Es reicht nicht aus, den Kindern immer wieder zu sagen, dass sie zu unangenehmen Berührungen ,Nein’ sagen dürfen. Kinder sollten die Möglichkeit haben, dieses ,Nein’ als Ausdruck für eine Vielfalt von Widerstandsformen, die es zu erwerben gilt, auch in vertrauten Beziehungen einzuüben und bestätigt zu wissen
In der Konsequenz erfordert dies für beide Seiten, sich Grenzverletzung zu stellen und sich beispielsweise zu entschuldigen, damit so deutlich wird, dass Verantwortung trägt, wer Grenzen verletzt. Kinder haben das Recht der Selbstbestimmung über den eigenen Körper, das Recht, Zärtlichkeiten anzunehmen oder zurückzuweisen. Als Maß zählt hier einzig die Wahrnehmung des Kindes und nicht die der Erwachsenen. Aber Situationen, in denen Kinder sich gegen Umarmungen, Liebkosungen und Küsse wehren, werden meist von Erwachsenen belächelt. „Manchmal führt die negative Reaktion des Kindes sogar zu Ungehaltenheit über die Abwehr.“ Notwendig wäre stattdessen eine bewusste Unterstützung der gelegentlichen Abwehr der Kinder, auch wenn es sich um scheinbar harmlose Situationen, wie den Kuss einer Tante, handelt.
Und in der Praxis bedeutet dass, dass mein Kind  z.B. niemandem die Hand zur Begrüßung geben muss, wenn es das nicht will. Nicht weil ich denke, dass „Handgeben“ etwas intimes ist, sondern, weil es eine gute Übung ist. Und auch, weil ich es wichtig finde, dass sie das für sich entscheiden darf.
Wir üben das alles ständig. Das Kind will gekitzelt werden, das mach ich- aber sobald das Kind sagt: „Aufhören!“ Höre ich auch auf. Einfach um es ganz selbstverständlich werden zu lassen, dass das Kind total über einen Körper entscheiden darf. Ich sage auch manchmal: „Hast du Lust mir einen Kuss zu geben?“ Und das Kind hat oft Lust- aber wenn es mal keine hat, würde ich nie sagen: „oooh- jetzt bin ich aber traurig“ Auch nicht zum Spass. Wegen dem Üben halt ;-) Ich muss das übrigens genauso üben. Mir fällt es selbst schwer in bestimmten Situationen "Nein" zu sagen- also das Kind zu unterstützen. Unsere Nachbarn z.B. kennen und mögen das Kind schon lange. Immer wenn Sie uns treffen halten wir ein Schwätzchen. Ich merke in letzter Zeit, dass das Kind zwar irgendwie diese Begegnungen geniest- aber sich auch davor fürchtet. Ihr wird im Gesicht rumgestreichelt, über den Kopf getätschelt- alles total lieb gemeint- aber ich merke, dass ihr diese Berührungen unheimlich sind- und irgendwie schaffe ich es trotzdem nicht mal nett zu sagen, dass sie das lassen sollen. Wir üben...

Edit vom 6.09: Und ich finde, dazu gehört auch, dass das Kind in anderen Situationen klar "Nein" sagen kann und wir das versuchen so oft wie möglich zu respektieren. Und ich würde auch nie soetwas sagen wie: "Aber ich bin der Erwachsene und du das Kind, und das ist der Grund, weshalb ich das jetzt bestimmen darf." Dann erklär ich lieber und rede mir den Mund fusselig-


4. Unterstützung
Ein Kind, das in der Situation des Missbrauchs den Mut aufbringt, sich einem Erwachsenen oder dem eigenen Umfeld gegenüber zu offenbaren, erfährt häufig negative Reaktionen. Dies geschieht in Form von Schuldzuweisungen, vor allem aber dadurch, dass man ihm keinen Glauben schenkt. Und auch die TäterInnen bauen darauf auf, dass einem Kind niemand glauben wird.


5. Sexualerziehung
Gerät Sexualität zu einem Tabuthema, wird ein zentrales Moment präventiver Konzepte sabotiert: Ein Kind kann nur dann einen Erwachsenen um Hilfe bitten, wenn es spürt, dass es darüber reden darf. Dabei ist es wichtig, dass Kinder schon frühzeitig über einen Wortschatz verfügen, mit dem sie Geschlechtsorgane benennen können.
Die Annahme, dass ein Kind möglicherweise mehrere Erwachsene um Hilfe bitten muss, bevor ihm geglaubt wird, spiegelt in der Tat die Realität dessen wider, was die Opfer sexuellen Missbrauchs häufig erleben. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dem Kind zu vermitteln, dass es sich bei mehreren Menschen Hilfe holen darf und soll: „Sie brauchen die stetige Zusicherung, dass sie mit dem, was sie erlebt haben, ernst genommen werden.“
Ein weiterer Grund, weshalb sich manche Kinder nicht ihren Eltern bzw. Bezugspersonen anvertrauen, ist, dass sie befürchten, diese zu überfordern. Sie ahnen, dass Mutter oder Vater bzw. ErzieherIn diesem schweren Problem möglicherweise nicht gewachsen sind.
Für meine zweijährige Tochter heißt es: sie kennt ihre Scheide, weiß wo der Po ist,  kennt  den Penis von R. - sie hat das alles schon gesehen und sie stellt uns  Fragen darüber. Dass es wehtun kann wenn man was in die Scheide steckt, oder wenn man am Penis zieht- darüber haben wir  geredet.
Andere Sexualaufklärungen kommen dann nach und nach.

 
5. Kinder haben niemals Schuld
Kinder haben niemals Schuld an sexuellem Missbrauch. Auch wenn sie Geschenke angenommen haben oder angeblich die/den TäterIn ,provoziert’ haben. Die volle Schuld liegt stets bei der/dem TäterIn. Eine wesentliche TäterInnenstrategie besteht darin, Schuld und Verantwortung für die Tat den Kindern aufzubürden, um sich selbst vor Strafverfolgung zu schützen. Kinder, die sich schuldig fühlen, schweigen eher über das Erlebte. Eine Ursache für Schuldgefühle kann beispielsweise darin liegen, dass das Kind sich für den ,Familienunfrieden’ verantwortlich fühlt, der aufgrund von Gegenwehr gegen den Missbrauch entstehen könnte.





Also, eins kann ich schonmal sagen: ALLE Bilderbücher zu sexuellem Missbrauch, in deren Titel: "Fremder" vorkommt (und das sind ca. 70%) können in den Müll. Da gibt es ganz besonders schreckliche und auch nur ziemlich schlimme.
Und alle Bilderbücher die mit "Pass auf" oder "Vorsicht" anfangen (20%) können hinterher.

Richtig gut finde ich zur Primärprävention Bilderbücher, die den Körper zeigen und/oder schöne und blöde Gefühle thematisieren.

Da kann man nicht viel falsch machen- aber viel richtig.

Über die Bücher die explizit den Missbrauch thematisieren schreibe ich bald.


Es ist  nur eine gekürzte Fassung- der Text wirft wahrscheinlich mehr Fragen auf als er Antworten gibt- aber ich glaube, dass ein solcher Blogeintrag auch nur als Denkanstoß dienen kann.

Donnerstag, 2. September 2010

Die Geburt

Das Kind ist groß. Zwei Jahre und fast zwei Monate alt. Und das zeigt sich darin, dass sie Geschichten aus ihrer frühen Kindheit hören will. "Als ich ein klitzekleines Baby war....".

Also haben wir uns gestern im Bett aneinander gekuschelt und ich habe erzählt: " Als du ein klitzekleines Baby warst, hast du in meinem Bauch gewohnt- der war damals soooooo groß und du bist dort im Fruchtwasser geschwommen. (auf dem Bild ist das Kind 25 Wochen im Bauch)

Dann als du groß genug warst und raus wolltest sind wir ins Geburtshaus gefahren. Da war eine Hebamme und die hat dir geholfen aus dem Bauch zu schlüpfen".
Das Kind: "ja, durch einen langen Tunnel und durch ein ganz kleines Loch."
Ich: *schluck* Ich meine, okay, dass sie dabei war weiß ich schon....und ich meine- ist ja auch noch nicht so lange her.....
Ich habe mir auch überlegt, ob es einfach schlüssig ist, dass man aus dem Bauch durch einen Tunnel kommt....mhm. Ich weiß nicht.

Jedenfalls weiß sie bescheid. Und ich hatte Gänsehaut- meint ihr Sie erinnert sich?

Dann hat sie mir noch erzählt: "Und dann habe ich so gekuckt und gedacht: Oh Du bist aber schick- oh R. der ist aber schick" (Das würde allerdings dagegen sprechen, dass sie sich erinnert, weil nach 36 Stunden Wehen und Geburt war ich eigentlich nicht mehr so richtig schick).


Übrigens findet das Kind gerade "Trösten" total spannend. Dauern tun sich ihre Puppe, die Bauchklötze, die Autos, die Schuhe weh und R. und ich müssen sie in gekonnter Elternweise trösten.
Und das Kind selbst bekommt plötzlich schlimme Krankheiten und wird natürlich auch getröstet: Fieber im Auge, Fieber im Fuss, Fieber im Ohr, die Haare tun weh...das gibts schon ne Menge grausiger Sachen.


Und ansonsten wollte ich noch sagen, dass obwohl ich nichts mehr über Sport schreibe,
dass nicht bedeutet dass ich keinen treibe.
Die Freundin und ich haben uns jetzt mal auf joggen spezialisiert - immer besser werden wir und sind super zufrieden mit uns.