Dienstag, 18. Januar 2011

man kennt mich

voller Stolz darf ich verkünden, dass ich so fleißig gelernt habe in der Bibliothek, dass man mich beim NACHNamen kennt. Man kann ihn in der Bibliothek aussprechen und schreiben. Und das ist schon der absolute Wahnsinn kann ich denjenigen versichern, die nicht wissen wie ich mit Nachnamen heiße.
Immer immer muss ich ihn Buchstabieren und er wird zu 99%Prozent falsch ausgesprochen. Ich würde ja R. heiraten um einen gewöhnlichen Allerweltsnamen zu bekommen- wobei R. jetzt auch nicht mit einem wunderschönen Nachnamen gesegnet ist...aber zumindest mit einem gewöhnlichen. Allerdings sind in seinem Nachnamen so viele R.s (in seinem Vornamen ja nun leider auch)- und ich sage nicht so gerne "R". Ich kann es auch nicht gut.

Er wird übrigens immer nur gefragt: "ist das der Nachname oder der Vorname?"....aber dieses Problem hätte ich ja glücklicherweise nicht.

Als das Kind in meinem Bauch wohnte stritten R. und ich uns darum, welchen Nachnamen sie bekommen sollte. Ich wollte dass sie so heißt wie er. Er wollte, dass sie so heißt wie ich.

Wir haben dann im Geburtshaus eine Münze geworfen. Ich habe gewonnen und nun heißt sie wie er...also nur mit Nachnamen.

Wie gesagt sage ich nicht gerne "R".
Ich war 5,5 Jahre alt als wir nach Deutschland zogen und deutsch zu lernen fiel mir leicht. Nur das "R" wollte nicht so recht.
Meistens werde ich gefragt, ob ich aus Bayern stamme. *räusper* NEIN!
Ich versuche es also nicht so zu rollen und heraus kommt ein seltsamer Laut- den irgendwie niemand versteht.

Die meisten Probleme mit meiner Aussprache haben Bäckereiverkäuferinnen. Echt- egal bei welchem Bäcker ich bisher war, immer hatte ich am Ende zwei Brötchen in der Tüte und nicht drei. Besonders zu der Zeit, als ich in einer 3er WG gewohnt habe, war es ziemlich lästig.
Ich habe mir verschiedenste Strategien ausgedacht um an das dritte Brötchen zu kommen.

Strategie I:
-Ich zeige es mit den Fingern und versuche es sehr langsam und deutlich auszusprechen. Das ist mühsam, dämlich und führt auch nicht immer zum Erfolg.

Strategie II:
-"Ich hätte gerne zwei Brötchen.....ah- packen sie mir noch eins ein".


Einmal klingelte in unserer WG das Telefon und eine Freundin meiner Mitbewohnerin war dran.
"Nein, sie ist nicht da. Soll sie dich zurückrufen?" fragte ich sehr nett.
"Was soll sie?"
Ich: "dich zurückrufen?"
"was, zurückschufen?"

Ich meine, jetzt ernsthaft. Selbst wenn ich gesagt hätte: "Nein, sie ist nicht da. Soll sie dich zurückschlumpfen?" hätte das doch ein halbwegs mitdenkender Mensch verstehen müssen.

Na ja, Freunde behaupten übrigens, dass man mich hervorragend versteht. Ich weiß auch nicht. Ich kaufe jetzt immer 5 Brötchen, weil hier in Berlin muss man ja noch zu allem Übel "Schrippen" sagen, und das Wort ist ähnlich unaussprechlich, wie der Nachname von R.

6 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

hach ist das genial, ich lache....sorry!!!
aber ähnlich ergeht es mir auch immer, und erst JETZT blicke ich durch, warum ich nur 2 anstatt 2 bekomme!!! von wo kamst du denn damals?
ich als österreicherin werde hier oftmals als bayrisch angesehen...

viele grüße
sylvie

Unknown hat gesagt…

ich meinte natürlich 2 anstatt 3...du meine güte...

Anonym hat gesagt…

oh das habe ich auch! erstaunlich... ganz besonders auffällig ist es aber wenn ich in einer anderen sprache spreche, englisch oder spanisch...da oute ich mich immer sofort. das allertollste dabei ist: meine mutter ist logopädin! also weiter rrrrrrrrrr..... lg. mamarella

ELA hat gesagt…

süße geschichte, danke, dass du mich heute zum lachen gebracht hast!

Christiane Jordan hat gesagt…

Jaja das 'R' und dein Nachname ist wirklich nicht einfach.. musste beim schreiben 3-mal hinschauen, ob es auch so richtig ist...
Lieben Gruß
--Christiane

Kaffiknopf hat gesagt…

hihi! die berliner bäckerinnen sind aber auch speziell! durch die bank weg! da kann man glück haben wenn man überhaupt bedient wird und nicht entnervt mit "watt wolln se denn?" empfangen wird ...