Dienstag, 3. April 2012

Heute haben wir uns eine Kita angesehen. Ein bekannter größerer Träger, der einen sehr guten Ruf hat in Berlin.
Noch vor einem Jahr hätte ich alles völlig absurd gefunden.
Zum Beispiel, dass man sich da mit der Leiterin unterhält, aber die Erzieherinnen nicht kennenlernt.......oder dass in der Kita insgesamt über 100 Kinder betreut werden......oder dass es eine große Gruppe von 40 Kindern gibt, für die nur 4 Erzieherinnen zuständig sind. Das alles hätte uns vor einem Jahr milde Lächeln lassen.

Und heute....ja, der Eindruck ist gut. Die Räume sind hübsch, hell, es gibt tolles Spielzeug für Freispiel, Montessorimaterial habe ich gesehen, es gibt einen großen Garten in den die Kinder immer dürfen, einen Bewegungsraum, ein Kunstatelier.....die 4 Erzieherinnen sehen auf dem Foto nett aus. Sie haben keine glänzenden langen Fingernägel...oder solche auffälligen Dinge.....alles ist transparent, hat alles Hand und Fuß was uns erzählt wurde. Madita war ganz begeistert.

Ich habe ein echt gutes Gefühl. Leich wehmütig, denn sicher kann man morgens nicht einfach bleiben und ein bisschen mitspielen, das Kind wird wahrscheinlich nicht alle Eltern der anderen Kinder mit Vornamen kennen und mit einer Umarmung begrüßen, man wird wohl nicht auf Elternabenden darüber stundenlang diskutieren was genau die Kinder zum Frühstück bekommen (wobei.....das vermisse ich nicht....schätzungsweise), es gibt bestimmt viele Regeln, usw. ABER, diese Kita wird in einem Jahr noch da sein, die Erzieherinnen können sich auf die Kinder konzentrieren und müssen nicht 1000 Sachen nebenei machen, es wird Material gekauft werden, es gibt Kontrolle und Transparenz, es kann nicht einfach jeder in die Kita reinspazieren, ich muss nicht das Mittagessen kochen und vorbeibringen, es wird nicht heute beschlossen, dass nächste Woche 4 Tage zu sein wird, usw. Ich finde immer noch, dass es pädagogisch sinnvoll ist, wenn die Eltern am Kitaalltag aktiv teilnehmen, ich finde es ist schön, wenn die Gruppe klein ist, ich finde familiär auch gut, aber das Kind wird noch 2 Jahre in die Kita gehen, bevor sie in die Schule kommt. Ich will einfach, dass sie jetzt einen Platz hat, wo sie bleiben kann, wo sie Freundschaften schließen kann, keine Experimente mehr an ihr......noch ist nichts entschieden....aber auf jeden Fall war das ein ganz guter Tag für uns.

3 Kommentare:

FadenFräulein hat gesagt…

Puh hört sich aber auch nach einer Entscheidung die dir nicht leicht gefallen ist. Trotzdem kann ich deine Beweggründe die du beschrieben hast auch verstehen.
Ich bin sozusagen von der anderen Seite... =) Bin Erzieherin.
Hübscher Name übrigens für euer Kind, gefällt mir ausgesprochen gut.

Liebe Grüße FadenFräulein

Anonym hat gesagt…

Unser Sohn geht seit anderthalb Jahren in den Kindergarten um die Ecke. Es ist keine innovative Einrichtung, die ein besonders pädagogisches Konzept hat, aber er geht gerne hin und wir genießen den kurzen Weg!
Nachmittags und am Wochenende haben wir genügend Zeit für die Dinge, die uns wichtig sind.
Unsere Tage sind entspannt und vor allem auch jeder Morgen!
Ich wünsche, dass sich bei euch alles normalisiert und dass ihr wieder zu Kräften kommt.
Viele Grüße von einer stillen Leserin,
Kathrin

mausekind hat gesagt…

wir haben uns ja auch gegen besoners tolles konzept etc und für den dorfkindergarten nebenan entschieden und greta liebt es, den verwurzelten kontakt und den kurzen weg...war mir erst nicht sicher aber ich bin nun vollkommen überzeugt dass es so das allerbeste für uns ist. ich drücke euch die daumen.