Donnerstag, 3. Mai 2012

Freie Tage

Kind und ich waren für einige Tage bei meinen Eltern. Das war total schön. Ich will echt irgendwann mal raus aus dieser stinkenden und vollen Berlinstadt. Das Kind ist nacktfüssig über jede Wiese gerannt, die uns in die Quere gekommen ist.

Seit gestern sind wir wieder zu Hause. Auch schön....aber irgendwie ist mir die Stadt gerade echt über.









Dienstag, 24. April 2012

Experimentierwerkstatt: Zucker färben und Haare schneiden





Aus Lebensmittelfarben (zum Beispiel Eierfarben) lassen sich wirklich spannende Dinge machen. Lieblingsbeschäftigung der letzten Tage war das Einfärben von Zuckerwürfeln. Da sitzt das Kind eine Stunde am Küchentisch und färbt den ein oder anderen Würfel ein. Schaut zu wie die Farben sich vermischen, wie der Würfel die Flüssigkeit aufsaugt und sich dann nach und nach auflöst. Total meditativ.
Da wir schon dabei waren, haben wir auch noch einige Nudeln eingefärbt um sie dann aufzufädeln. 



Hier übrigens das Kind mit dem kleinen Bruder auf Zeit (der gar nicht mehr so klein ist) beim Fachsimpeln über die neuen Playmobilmännchen. 
Zu sehen: der neue Haarschnitt. 
Behauptete sie noch einige Minuten vorher, dass die Haare lang bis zum Boden wachsen sollten, schnitt sie sich im nächsten Augenblick schon eine fesche Kurzhaarfrisur. R. und ich standen leicht panisch daneben und versicherten ihr, dass die Haare dann wirklich kurz sind und es ziemlich lang dauert, bis sie wieder lang werden....."Ja, das weiß ich. Ich will sie kurz!" sprach das Kind und schnitt beherzt zu. 
Abends kam dann die Maskenbildnertante vorbei und begradigte hier und dort und nun ist das Kind stolz wie Bolle und trägt erhobenen Hauptes eine schicke Kurzhaarfrisur.


Edit:
wir haben heute mal den Betreuungsplatz in unserer von-nun-an Ex-Kita gekündigt. Ich bin traurig und erleichtert zugleich. Es ist also vorbei. Jetzt muss es nur noch im Gehirn ankommen und dann im Herzen.

Tempelhofer Feld


wohnt man Mitten in Berlin, dann ist das Tempelhoferfeld wie ein Urlaub für die Augen. Weit schauen, kein Autolärm, viel Platz zum rennen und ein Wind wie am Meer.




Montag, 23. April 2012

Kindermuseum










Vor einigen Tagen waren das Kind und ich im MitMachmuseum. Das ist da echt nett.
Wir sind im Kletterregal rumgeirrt, haben gebastelt, im Bett gelegen und Bücher gelesen, wir haben Seifen abgewogen und Kücken beim Schlüpfen angesehen.



Dann totmüde nach Hause gefahren.....




Sonntag, 15. April 2012

Arbeitszeugnis

sagt mal.....wenn man (also ich) in unserem Familienbetrieb gearbeitet hat....stellt dann die eigene Mutter einem ein Arbeitszeugnis aus?

Freitag, 13. April 2012

Fledermaus City

Immer wenn das Kind einer Aussage eine gewichtige Meinung verleihen will sagt es, dass sie nachts als Fledermaus auf einen Baum geflogen ist und es dort in ihrer Fledermauszeitung gelesen hat.
Zum Beispiel steht in der Zeitung, dass Süßigkeiten gesund sind und dass man keine Jacke anzuziehen braucht und andere wissenschaftliche Erkenntnisse.

Heute unterhalten uns R. und ich darüber, dass wir mehr Geld brauchen......

Kind: Das ist kein Problem. Auf meinem Feldermausbaum habe ich ein Konto und auf dem Konto sind viele Tausend Euro.

Also auf nach Fledermaus City!

Donnerstag, 12. April 2012

Aus dem Nebenzimmer.

Kind hat Besuch vom kleinen Bruder auf Zeit. Sie spielen Bauarbeiter.
Er "Ich bin Bauarbeiter und du bist Bauarbeiter"
Sie "Nein, ich bin kein Bauarbeiter.....ich bin eine BauarbeiterIN"

Und ansonsten waren R. und ich gestern mal aus. Endlich mal wieder.
Lange geplant (....wir wollen tanzen gehen.....) und dann, dann hatte ich einen Scheißtag und Migräne, das Kind hat ewig gebraucht zum Einschlafen (und lässt sich gerade nur durch R. und mich ins Bett bringen).....wir sind dann um halb elf total müde und lustlos im Kino um die Ecke gelandet.
Und haben Karten für den Film gekauft, der um diese Uhrzeit noch lief "BARBARA".
Ein super guter und sehr empfehlenswerter Film.


Auf jeden Fall hätte man im Anschluss noch in eine Kneipe gehen können um über den Film zu reden und Alkohol zu trinken.....aber dafür waren wir dann zu müde. Das mit dem Ausgehen im hohen Altern von Anfang Dreißig, das üben wir dann nochmal.
Nächste Woche hat R. Geburtstag.....vielleicht eine neue Chance.


P.S. zwei Stunden später
er "ich bin ein Ritter"
sie "und ich bin eine Ritterin"
er *überlegt* "mhm, ich bin nur ein Ritter"

Freitag, 6. April 2012

Dienstag, 3. April 2012

Heute haben wir uns eine Kita angesehen. Ein bekannter größerer Träger, der einen sehr guten Ruf hat in Berlin.
Noch vor einem Jahr hätte ich alles völlig absurd gefunden.
Zum Beispiel, dass man sich da mit der Leiterin unterhält, aber die Erzieherinnen nicht kennenlernt.......oder dass in der Kita insgesamt über 100 Kinder betreut werden......oder dass es eine große Gruppe von 40 Kindern gibt, für die nur 4 Erzieherinnen zuständig sind. Das alles hätte uns vor einem Jahr milde Lächeln lassen.

Und heute....ja, der Eindruck ist gut. Die Räume sind hübsch, hell, es gibt tolles Spielzeug für Freispiel, Montessorimaterial habe ich gesehen, es gibt einen großen Garten in den die Kinder immer dürfen, einen Bewegungsraum, ein Kunstatelier.....die 4 Erzieherinnen sehen auf dem Foto nett aus. Sie haben keine glänzenden langen Fingernägel...oder solche auffälligen Dinge.....alles ist transparent, hat alles Hand und Fuß was uns erzählt wurde. Madita war ganz begeistert.

Ich habe ein echt gutes Gefühl. Leich wehmütig, denn sicher kann man morgens nicht einfach bleiben und ein bisschen mitspielen, das Kind wird wahrscheinlich nicht alle Eltern der anderen Kinder mit Vornamen kennen und mit einer Umarmung begrüßen, man wird wohl nicht auf Elternabenden darüber stundenlang diskutieren was genau die Kinder zum Frühstück bekommen (wobei.....das vermisse ich nicht....schätzungsweise), es gibt bestimmt viele Regeln, usw. ABER, diese Kita wird in einem Jahr noch da sein, die Erzieherinnen können sich auf die Kinder konzentrieren und müssen nicht 1000 Sachen nebenei machen, es wird Material gekauft werden, es gibt Kontrolle und Transparenz, es kann nicht einfach jeder in die Kita reinspazieren, ich muss nicht das Mittagessen kochen und vorbeibringen, es wird nicht heute beschlossen, dass nächste Woche 4 Tage zu sein wird, usw. Ich finde immer noch, dass es pädagogisch sinnvoll ist, wenn die Eltern am Kitaalltag aktiv teilnehmen, ich finde es ist schön, wenn die Gruppe klein ist, ich finde familiär auch gut, aber das Kind wird noch 2 Jahre in die Kita gehen, bevor sie in die Schule kommt. Ich will einfach, dass sie jetzt einen Platz hat, wo sie bleiben kann, wo sie Freundschaften schließen kann, keine Experimente mehr an ihr......noch ist nichts entschieden....aber auf jeden Fall war das ein ganz guter Tag für uns.

Sonntag, 1. April 2012

ein Schritt vorwärts, zwei zurück. Schon um 20Uhr ins Bett gehen um die Gedankenschleifen und das Rumheulen zu umgehen. Ich weine nicht um einen Kita- oder Arbeitsplatz....ich weine, weil es ungerecht ist. Und Ungerechtigkeit liegt wie ein Stein im Magen.
Meine Eltern sagen, dass ich nun wohl erwachsen werde....räusper mit 32......ist vielleicht so. Ist scheiße.
Kita kann mich mal.
Einzelen Eltern leider auch.....fast noch schmerzhafter.
Wir suchen jetzt eine Kita. (Lieber Anonymkommentator....Danke für den Tipp....wir haben uns beworben) Alle meine "Elterniniüberzeugungen" haben sich sogut wie in Luft aufgelöst.
Ich will einfach nur, dass es ein Platz ist, an dem wir unser Kind einfach die nächsten 2 Jahre lassen können. Keinen Wechsel mehr, keine Experimente.

Um Mitternacht vor dem Computer erscheint es mir völlig sinnvoll, Madita in einer Waldkita anzumelden, die über eine Stunde weit weg ist und nur bis 13 Uhr auf hat.......Waldkita wäre wirklich genau das Richtige für sie.....leider wohnen wir Mitten in der Stadt......blöd.
Wenigstens scheint die Sonne....ich geh mal auf den Flohmarkt.

Dienstag, 27. März 2012

Uns gehts besser.
Sonnenschein, mit Dingen abfinden, neue Perspektiven schaffen, regelmäßig schlafen, mit Freunden sprechen......wir rappelt uns gerade wieder auf.


Dem eigenen Mann beim Holzhacken zuschauen als Entspannungsmoment. ;-) Sehr schön. Der Mann und der Moment.


Soweit erstmal.

Samstag, 17. März 2012

wir sind fertig.
Wir haben den Kinderladen noch nicht richtig aufgegeben, aber im Moment kümmern sich die Behörden um den Laden (und die sind glücklicherweise sehr geschockt und wir haben oberste Priorität und es kommen weiterhin immer wieder mehr Dinge raus, die falsch laufen).

Aber R. und ich sind ausgebrannt, super gestresst, der Körper rebelliert.
R. ist krankgeschrieben, seit er vor einigen Tagen heulend heim kam und kämpft hier zu Hause darum, das dumpfe Gefühl mal wieder loszuwerden und den Kopf klar zu bekommen. Im Moment noch ohne Erfolg.

Ich erwische mich ständig dabei, die Zähne so fest zusammen zu beißen, dass mein Kiefer wehtut. Schlafen geht schlecht, Haut ist schlecht, Kopf ist schwer.

Wie ist das passiert? Ich versteh es gar nicht. Wie konnte uns sowas passieren? Wie konnten wir einem Scheiß Kinderladen so eine Wichtigkeit geben, dass wir nun beide gar nicht wissen, wohin mit dem ganzen Körperstress?

R. ist also aus der Betreuung erstmal raus. Die Kinder werden von einer Honorarkraft betreut und zwei Müttern. Es ist scheiße. R. ist auf jeden Fall derjenige, den die Kinder kennen und dem sie vertrauen. Jetzt verschwindet er auf einmal von einen auf den anderen Tag. Der kindachtende und  umsichtige Umgang von R. wird durch eine, vielleicht ganz nette, aber auf jedenfall typisch Erzieherinnenmäßige Realität/Normalität ersetzt. Es ist gemein. Die Arbeit mit den Kindern fand er immer toll und es hat ihn überhaupt nicht angestrengt. Die ganzen Erwachsenen sind das Problem.

Wird Madita in den nächsten Tagen in die Kita gehen? Keine Ahnung?
Was machen wir, wenn die Behörden sich irgendwie mit unserem Träger einig werden? Wie finden wir einen netten Kitaplatz ab Sommer?

Der Kopf rauscht. Ich war glaube ich noch nie in meinem Leben so hilflos gestresst. Und ich versteh einfach nicht, wie das passieren konnte....warum es so auswegslos wurde......wieso wir da nicht rauskommen......?

ABER

Trostspendenderweise ist der Frühling da. 20 Grad sind es und wir fahren morgen in den Garten. Ich werde auf einer Wiese rumliegen und ein Buch lesen und aufpassen, dass ich die Zähne nicht so fest aufeinanderbeiße.

Und auch noch wirklich zerstreuend ist Madita, die vor einigen Tagen beschlossen hat, dass sie Michel aus Lönneberga ist. Alle Prinzessinenkleider sind gerade völlig unaktuell. Mit einer zu kurzen, geringelten Leggins, einer Mütze und einem Matrosenpulli läuft sie also nun als Michel durch Berlin und ist einfach, wie immer, eine coole Socke.

Montag, 12. März 2012


Sonntag, 4. März 2012

Mit 3 Jahren und 8 Monaten
- kann das Kind ganz schnell bis 14 zählen, kann schon beinnah alle Buchstaben lesen und einige auch schreiben und  kann alle Farben auf englisch.
- kann man mit ihr schon echt super Gespräche über das Leben führen:
"Gott hat eine Frau und sein Beruf ist es "Liebe zu machen". Wie Kinder gemacht werden weiß man auch schon in allen Details. (Und wünscht sich dann, wenn wir schon beim Thema sind, kleine Gechwister....oder eine Maus, besser eine Babykatze und wenn es gar nicht anders geht, dann auch einen kleinen Welpen unserer Hündin).
- spielt am liebsten mit Playmobilfiguren. Die unterhalten sich dann miteinander und erleben Abenteuer in unserer Wohnung.
- bester Freund ist "der kleine Bruder auf Zeit".
- auch der beste Freund ist unser derzeitiger Kinderladenbufdi, der allerding Mitte März schon seinen Freiwilligendienst beendet. Wie wird das sein?
- wir haben seit einigen Tagen einen Schallplattenspieler und das Kind hört Geschichten auf Schallplatte...ausdauernd und fast die ganze Zeit über.....CDs und Kasetten sind gerade out.
- sie geht Abends erst gegen 22Uhr ins Bett und schläft bis 9Uhr. Das ist Abends blöd....aber morgens so lange ausschlafen zu können, ist auch echt toll. R. und sie fangen den Kinderladentag um 10Uhr an.
- wir spielen ausdauernd "Ich sehe was, was du nicht siehst".
- heute war sie zum ersten mal alleine bei einer Freundin. Da war Geburtstagsparty. Wir haben sie um 15Uhr hingebracht und um 18Uhr abgeholt und sie fand es super.
- sie ist super kuschelig, will morgens nach dem Aufwachen am liebsten noch lange im Bett liegen bleiben und da auch frühstücken. Was ein Glück....in den letzten 3,5 Jahren wurden wir sonst immer mit einem genervten "Komm wir stehen auf" früh am Morgen geweckt. So ein Kaffee im Bett finde ich auch prima.
- der Hund hört auf sie....somit ist sie im Rudel also über dem Hund. Na endlich. ;-)
- wenn man sie fragt, was sie machen will, sagt sie "shoppen". Also sind wir heute über den Ku' Damm geschlendert. Wir haben nichts gekauft, aber das Kind hat ganz viele Schuhe anprobiert und war extrem begeistert. Verrückt.....das hat sie glaube ich von ihrer Oma.....also von mir nicht.
- Sie macht Verrücktes: Sie schneidet ihre Socken in klitzekleine Stücke, haut auf der Tastatur des Laptops rum und schaut dann was wir so machen.
- sie hat eine echt häßliche Meejungfrauenbarbie von ihrer Oma geschenkt bekommen (und ich finde das prima, weil Omas genau das machen sollten), die sie ganz toll findet-  und R. und ich stellen heute fest, dass wir rausgewachsen sind aus der "es ist uns super wichtig, womit das Kind spielt, was es anhat usw.". Wenn Häßliches glücklich macht, dann nur her damit. Und wenn sie sich in einem pinken Oberteil mit Glitzersteinchen schön fühlt, dann ertrag ich das jetzt auch tapfer. (auch wenn die Augen wehtun....).


Das Kind ist eine Künstlerin und beehrt uns ab und an mit Installationen wie dieser. Tagelang musste das auf dem Küchentisch so stehenbleiben.


Der Kinderladen ist immer noch eine Katastrophe. Mittlerweile lässt sich die gesamte Elternschaft beim Dachverband für Elterninitiativen beraten und die Situation hat sich gerade total verschärft- es ist alles wie in einem sehr schlechten Mafiafilm, macht überhaupt keinen Spass sondern Bauchschmerzen und schlaflose Nächte. Irgendwie gibt es aber auch kein Alternativprogramm. Die Plätze für den Sommer 2012 hier in Kreuzberg sind eigentlich alle weg. Weglaufen ist also auch keine richtige Lösung. Selbst gründen? Vielleicht.

Im Moment ist die Kitaaufsicht informiert und es ist alles einfach zum heulen. Die Kinder bekommen alles mit..... zum Glück ist mittlerweile die große Februarkrankheitswelle ein wenig vorrüber. Das Kind hat nach diesem ganzen kränkeln wieder einen riesigen Entwicklungssprung gemacht. Das fällt mir irgendwie immer wieder auf, dass sie sich nach Krankheitsphasen immer echt verändert. Ihr ganzes Spielen hat sich verändert. Sie spielt viel ausdauernder und konzentrierter. Zur Zeit liebt sie Playmobil und wir denken ernsthaft darüber nach unsere auf Flohmärkten zusammengekaufte Lego Duplo Sammlung wieder zu verkaufen um für das Geld mehr Playmobil zu beschaffen. (Aber R. kann sich noch nicht so richtig trennen, weil er so gerne baut....). Gestern mussten sich alle Männchen in Reih und Glied aufstellen, sie hat ihnen in einem strengen Ton was von Regeln und "einer nach dem anderen" und "die anderen warten" erzählt (woher hat sie das....sicher nicht aus dem Kinderladen? Ich bin empört ;-). ) und dann durften alle nacheinander in einem Wasserglas planschen wurden dannach liebevoll abgetrocknet und durften sich dann wieder hinten in die Schlange stellen.

Und sie singt...schon immer....aber jetzt hat es auch eine neue Qualität. Ich darf auf dem Sofa Publikum spielen, während sie auf dem Nähtisch mit dem Micro eine Show bietet.



UND.....langsam kommt der Frühling... letztes Wochenende haben wir die Saison in unserem Wäldchen offiziell eröffnet. Bei Kälte aber Sonnenschein haben wir einen ganzen Tag damit verbracht, die Gartenmöbel wieder aufzustellen, Unkraut zu rupfen, Beete umzugraben, die frischgeschlüpften Narzissen zu bewundern usw.
Das Kind ist super glücklich und eigentlich bemerkt man sie gar nicht, sobald wir da sind. Sie ist total beschäftigt mit ihren kleinen Gartenhandschuhen und dem kleinen Schubkarren. Das ist echt super.

Wir haben ein großes Lagerfeuer gemacht, Linsensuppe gekocht und uns auf den kommenden Frühling und den Sommer gefreut. Dieses Jahr bauen wir ein Kinderhäusschen und versuchen uns weiterhin im Gemüseanbau (zwei Kürbisse waren unsere Ernte 2011....das kann noch besser werden).
 Dieses Grundstück, 25km von unserer Wohnung entfernt ist echt so toll und wichtig für uns und das war echt einer der tollsten Dinge, die uns in den letzten Jahren zugeflogen sind.
Im Frühling eröffnet der neue Flughafan in Schönefeld und unser Grundstück ist wohl direkt in der Einflugrute. Noch lachen wir darüber und stellen uns vor, wie wir mit großen Ohrenschützern in der Sonne liegen.....mal sehen.


Dienstag, 14. Februar 2012

Gestern wieder mal Elternabend. Ätzend. Wir gehen Schritte nach vorne und viele Schritte nach hinten. Die Frau die das ganze leitet und der wir das eigentlich gerne als Elternschaft abkaufen wuerden stellt sich quer. Wir Eltern disskutieren ueber Moral. Ueber unsere Kinder und ueber andere Kitaplätze. Mittlerweile will ich einfach dass das alles aufhört. Aber das Gefuehl damit das Kind von allen Freunden wegzureissen lässt mich die Zähne zusammenbeißen.

Allerdings zerrt es unglaublich.

Noch dazu sind alle Kinder und auch wir Eltern gerade ständig krank. Alle hatten Bindehautentzuendung, alle hatten Windpocken, alle haben einen Virus der mit hohem Fieber beginnt und mit tagelangem Husten und Schnupfen endet.
Seit gestern bin ich auch krank. Erhöhte Temperatur und Ohrenschmerzen.

ÄÄÄÄÄÄÄÄtzend!!!!!!!

R. ist auch echt krank. Er kann den Kiefer nicht richtig auf und zu machen. Wir schlafen beide schlecht und wenig.

Immer wieder Treffen mit den Eltern.....immer wieder Grundsatzdisskusionen.  Entscheidungen treffen und dann wieder von vorne anfangen. Alles lastet irgendwie auf R. der der einzige Erzieher ist.
Ich will ihn da raushaben. Er soll sich mal erholen. Scheiß auf den schlecht bezahlten Erzieherjob.Aber was ist dann mit den ganzen coolen Kindern? Ein unheimlicher Druck.

Das wird nicht mehr lange so gehen können. Wird es auch nicht.


Das Kind und ich hängen zu Hause rum, sind schlapp, wissen nichts mit uns anzufangen. Die ganze Zeit Emaildisskusionen mit Eltern.

Und diese Leiterin, die lässt alles an sich abprallen. Die hat gestern vorgeschlagen, dass wir doch alle geschlossen gehen sollten und uns eigene Räume suchen. Weil dies hier ist ihr Ort. (Rechtlich völlig absurd. Moralisch stimmen ihr viele Eltern zu). Sie zieht sich zurueck und fährt fuer paar Monate nach Indien und wenn wir alle weg sind startet sie neu durch.

Frust.

Freitag, 10. Februar 2012

es ist ein bisschen wie in einem Mafiafilm, wenn man langsam seit Jahren bestehende Vereinsstrukturen aufdeckt und auch kapiert. Im Wechselbad der moralischen Bedenken aber auch der Verantwortung für 14 Kinder (ah nein, eins ist bereits abgesrungen, also 13 Kinder) ist es irgendwie auch echt bekloppt, sich mit einem Ort zu beschäftigen, an dem Madita nur noch 2,5Jahre bleiben wird. Andererseits, wieder ein Kinderladenwechsel wäre echt doof und.....
und vor allem kostet es sehr viel Kraft und Energie.


Und dazu kommt, dass im Kinderladen gerade eine riesige Krankheitswelle ist. Gestern zum Beispiel waren im Laden vier Kinder und ich hatte hier zu Hause auch vier....weil wir hier die Windpockenauffangstation waren.
Und nun, hatten wirklich alle Kinder, bis auf die zwei Geimpften Windpocken durch, jetzt kommt ein "super hohes Fieber 24 Stunden lang" Virus.
Davon sind wir heute auch betroffen und so lag ich den ganzen Tag mit einem super heißen Kind auf dem Bauch rum und bin irgendwie nicht mal dazu gekommen mir ein Brot zu machen.

Also irgendwie hatte ich mir doch dieses Jahr ruhig und langweilig gewünscht.

"Wie werden Hühnchen getötet?"
Ich "mhm, vielleicht durch Stromschlag?"
R "oder man hackt die Köpfe ab?"
Kind "oder man könnte mit dem Auto durch den Hühnerstall fahren"

Montag, 30. Januar 2012

Kinderladenstürmung und so weiter

es kommt irgendwie dann doch alles anders als man so denkt.....
gerade vor ein paar Tage haben wir angefangen und über unsere eigene Kitagründung Gedanken zu machen.....und dann ist plötzlich die Stimmung in dem Kinderladen in dem unser Kind ist und in dem R. als Erzieher arbeitet gekippt.
Ich kann das irgendwie hier im Blog nicht so richtig erklären, dafür müsste ich total weit ausholen und euch mit Details langweilen.
Um mich kurz zu fassen, könnte ich sagen, dass unser Kinderladen ja noch nie eine richtige Elterninitiative war. Auf dem Papier schon und in der Realität leider nicht. Das schien eine Zeit lang okay. Dann schien es überhaupt nicht mehr okay, aber nur R. und ich wussten irgendwie richtig davon. Das war eine echt ätzende Zeit. Wir hatten hier einen super Stress und R. hat auch echt irgendwie gesundheitlich ziemlich abgebaut.
Und nun, und nun ist da irgendwie so ein Supergau passiert, dass nun alle Eltern dergleichen Meinung sind. Innerhalb von Stunden war klar: Wir müssen diesen Kinderladen wirklich zu einer echten Elternini machen-

Es ist anstrengend, ich rede jeden Abend mit meinem Gewissen, es ist spannend, es ist ätzend, es ist arbeitsaufwendig....aber endlich passiert was. Egal was- aber es bewegt sich und es wird sich verändern.
Es ist ein bisschen wie mit 20. Die Elternschaft brennt und ist motiviert und das Tempo ist rasant. Und R. und ich atmen ein und aus und der Stress verändert sich. Aus einem wütenden, stillstehenden, auswegslosen Stress, wird ein kreativer Tatendrangstress....und das ist wirklich entspannter.

Und ansonsten habe ich etwas ersteigert und ohne es zu wissen gegen mich selbst begoten und das Ding statt für 9€ für 16,50€ ersteigert. (Zum Glück ging es nicht um mehr Geld). Weil R. und ich natürlich zwei Accounts haben und ich mich da vertan hatte und irgendwie ist das doch echt doof, wenn man gegen sich selbst arbeitet.
;-)


Ja, sowas machen wir hier gerade. Irgendwie sonst keine Zeit für gar nichts.

Dienstag, 24. Januar 2012

Heute ist ein guter Tag. Ein fantastischer Tag eigentlich.
Unser Freund wurde heute operiert. Nachdem im Herbst eine OP mit der Entdeckung von Metastasen schneller vorbei war als sie angefangen hatte. Nach 13 Zyklen Chemo heute ein neuer Anlauf. Und es ist alles super gelaufen. Der Magen ist raus und die Ärzte behaupten, alles was Krebs war ist auch raus. (Und das ist soooo krass, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.)
Eine echte reale Chance und die beste Ausgangslage seit der Diagnose.
Ich freu mich irgendwie...aber irgendwie bin ich auch so überrascht, dass die Freude nicht so ankommt. Und irgendwie habe ich auch Angst, dass das doch nicht stimmt.


Und während das alles passiert ist, habe ich mit meinem Kind, welches nicht mehr so pockig ist zum Glück, einen super schönen und entspannten Tag verlebt. Und die Welt dreht sich weiter.

Freitag, 20. Januar 2012

Windpocken

Windpocken hat das Kind. Was auf den ersten Blick wie eine echt lustige Krankheit schien, bei der man paar Pocken hat aber sich ansonsten prima fühlt und in der Kinderladenfreien Woche eine Art Urlaub zu Hause genießen kann, das entpuppt sich Nachts zu einer der beschwerlichsten Krankheiten, die wir hier so bisher hatten. Das Kind wacht dauernd auf und es juckt super doll. Einschlafen ist beinah unmöglich. Die Pocken finden sich an den fiesesten Stellen.

Wir schmieren dieses verschriebene Zeug drauf aber irgendwie wirkt es nicht. Irgendwer irgendwelche Hausmittelchen?

Mittwoch, 18. Januar 2012

uns geht es gut.

 Ich habe eine Ausführliche Neugründungsberatung bezüglich Kinderläden hinter mir und bin um einiges schlauer. Jetzt rechnen wir und überlegen und planen und verwerfen wieder.

Wir haben Silvester in Göttingen verbracht und sind dann noch spontan zu meinen Eltern weitergefahren. Da diese gerade umgezogen sind und viel Zeugs übrig haben sind wir super reich beschenkt wieder nach Hause gekommen und haben dann erstmal ein neues Bücherregal gekauft und die ganze Wohnung umgestellt. Jetzt ist alles untergebracht und ich fühl mich noch ein Stückchen wohler hier.

Das Kind ist gestern zum ersten mal in die höhere Entwicklungsstufe der Manipulation eingetreten und R. und ich sind mächtig stolz. Sie umarmt R. schmusig und säuselt ihm ins Ohr: "Papa, ich habe dich sooooo lieb- du bist der liebste Papa auf der ganzen Welt". ....und dann im gleichen Atemzug....."wollen wir gemeinsam mit den Pinseln und Glitzerfarben auf dem großen Papier malen?"
So macht man es. Wir mussten sehr lachen.

Das neue Jahr ist da, die Sonne scheint oft, noch 3-4 Monate und der Frühling ist da ;-). Alles super hier bei uns.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Weihnachten war richtig schön. Das Kind war glücklich bis oben hin und wir Erwachsenen hatten wirklich alle einen echt schönen Abend. Wir haben lecker gegessen und am Ende Gitarre gespielt, gesungen und getanzt.

Übermorgen flüchten wir vor den Knallern aufs Land und verbringen mit Freunden ein fetenhaft und doch ruhiges Silvester. Ich freu mich drauf und der Hund sicher auch- denn dem machen die Knaller hier in Berlin ganz schön zu schaffen. (Und ich mags auch nicht). Vor paar Jahren war sie da noch völlig unbeieindruckt und jetzt liegt sie zitternd unter dem Tisch.

Ich habe übrigens meine alten Kinderdias zu Weihnachten bekommen und einen Dia-Scanner.
Das ist richtig schön. Und auch ziemlich lustig.

 So könnte meine Mutter heute wohl auch durch Kreuzberg laufen und würde absolut nicht auffallen. Witzigerweise haben wir vor drei Jahren beinah den identischen Kinderwagen gefahren.


Und später dann, haben wir tatsächlich das Kind einige Zeit lang in meinem alten Wagen rumkutschiert.


So sah er 1979 aus.


Und mein altes Kleid hat das Kind heute auch noch (nur habe ich davon kein Bild).



ich mit Uroma                                                                                   das Kind mit Uroma


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Das Kind wünscht sich eine "Mundimonika" vom Weihnachtsmann. Mundimonika hört sich so Süß an, wenn sie das sagt. Okay, dann geh ich jetzt eine Munidimonika kaufen. Mundimonika, Mundimonika, Mundimonika.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Es ist sehr weihnachtlich bei uns. Aber auch gerade ätzend.
Das Kind ist krank und um uns die Zeit hier zu vertreiben, haben wir einfach schon die Weihnachtskiste aus dem Keller geholt und einen Tannenbaum gekauft. Hoffentlich ist er bis Heiligabend nicht völlig vertrocknet- im Moment duftet und leuchtet er vor sich hin. Und das Kind will immer in dem "weihnachtlichen Wohnzimmer" sitzen.

Überhaupt kränkelt es hier ziemlich. Zuerst war ich total krank, dann R. und dann das Kind. Nun sind alle Betreuenden im Kinderladen krank und R. und die neue Bufti-Frau rocken den Laden. (Eigentlich sind sie mindestens 5 Leute auf einmal). Er kommt total ausgespielt nach Hause und trifft hier auf das Kind und mich, denen auch langsam die Decke auf den Kopf fällt.- weil das Kind zu krank zum rausgehen und zu gesund zum schlafen ist. Aber wir schlagen und tapfer und versuchen die innere Balance zu behalten. Wir schauen Pipi Langstrumpf im Inhalationszelt und malen ganz viel und lesen ganz viel.

Bald ist Weihnachten- und das macht mir eigentlich recht gute Laune. Meine Eltern kommen (die absoluten Weihnachtsgrinchs übrigens- ein bisschen riskant- weil man ganz schön kämpfen muss um Gemütlichkeit herzustellen- aber ich vergesse ihre Hektik jedes mal und freue mich immer wieder darauf, dass sie kommen. Vielleicht sind sie ja mittlerweile so alt, dass sie sich gezwungenermaßen langsam bewegen?!? ;-) ich glaube nicht. Die sind leider erst Mitte fünfzig.) Meine Schwester und ihr neuer sehr toller Freund kommen auch. Sehr Familienmäßig- ein Gegenprogramm zu letzem Jahr- und Familienmäßig find ich gut. Was kochen wir? Was kocht ihr so?

Aber in meinem Bauch grummelt es. Es passieren gerade viele doofe Sachen.

Meine kleine tolle Schwester hatte übrigens Pech und der Laptop ihrer Mitbewohnerin ist just in dem Moment kaputt gegangen, als sie ihn gerade kurz geliehen hatte. Das ist ätzend. Mainboard ist kaputt- also Totalschaden. Dabei hatte sie sich eigentlich einen Laptop zu Weihnachten gewünscht. Ich finde manchmal hat man echt so blödes Pech.
Meine Oma bekommt gerade ihre zweite Knieprothese- und letztes Jahr um die Zeit war die erste OP, die völlig schief lief und die PDA ist falsch gesetzt worden und alles war sehr ätzend. Ich hoffe dieses mal läuft es besser.

Gut ist aber- dass R. und ich im Moment im "Entrümpelungsfieber" sind. Das kommt plötzlich und unerwartet alle paar Monate- dann - ohne das wir uns abstimmer- fangen wir beide an in Ecken und Schubladen auszumisten und das dauert so ein paar Tage und dannach ist alles wieder bisschen luftiger, ordentlicher und schöner.
Und dieses Fieber hat uns gerade befallen und das macht mich froh.
Froh macht mich auch, dass das komische Jahr langsam zu Ende geht und ich hoffe, dass das nächste Jahr ganz gewöhnlich und langweilig wird und nicht so eine Gefühlsachterbahn wie 2011. 

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Prickeln

Das Kind ist im Prickelfieber.
Um dieses Fieber auszulösen braucht man folgende Dinge:

Und dann gehts los.....
 .....und weil es so schön ist, geht es dann gleich noch weiter......


 Nachdem das Kind sich keine schlimmen Verletzungen damit zugefügt hat, probiere ich es gleich am Montag mit den Kindern im Laden aus. So als Gegenprogramm zum Rasierschaum. Ich stelle mir das so vor: während ich gemütlich Kaffeetrinke und verträumt aus dem Fenster schaue, prickeln 6 Kinder in absoluter Konzentration und ohne ein Mucks zu sagen, vor sich hin. ;-) Na mal sehen.


Was wir sonst noch machen?
Tanzen.
Unsere Nachbarn von Gegenüber haben sicherlich viel Freude mit uns. Denn R. und ich tanzen selbstverständlich auch wild mit.
Das Kind ist tanzwütig, denn in dem letzten Packet von Oma waren echte Ballettschläppchen und Stulpen drin. Natürlich sind wir auch im Besitz diverser Balletttrikots. Und üben das Kind und ich, mit einer Hand am Bücherregal Ballettschritte. (ich habe da mal so einen Kurs gemacht....als ich 7 Jahre alt war. War aber keine lange und erfolgreiche Karriere.)

Auf diesen Bildern trägt das Kind allerdings ein "Ola....schau mal.....ein Famingo-Kleid....habe ich aus dem Kinderladen geliehen!!!!!!".








So ist das gerade also bei uns.
Und gestern....dann endlich.....haben wir unseren diesjährigen Adventskranz zusammengebastelt. Sieht fast so aus, wie der im letzten Jahr.
Nun frühstücken wir bei Kerzenlicht und das Kind findet es wunderbar.
Und heute Nacht haben R. und ich Adventskalenderpäckchen geschnürt. Aber wir sind weiser geworden. Nachdem wir letztens Jahr die gesamte Adventszeit um 5.30-6.00Uhr aufgestanden sind, weil das Kind von der Vorfreude geweckt wurde, ein Päckchen öffnen zu können......werden dieses Jahr die Päckchen nach dem Kinderladen aufgemacht. Ich fürchte, jetzt will das Kind immer nach Hause. Na mal sehen. Wir sind in der Testphase.

Mittwoch, 30. November 2011

Rasierschaum

Merke: auch wenn die Sonne scheint.....bei matschigen Rumgematsche lieber drinnen bleiben und entweder alle nackt ausziehen oder Malerkittel anziehen. Zumindest im Winter ;-)

Samstag, 26. November 2011

Castor

R. ist beim Castor und der Hund, das Kind und ich haben Sturmfrei. Na ja...sturmfrei ist blöd.

Donnerstag, 24. November 2011

uns gibt es noch

diese Kinderladensache nimmt uns irgendwie physisch und psychisch ziemlich in Anspruch. Irgendwie hat es uns in den Sog der Verantwortung gezogen aus dem wir nicht wieder rauskommen. Und es ist nicht alles so schön und leicht- die Kinder sind super. R. macht es Spass als Erzieher zu arbeiten- das Team ist anstrengend und arbeitsaufwendig und es ist irgendwie mühsam sich in einem Kinderladen um Erwachsene kümmern zu müssen.

R. hat nun die Kitaleitung....aber im Hintergrund steht jemand anderes. Es ist einfach irgendwie nicht rund und wir sehnen uns nach Selbstständigkeit. Mal wieder. Es wird kommen- da bin ich mir immer sicherer.

Und zwischenzeitig- vergessen wir Geburtstage, setzen Prioritäten falsch, verschicken keine längst überfälligen Päckchen für super frisch geschlüpfte Babys und führen Abends im Bett aufreibende Gespräche über Teamführung- und das alles zu einem 3/4 Erziehergehalt. Es soll ein super Platz für das Kind werden. Aber irgendwie werden wir uns immer unsicherer ob das zu schaffen ist.

Natürlich gibt es auch 1000 tolle Momente, die super viel Spass machen.
Ich habe zum Beispiel gestern mit den älteren Kindern Nicht Newtonsche Flüssigkeit hergestellt (inspiriert von Frau Liebe) und kann Euch versichern, dass ihr es auch unbedingt mal ausprobieren müsst und das es ein absolut Partytaugliche Spielerei ist.
Wir haben davon etwa 1 Liter gemacht und mit Fingerfarben eingefärbt. 5 dreijährige habe ich damit über eine Stunde in absolut konzentriertes "Farbe auf dem Bürgersteig verteilen" -Arbeiten versetzt.
Witzigerweise fanden die Kinder zwar, dass es eine tolle Konsistenz hat- aber dieses absolut abgefahrene, dass es mal fest mal total flüssig ist- das hat sie nicht besonders erstaunt-
dafür aber die Eltern umso mehr. Und so standen am Ende des Tages 6 Erwachsene versunken vor der Schüssel und haben rumgematscht.




Vielleicht sollten wir das nächste mal dieses hier versuchen. ;-)

Freitag, 11. November 2011

Wie richtet man einen Kinderladen ein?

Wie richtet man einen Kinderladen ein- haben wir uns gefragt.
Als unser Kinderladen Mitte September eröffnet hat, bestand (und besteht) die Einrichtung aus ein paar geliehenen Tischen und Stühlen und Spielsachen, die die Eltern alle erstmal mitgebracht hatten.


Langsam gilt es also zu überlegen, was wir anschaffen wollen und wie wir die Räume gestalten.

Ich habe in den letzten Wochen einen Denkprozess in meinem Kopf ablaufen lassen, der mit: "schönen Holzspielsachen mit bisschen Duplo und bisschen Flohmarkt-Retro Sachen Mix" begonnen hat und dann über- "möglichst keine typischen Spielsachen, sondern Alltagsgegenstände aus der Erwachsenenwelt" bis zum jetzigen Ergebnis gereift ist.
Ich habe mir unzählige Bilder von Kindergärten im Netz angeschaut und mal wirklich überlegt, was Madita hier seit 3,5 Jahren zu Hause bespielt.
Meine Ausgangsüberlegungen waren:
  • im Kinderladen sollen nicht die gleichen Sachen sein, wie bei den Kindern zu Hause
  • es sollen auf keinen Fall typische Werfritz-Dinge gekauft werden weil die zum einen super teuer sind und zum anderen super-hässlich.
  • im Kinderladen soll es schön sein
  • der Kinderladen soll nicht zugemüllt werden
  • ich wünsche mir für die Kinder, dass sie die Möglichkeit haben konzentriert und ausdauernd zu spielen und sich nicht langweilen.

Ich hatte zu meinen Ausgangspunkten einige Ideen- aber war mir unsicher und hatte das Gefühl auch sehr beschränkt zu denken.
Zum einen habe ich also eine AG gegründet und eine andere Mutter- auch Pädagogin übrigens- Theaterpädagogin- hatte Lust mitzudenken.
Zum anderen habe ich Bücher beschaffen: über Reggio-Pädagogik, über Offene Arbeit und über das Hamburger Raumgestaltungskonzept. Ich hatte nämlich gelesen, dass dieses Konzept auf Reggio basiert.
Also erstmal- die einige Bücher sind toll. Richtig toll!
1. Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei von Angelika von der Beek
2. Bildungsräume für Kinder von Drei bis Sechs von Angelika von der Beek

Beide absolut empfehlenswert. Auch wenn ihr nicht gerade vor habt, einen Kinderladen einzurichten. Erstmal sind die Texte sehr gut und geben viel Input für Ideen, wie und mit was Kinder spielen und wie Kinder lernen. Es gibt auch sehr viele Bilder und das ganze sprudelt vor Inspiration für Selberbauer/innen.

Hier mal ein paar Einblicke- es ist kein richtiger Text sondern mein Brainstorming, das ist für die Teamsitzung vorbereitet habe:
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HAMBURGER RAUMGESTALTUNGSKONZEPT
basiert auf Reggio-Pädagogik und auf der Offenen Arbeit.


Reggiopädagogik: 
Das Bild vom Kind in der ReggioPädagogik
  1. das Kind ist ein großer Forscher
  2. das Kind verfügt über zahlreiche Sprachen- es kann sich auf viele Arten ausdrücken also ob verbal, durch Mimik, durch Handlungen usw.
  3. das Kind ist selbst der Konstrukteur seines Wissens – das heißt das Kind wird als von Geburt an kompetent betrachtet. Der Wissenserwerb erfolgt nicht durch Vermittlungsprozesse zwischen Erwachsenem und Kind sondern im Selbstlernprozess des Kindes und ist eingebettet in eine demokratische Beziehung zu anderen Kindern und Erwachsenen. Die Aufgabe des Erziehenden ist Zuhören und Beobachten und das Kind bei Bedarf zu unterstützen.

Offene Arbeit in Kindergärten- Stichpunkte:
  1. Bild vom Kind als Akteur seiner Entwicklung
  2. die Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder (fort von der Defizitorientierung)
  3. der hohe Stellenwert der Wahlfreiheit und des Freispiels
  4. flexible Zeitstrukturen
  5. Angebote und Projekte (mit einem Bezug auf Reggiopädagogik)
  6. Stammgruppen
  7. die freie Wahl der Bezugspersonen und der Freunde
  8. eine willkommenheißende Eingewöhnung
  9. die Öffnung der Mitarbeiter füreinander
  10. Diskursorientierung
  11. Verantwortung aller Mitarbeiter für den ganzen Kinderladen
  12. tägliche Planungsrunden
  13. das Fachfrauenprinzip
  14. Dialogische Zusammenarbeit mit Eltern


Hamburger Raumgestaltungskonzept
als die Verbindung von Denkweisen und Räumen
  • konkretes Denken: Bewegungsraum (Bewegungsbaustelle nicht zu verwechseln mit herkömmlichen Toberäumen)
  • gestaltendes Denken: Atelier und Bauraum
  • erzählendes Denken: Rollenspielraum
  • theoretisches Denken: überall (z.B. mathematisches Denken benötigt gleiches Material in großer Menge)


Tipps/Prioritätensetzung für kleine Kinderläden:
An erster Stelle steht der Bewegungsraum-
dann kommt das Atelier, dann der Bauraum und schließlich Rollenspielraum. Rollenspiele gehen nämlich  überall.

Nicht bewährt haben sich Ruhe und Wahrnehmungsräume- in aller Regel werden sie von den Kindern in Toberäume umfunktioniert.

In den Anfängen der Offenen Arbeit wurden stets SnoezeleRäume eingerichtet- das hat nicht funktioniert. Das Hamburger Raumgestaltungskonzept suchte nach anderen Lösungen für das Bedürfnis der Kinder sich zu entspannen. Lösung: Hochebenen in den jeweiligen Räumen. Die Kinder können sich jederzeit zurückziehen- und zwar der Situation entsprechend.
Beim Bau von Podesten sollten möglichst Naturmaterialien verwendet werden. Dann entfällt die Notwendigkeit von Tastwänden und Taststrassen.

Keine Brettspielbereiche notwendig (Regelspiele): Weil die Kinder sich in verschiedensten Situationen an Regeln halten müssen und auch zu Hause meistens Regelspiele vorhanden sind.


Kind als Forscher.
Alle reden darüber. Aber was heißt es eigentlich? Widerspruch sind die zahlreichen Förderungen von Kindern und der Gedanke: Erwachsene müssen den Kindern was vorgeben- sonst passiert nichts.
Zugespitzt: Wenn wir auf die Ergebnisse der Forscher vertrauen, müssen wir den Kindern nichts beibringen. Denn alles was wir ihnen beibringen, machen Kinder von sich aus. Es soll auch nicht um Manipulation gehen. Also nicht darum sich möglichst geschickt dabei anzustellen, damit die Kinder freiwillig das tun, wozu wir sie sonst zwingen müssten.

Die pädagogische Frage lautet: wie sollen unsere Kinder lernen und forschen können? Welche Bedingungen sollen sie in unseren Räumen vorfinden?

Was spricht für Funktionsräume/Erfahrungsräume/Aktionsräume im Gegensatz zu multifunktionalen Gruppenräumen?:
Die ErzieherInnen müssen nicht dauernd was für die Kinder tun, sondern die Kinder können es selbst tun.
Die Kinder haben mehr Freiheit Ideen umzusetzen.
Die Kinder stellen selbst Verknüpfungen zwischen Rollenspiel, Bewegung und Bauen her.
Früher fragten die ErzieherInnen die Kinder: Was braucht ihr? Heute haben die Kinder fast alles parat.

Hamburger Raumkonzept schlägt folgende Bereiche vor:

  1. Bewegung (als Bewegungsbaustelle
  2. Atelier (einen Raum für Kunst, zum Schneiden, malen, rummatschen am besten ist es, wenn im Kinderladen ein großes Bad ist- da richtet man am idealsten ein Atelier ein)
  3. Bauraum (mit großen Klötzen, Kapla-Steinen, Brettern, Papperollen und ganz wichtig dem Belebungsmaterial)
  4. Rollenspiel/Theater (Verkleidungskisten, Dingen aus der Erwachsenwelt- wie Töpfe, Teller, Einkaufsladenzubehör, Decken)
  5. Musik
zu 1. Bewegungsbaustelle kann sein: Traktorreifenschläuche, Zauberkästen(das sind Turnkästen mit Aussparungen in die man zum Beispiel ein Brett klemmen kann), Bretter, halbierte Rundhölzer zum Balancieren. Decken, Schaukel.
 
zu 2. Es kommen keine von ErzieherInnen gebastelte Basteleien an die Fenster. Die Fenster sollen Licht reinlassen.
Wir basteln erst Ergebnisorientiert mit den Kindern, wenn sie das fordern. Ansonsten geht es um den Prozess und nicht um das Ergebnis. So werden auch keine Bilder aufgehängt- solang die Kinder nicht selbst auf die Idee kommen. Bastelmaterial sollte in großen Mengen vorhanden sein und zum experimentieren einladen. (Scheren, Tapetenkleister, Fingerfarben, Ton, Kataloge zum drin Rumschneiden, Tesafilm, Papierrollen, große Pinsel, Zeitungspapier)
 
zu 3. Belebungsmaterial:
Die meisten Kinder bauen um für alles Mögliche eine Behausung, einen Unterstand oder einen Weg zu haben. Deshalb brauchen sie viel Belebungsmaterial- also Tiere, Figuren, Fahrzeuge. So werden Bauernhöfe, Parkgaragen oder Häuser, Küchen, Kaufläden überflüssig. Diese können sich die Kinder je nach Bedarf selbst bauen.

Zu 3. Sortiersysteme:
Um die kleinen Teile aufzubewahren, braucht man Kästen, die auch zum bauen genutzt werden können. Sortiersysteme sind auch mathematisch- deshalb sollte ihnen viel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Zu 3. Akzente durch Spiegel- und großformatige Fotos von Bauwerken. Die Bauwerke der Kinder sollten auch fotografiert werden und als Inspiration in möglichst großen Formaten aufgehängt werden.
Große Bausteine werden an der Wand gestapelt. Mittelgroße in Container aufbewahrt.

Zu 4. Rollenspiel ist zum einen Verkleidungskiste, Spiegel, aber auch Puppen, Kochgeschirr, Einkaufsladenschnick-schnak usw

Esszimmer:
Stühle weg- Hocker kaufen. Die Hocker dürfen überall im Kinderladen benutzt werden. Sie dienen sowohl im Bauraum wie auch in der Bewegungsbaustelle als Bauteile. Sind also Multifunktional.

Wichtig sind: vielfältige Lichtquellen um die Räume plastischer und gemütlicher zu machen, keine Deko im herkömmlichen Sinne-, die Räume sollen alle zu einem vertieften konzentrierten forschen einladen. Von einem Material soll viel zur Verfügung stehen. Wenn wir zum Beispiel Baumaterial besorgen, sollen die Kinder die Möglichkeit haben nach Herzenslust mit den Sachen zu bauen und riesige Gebilde erschaffen. Also nicht so was wie eine Kiste Duplo und eine Kiste Holzklötze und eine Kiste sonstwas sondern zum Beispiel die Kaplasteine die 1000er Packungen verkauft werden.


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Unser Kinderladen besteht aus zwei Räumen, einem recht großen Badezimmer und einem großen Esszimmer mit einer Küchentheke.
Es ist nicht wirklich sehr viel Platz und unsere Altersmischung ist auch nicht gerade einfach. Unser jüngstes Kind ist ein knappes Jahr alt und das älteste Kind beinah 4 Jahre alt.


Diese Ideensammlung wird sich also so nicht wirklich 1:1 übernehmen lassen. Und wir sind uns auch alle einig, dass wir Dogmatismus blöd finden- es werden also sicher noch einige Brüche dazu kommen. Trotzdem brenne ich für die Ideen und glaube, dass es eine ziemlich optimale Kinderladenumgebung werden kann.
In Berlin gibt es einen Wertstoffverwertungshof  der uns viele unserer Ideen umsetzen lassen wird, ohne zum Beispiel 1000e von Euros in große Bauklötze investieren zu müssen.


Ich bin gespannt auf Eure Kommentare. Wie sieht es in Euren Kindergärten aus? Habt ihr Tipps? Erfahrungen?




Sonntag, 16. Oktober 2011

Mit 3 Jahren, 3 Monaten und 9 Tagen.....

Sie: "Wenn ich das nächste mal Geburtstag habe....werde ich dann vier oder fünf Jahre alt?"
Ich: "Vier"
Sie: "Oh schön, vier ist schon richtig groß"
Ich: "Ja, das stimmt"
Stille....sie denkt....
Sie: "Bist du auch schon vier?"

Wenn sie alleine ist, spielt sie am liebsten Bügelperlen stecken, Aufkleber irgendwo hin sortieren, Kuscheltiere aufreihen, irgendetwas ausmalen, sich chic anziehen (das heißt am liebsten kurzärmelig und ohne Hose- oder aber, wenn Hose unbedingt sein muss- dann Leggins), Ballett tanzen, Bibi Blocksberg hören, oder auf R. oder mir rumliegen und uns anbetteln, dass wir ihr vorlesen sollen. Sie ist auch oft die Prinzessin, R. ist der König, ich die Königin und Luca der Prinzessinenhund. Und sie will IIIIIIIMMMMMMEEEER raus. Draußen findet sie rumklettern auf dem Spielplatz und Kinderbauernhof gut. Und stundenlang kann sie einfach so durch die Straßen ziehen und sich Sachen ansehen, die sie so findet. Aber sie liebt es auch durch Geschäfte zu bummeln, Schwätzchen zu halten, Klamotten anzuprobieren, Kuchen essen zu gehen und so weiter.

Mit dem kleinen Bruder auf Zeit spielt sie witzige Phantasiespiele-  vorgestern hatten sie ein unsichtbares Minibaby, das in eine Hand gepasst hat. Sie haben es "rumgetragen" und darüber verhandelt, wer es stillen sollte/könnte.
Oder sie essen unsichtbare Süßigkeiten, unsichtbare grüne Eier oder Kekse. Sie spielen auch total witzig Verstecken.
Wenn das Kind ihn ärgern will, verzaubert sie ihn mit ihrem Zauberstab in irgendetwas, einen Drachen oder auch mal in eine Hose. Da fürchtet er sich: "Nein, will kein Drachen sein. Mach das weg". Sie: "Na gut, dann eben nicht".

In der Kita wollen die 3 Jährigen am allerliebsten ewig vorgelesen bekommen, basteln oder rausgehen. Eigentlich spielen sie zur Zeit  kaum miteinander- hängen aber immer auf einem Haufen und ich höre immer nur ein kollektives: VORLESEN!!!

Das Kind hat vor Kurzem bemerkt, dass sie alleine an den Wasserhahn kommt und nun werden R. und ich stündlich mit Tassen voller Wasser beglückt- was ja mal jetzt echt sinnvoll und gesund ist.
Sie will sich mindestens 5 mal am Tag umziehen und wir haben nun alle ihre Klamotten so deponiert, dass sie da alleine drankommt. Sie kann auch schon fast alles alleine an und ausziehen- Juhej- weil mich nervt diese Umzieherei und ich bin froh sagen zu können: Mach was du willst!

Wir reden nach wie vor viel über Sterben und Tod, was zum einen denke ich an ihrem Alter liegt- zum anderen natürlich auch an unserem krebskranken Freund- das Thema ist hier halt ständig dran. Wir beantworten alle ihre Fragen und sie weiß demnach ziemlich gut über Magenkrebs und die Behandlung Bescheid- ich habe in keinsterweise das Gefühl, dass sie das beunruhigend findet- ich denke es tut ihr gut, sich darüber mit uns auszutauschen und nicht nebenbei mitzubekommen, dass wir da ein geheimes trauriges Thema haben.

Sie will ganz viel kuscheln und ist ganz schmusig- was ich meistens total schön finde- aber manchmal auch auf R. oder den Hundi verweise.


Sie geht gerade gegen halb zehn schlafen und wacht um halb acht auf. Schade- sie war mal auf 12 Stunden Schlaf eingegroovt- ich habe auch das Gefühl, ihr fehlen an manchen Tagen diese zwei Stunden. Na mal sehen-


Sie kennt mittlerweile und Dank des tollen Graziela ABC Posters fast alle Buchstaben. Sie zählt bis zehn. Sie kann sich schon super in Gegenden orientieren, in denen wir öfters sind und merkt sich viele Straßennamen und Bushaltestellen.

Sie findet rosa und rot chic.
Sie hat noch immer super Angst vor öffenlichen Klos.
Sie ist letzten Sonntag geritten und war mehr als begeistert.
Sie spielt begeistert mit einem Freund in der Kita "böser Pirat".
Sie hat sich heute von mir alle Märchen der Brüder Grimm aus dem neuen Märchenbuch vorlesen lassen, dass ich auf dem Flohmarkt gekauft habe- und sie ist trotzdem eingeschlafen und wollte auch alle Märchen hören ;-) bisher kannte sie nur Schneewittchen und die auch nur in einer abgeschwächten Form. Jetzt habe ich einfach alles vorgelesen und sie fand es ihrem Blick nach zu Urteilen schon gruselig- aber halt auch schaurig schön.


Jetzt schläft sie. Sie ist natürlich wie immer schon das tollste Kind der Welt und ich freue mich so sehr, dass sie da ist.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Kinderladen

Ich habe ja damit gerechnet, dass die Anfänge im Kinderladen auch mal chaotisch sein würden. Nun hat es mich aber doch etwas überrollt.
Die tolle Frau, die das alles angeleiert hat und die Leitungsfunktion hat ist überraschend ziemlich krank geworden und R. stand plötzlich total alleine da.
Automatisch hat es mich also irgendwie in die Verantwortung gezogen und unerwartet und unvorbereitet waren R. und ich zuständig und verantwortlich für 12 Kinder, einen Bufti, einen Praktikanten und einen Haufen Eltern.
Keinen cent Geld, da keinen Zugang zum Konto.
Total verrückte und stressige Tage liegen hinter uns und auch noch vor uns.(Aber es wird besser).
ABER es naht auch Hilfe. Der echt tolle Erzieher aus der alten Kita des Kindes hat sich bei uns beworben (strike) und wenn die anderen Eltern ihn auch gut finden, wird er in 9 Tagen anfangen. Das wäre echt super. Er ist dann der erste im Team, der schonmal tatsächlich in einer Kita gearbeitet hat und ich glaube, dass er echt viel Input und Struktur mitbringen wird.
Den Kindern geht es ziemlich gut würde ich sagen- außer vielleicht unserem Kind, da sie seit Tagen bis Abends an den Teamsitzungen teilnehmen muss. Aber das wird sich ja hoffentlich auch bald ändern.


Weil einige von Euch gefragt haben, kann ich an der Stelle paar Sätze zu unserem Kinderladen sagen:

Wir haben wie gesagt im Moment 12 Kinder- am Ende sollen es 16 sein.
Die Jüngsten sind 13 Monate alt, die Ältesten 3,5. Wir sind aber noch auf der Suche nach etwas älteren Kindern.
Im Moment teilen wir die Gruppe oft in Jüngere und Ältere um einfach alles zu entzerren (weil ja auch bei manchen noch die Eltern dabei sind- da sind wir einfach insgesamt zu Viele)- aber die Idee ist, dass sie im Alltag vorwiegend altersgemischt bleiben.
In der Theorie existieren ganz viele schöne Ideen- und uns rauchen die Köpfe, während wir uns überlegen, wie das alles in der Praxis funktionieren könnte.

Alle Kinder essen gemeinsam. Aber was ist eine gute Zeit? Während die 3,5jährigen locker um 13Uhr essen könnten um am Vormittag genügend Zeit für zum Beispiel lustige Ausflüge zu haben, sind die 13 Monate alten Kinder eigentlich um 11.30Uhr fix und alle, würden gerne essen und dann Mittagsschlaf machen.
Im Moment essen wir also um 12Uhr.

Eine große Disskusion bahnt sich zum Thema Frückstück an. Im Moment treffen die meisten Kinder zwischen 9 und 9.30Uhr im Kinderladen ein. Wir stellen einen Obst -und Gemüseteller für alle als "Zweites Frühstück" hin. Vor allem die jüngeren Kinder bleiben sowieso nicht am Tisch sitzen und ich finde es auch schön so ein offenes Essensangebot in Form von Fingerfood zu haben.
Natürlich gibt es da unter der Elternschaft aber auch ganz andere Meinungen.

Und dann noch? Soll das Essen immer vegetarisch sein? Soll es vorwiegend oder ausschließlich bio sein? Darf Zucker in den Speiseplan eingebaut werden? Alles typische Themen auf einem Elternabend eine Elterninitiativ Kita.

Wir würden den Alltag gerne so gestalten, dass die verschiedenen Betreuer Angebote zum Programm machen oder Wünsche der Kinder aufnehmen und verwirklichen. Also zum Beispiel: "Wer hat Lust heute mit mir zu basteln?" oder auch "Ah, du willst gerne auf den Spielplatz. Ja super, wer mag noch mitkommen."
Aber wie macht man das eigentlich bei 13 Monate alten Kindern? Also vor allem bei mehreren Einjährigen. (Weil, dass das mit einem Einjährigen funktioniert, das weiß ich schon).

Wir fänden eine "bejahende Umgebung" toll. Dass zum Beispiel Bastelzeug, Wasserfarben, Spiele usw. für die Kinder griffbereit zur Verfügung stehen. So war es auch in der alten Kita des Kindes. Aber da waren die Jüngsten in der Gruppe 2,5. Wie sollen wir das bloß verwirklichen?

Fragen über Fragen. Ich werde sicher immer mal wieder was darüber schreiben.

Morgen ist erstmal Elternabend. Bin schon gespannt.