Freitag, 10. Juni 2011

ein Spatz

zu Studizeiten habe ich viel im Ausland gejobbt. Für eine Firma, die kulturell hochwertigere Familienurlaube anbot war ich wochenlang in Dänemark, Frankreich und Italien. Das war meistens sehr nett. Die Arbeit war schön, ich verbrachte den Sommer an netten Orten  und nebenbei verdiente ich Geld.
Damals war die Firma klein und familiär und so durfte man sich auch von Freunden besuchen lassen.
So kam es jedenfalls dass ich mal nachts um drei Uhr mit einer Freundin, die ich gerade vom Flughafen abgeholt hatte auf einer Landstraße zwischen Arezzo und Perugia eine angefahrene Katze fand.
Und weil einem als Tierfreundin nichts anderes übrig bleibt, hielt ich also an und wir packten die Katze ins Auto. Das heißt, meine Freundin übernahm das Steuer und ich setzte mich mit der Katze auf den Schoß auf den Beifahrersitz und ließ mich vollbluten.
Der Plan war zum Haus zu fahren und dort einen Tierarzt im Telefonbuch ausfindig zu machen.
Die Katze fühlte sich warm an, bewegte sich aber nicht. Als wir nach ner Stunde Fahrt am Haus ankamen und die Arme mal bei Licht genauer anschauten, war klar, dass sie wohl nicht mehr lebt...wahrscheinlich schon gleich beim Unfall gestorben ist. So haben wir also eine tote Katze über 100km durch Italien gefahren.


2Jahre später fand eine Familie eine kleine Babykatze am Strand von Falster. Irgendwie wurde sie mir angedreht. (Dabei bin ich ja eigentlich eher ein Hundemensch. Aber diese Babykatze fand ich schon auch ziemlich cool.) Sie lebte dann die Saison lang bei uns und dann nahm ich sie in einem selbstgebauten Katzenkorb mit nach Deutschland, wo sie von Freunden aufgenommen worden ist.


Es gibt auch noch 1-2 Hundegeschichten....ich will nicht langweilen.....
Es ist so. Ich hasse es in solche Situationen zu kommen, weil ich dann so willenlos bin.
Heute also mal wieder. Ich habe einen super Lerntag vor mir. Mal den ganzen Tag durchbüffeln- sehr gut. Frisch geduscht und hochmotiviert trete ich aus der Haustier, da liegt ein Babyspatz vor mir. Auf dem Rücken. Gar nicht mehr soooo klein- in vollem Federkleid.
So Mitten in der Parkplatzeinfahrt kann er ja nicht liegenbleiben. Also trage ich ihn bis zur Baumscheibe (die sind hier so 25qm groß und begrünt) und warte auf seine Eltern. Nach einer Stunde rufe ich eine Freundin an, die Tierärztin ist. Die saht, dass es Ästlinge sind. Kleine Spatzen die nicht mehr im Nest wohnen, aber von den Eltern gefüttert werden.
Aber weil ich ihn in so einer komischen Position aufgefunden habe und er auch keinen Ton von sich gibt (und die fütternden Eltern finden zu ihren Kindern aufgrund des Rumgepiepses) soll ich ihn mitnehmen. Oh nööö.
Gut, mitgenommen. Erste Hilfe Maßnahme: Wasser mit Traubenzucker und Rührei. (Davon aber allerhöchstens 3 Portionen- also vielleicht so ein Löffelchen voll- ab dann gibt es Verdauungsprobleme).
Er atmet, wird Zwangsernährt, er schläft, wir kaufen lebendige Heimchen und füttern ihn damit.
Ich lese im Netz- dass es ein Fulltimejob ist, dass seine Eltern nach 24Std. aufhören ihn zu suchen.
Der Plan- wir peppeln in auf, sobald er einen Ton von sich gibt, setzen wir ihn wieder raus und warten auf die Eltern.
Er isst, kackt, trinkt, schläft und nach 6 Stunden fängt er an sich mehr zu bewegen und zu schreien. Juhu!
Wir bringen ihn runter. Vom Balkon aus beobachten wir ihn. Nach einer halben Stunde kommen Spatzeneltern und übernehmen die Sache. Juhu! Ich weiß nicht so genau....vielleicht hätte er sich auch von alleine erholt....vielleicht auch nicht. Jedenfalls muss ich heute Nacht nicht jede Stunde aufstehen um einem Spatz kleine schnelle eklige Heimchen mit einer Pinzette in den Rachen zu füllen. Ich bin sehr froh!
Hoffentlich finde ich nicht sobald wieder ein Tier.

(Aber gleich gehe ich runter und schenke ca. 500 Heimchen das Leben, die ich heute morgen für 1,99€ im Zoofachhandel gekauft habe. Man, heute war ich aber echt fleißig.)

1 Kommentar:

Manati-Mum hat gesagt…

Jö fein, dass es dem Kleinen wieder gut geht ... und für die Kinder war es bestimmt auch spannend. Wir haben auch schon 2 Vögel gerettet bzw. es versucht. Mit dem Buntspecht bin ich erst zum Tierarzt der mich dann zur Vet. Med. durch die halbe Stadt geschickt hat, weil er leider nichts tun könne ... haha ... 3 Stunden waren wir öffentlich unterwegs ... und die Krähe hat Herr B. beim Gassi gehen mit genommen ... genau zu der Zeit als die Vogelgrippe Hochsaison hatte ... leider mussten sowohl der Buntspecht als auch die Krähe eingeschläfert werden ... Flügelbruch ist leider nur schwer heilbar wie es aussieht ... aber Moritz war beide Male ganz aufgeregt. 2x haben wir auch herrenlose Hunde aufgegabelt ... ein Freund hat sogar einen Nackthund aus der Mülltonne gefischt, kurz nach Weihnachten ... und eine Freundin wäre bei der Rettung eines Igels nachts auf der Landstrasse beinahe von einem Auto überfahren worden ... das war jetzt alles etwas zusammenhangslos *haha* aber zumindest das Thema passt : DD Ich finde es toll, dass du dir die Mühe machst. Das wird euren kleinen Menschen bestimmt nachhaltig prägen.
Und zu deinem letzten Beitrag wollte ich noch schreiben ... Hut ab! Euer Häuschen finde ich toll. Wie klein Bullerbü und die Wohnung wird bestimmt ne Perle! Bi gespannt und freu mich schon auf Fotos!