diese Kinderladensache nimmt uns irgendwie physisch und psychisch ziemlich in Anspruch. Irgendwie hat es uns in den Sog der Verantwortung gezogen aus dem wir nicht wieder rauskommen. Und es ist nicht alles so schön und leicht- die Kinder sind super. R. macht es Spass als Erzieher zu arbeiten- das Team ist anstrengend und arbeitsaufwendig und es ist irgendwie mühsam sich in einem Kinderladen um Erwachsene kümmern zu müssen.
R. hat nun die Kitaleitung....aber im Hintergrund steht jemand anderes. Es ist einfach irgendwie nicht rund und wir sehnen uns nach Selbstständigkeit. Mal wieder. Es wird kommen- da bin ich mir immer sicherer.
Und zwischenzeitig- vergessen wir Geburtstage, setzen Prioritäten falsch, verschicken keine längst überfälligen Päckchen für super frisch geschlüpfte Babys und führen Abends im Bett aufreibende Gespräche über Teamführung- und das alles zu einem 3/4 Erziehergehalt. Es soll ein super Platz für das Kind werden. Aber irgendwie werden wir uns immer unsicherer ob das zu schaffen ist.
Natürlich gibt es auch 1000 tolle Momente, die super viel Spass machen.
Ich habe zum Beispiel gestern mit den älteren Kindern Nicht Newtonsche Flüssigkeit hergestellt (inspiriert von Frau Liebe) und kann Euch versichern, dass ihr es auch unbedingt mal ausprobieren müsst und das es ein absolut Partytaugliche Spielerei ist.
Wir haben davon etwa 1 Liter gemacht und mit Fingerfarben eingefärbt. 5 dreijährige habe ich damit über eine Stunde in absolut konzentriertes "Farbe auf dem Bürgersteig verteilen" -Arbeiten versetzt.
Witzigerweise fanden die Kinder zwar, dass es eine tolle Konsistenz hat- aber dieses absolut abgefahrene, dass es mal fest mal total flüssig ist- das hat sie nicht besonders erstaunt-
dafür aber die Eltern umso mehr. Und so standen am Ende des Tages 6 Erwachsene versunken vor der Schüssel und haben rumgematscht.
Vielleicht sollten wir das nächste mal dieses hier versuchen. ;-)
4 Kommentare:
Schön wieder mal ein Lebenszeichen von euch zu lesen : )
Und auch "schön" mal hinter die Kulissen blicken zu können ... vielleicht gibt es den perfekten KG einfach nicht, weil sich jeder etwas anderes unter perfekt vorstellt?
Und ich kenne hier viele die KG gewächselt haben, weil sie die ewigen Diskussionen in elternverwalteten Einrichtungen nicht mehr ausgehalten haben ... da spielt so viel mit ... finanzielle Aspekte, bürokratische und dann eben noch die individuellen Vorstellungen und Ansprüche der einzelnen Eltern ... stell ich mir nicht leicht vor ... aber ich bin gespannt, wie es bei euch weiter geht und drücke die Daumen, dass ihr alles unter einen Nenner bringt und eine Lösung findet, mit der alle leben können : ) Ich finde es toll, dass ihr nicht nur nörgelt, sondern die Sache auch wirklich in die HAnd genommen habt ...
lg und alles Gute euch!
kazt
ich hatte gehofft ihr habt mehr glück als ich... kinderladen- ich habe es für mein kind als absolutes ideal eingeschätzt und war bereit alles zu geben. ich habe alles gegeben, zeit, kraft, geduld, kommunikation etc. am schluss konnte ich nicht mehr- meine tage hatten keinen anderen inhalt mehr, schlaflose nächte, alles total zerstritten, und einen eigenen job/weg- undenkbar! das kind wurde aufgrund der chaotischen situation bei uns auch immer unzufriedener und so habe ich nach 2 aufreibenden jahren im streit gekündigt und ich genieße jeden tag an dem ich die zeit für mich nutzen kann und mein kind gut betreut weiß, in einer stinknormalen 0815-kita, ich hole ein glückliches kind ab... ich hoffe das ihr einen weg findet das euch das projekt nicht auffrisst! ich hätte nie gedacht das mein weg so enden würde- ich drücke euch die daumen!! lg. (heute lieber ohne namen)
Unsere Eltern sind alle super. Wir sind eigenlich alle motiviert und engagiert und mögen uns auch (noch) alle recht gerne. Klar gibt es kleine ausufernde Disskussionen über Essen- aber das ist wirklich im Rahmen.
Das besondere an unserem Kinderladen ist- dass er sich zwar Elterninitative nennt- aber von einer Frau gegründet wurde- die den Laden auch leitet und mitarbeitet. Und irgendwie ist sie der Knackpunkt. Auf der einen Seite finde ich sie super- sie ist eine tolle Pädagogin und auch offen und bringt auch die nötige Portion Verrücktheit rein. Auf der anderen Seite ist es ein Geklüngel, es ist nicht klar, wie das mit den Finanzen läuft, sie ist sich nicht klar, was sie selbst machen udn was sie abgeben will. Sie hat eine völlig andere Herangehensweise Dinge zu organisieren und mit Menschen umzugehen als R. und ich. Und weil R. andererseits von ihr zum Kilaleiter ernannt worden ist, arbeiten wir sehr eng mit ihr zusammen. Das ist oft wirklich schwer. Nervenaufreibend. Manchmal toll und witzig. Aber immer öfter halt nicht mehr so witzig, sondern vertrauenzerstörend und anstrengend. Dann ist vieles einach noch unklar- es gibt kaum Zeit Dinge zu besprechen. Die ErzieherInnen verstehen sich untereinander teilweise nicht. Und irgendwie müssen wir dauernd Chaos ausbaden, was wir überhaupt nicht angerichtet haben. So ist es gerade. Das alles wirkt sich natürlich auch auf die Kinderbetreuung aus und das macht vor allem R. total verrückt.
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