Donnerstag, 28. April 2011

was der große Kindersender zu "Kein Küsschen auf Kommando" denkt ... und was ich so antworte

Da hatte ich heute eine Mail im Posteingang.
Da hat sich die gute Frau des Kindersenders wirklich hingesetzt und mir ausführlich geantwortet.
Ich wünschte irgendwie sie hätte es nicht getan.
Nicht dass ich das alles bisher wahnsinnig pädagogisch fand, was da so läuft, aber irgendwie hatte ich schon die naive Vorstellung, dass da Menschen sind, die eine wage Ahnung davon haben, was sie machen.
Nun muss ich antworten, wa? Und ihr was über Prävention schreiben....ah mensch.

Hier ihre Mail an mich. Ich sitze schon an der Antwort, aber bin noch nicht fertig. Ich weiß irgendwie gar nicht wo ich anfangen soll.


Sehr geehrte Frau B....,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Bitte entschuldigen Sie, dass wir erst heute
auf Ihre Zuschrift reagieren. Aufgrund der Postberge, welche uns in den
vergangenen Wochen erreichten, war es uns leider nicht eher möglich.

Sie geben uns eine Rückmeldung zu einer Folge der Serie "Kleine
Prinzessin". Wir freuen uns über Ihre Zuschrift und die kritische
Auseinandersetzung mit der kleinen, recht selbstbezogenen, ein wenig
verzogenen Prinzessin.

Bei der Episode "Ich will die Tante nicht küssen" handelt es sich um die
den meisten Eltern vertraute Situation, dass das Kind von einem zum anderen
Tag die herzliche und familienübliche Begrüßung einer alten Tante
verweigert. Die Tante ist ja nun keine Fremde, sondern ein wohlbekanntes
Familienmitglied, das von Zeit zu Zeit zu Besuch kommt und auch in unserer
Serie wiederholt auftaucht. In den anderen Folgen hat die kleine Prinzessin
stets großen Spaß mit der alten Tante, sei es, dass eine Theateraufführung
nicht so gelingt wie geplant, sei es, dass der gemeinsame Urlaub schöner
ist als der getrennt verbrachte.

In der von Ihnen benannten Folge soll also die Prinzessin die Tante mit
einem Kuss begrüßen, was vom König und der Königin nicht hinterfragt wird,
weil das offenbar in der Tradition des Schlosses so gebräuchlich ist. Das
ist natürlich eine Konvention, die nicht in jeder Familie üblich ist. In
manchen werden Küsse ausgetauscht, in manchen ein Wangenkuss verabreicht,
dann wieder reicht ein freundlicher Handschlag. Insofern steht der
geforderte Kuss beispielhaft für eine herzliche Geste. Das sollten Sie mit
Ihrer Tochter in dieser Weise besprechen. Niemand will die zuschauenden
Kinder zum Küssen zwingen. Es tut uns leid, dass Sie das Filmexempel so eng
missverstanden haben. Andrerseits kennen alle Eltern die Situation, dass
Kinder einen Besucher nicht begrüßen wollen, dieses Ritual aber zur
Erziehung gehört. Dies ist die wahre und eigentlich sehr pädagogische
Botschaft, die der Autor Dave Ingham und wir mit dieser Episode vermitteln
wollten. Denn schließlich, und auch das zeigt der Film, führt die Akzeptanz
zu fröhlichem Miteinander und gemeinsamem Vergnügen.

Wir hoffen, das Missverständnis ausgeräumt zu haben und dass Sie weiterhin
gemeinsam mit Ihrer Tochter viel Spaß bei und mit der kleinen Prinzessin
haben werden.

Beste Grüße aus Erfurt sendet

M... H....

______
Edit


Und um die Aussagen hier nicht einfach so unkommentiert stehen zu lassen, hier meine Antwort.
Eigentlich ein wirklich anschauliches Beispiel, denn ich denke, dass was die nette Frau des Kindersenders hier schreibt, ist die Meinung der meisten Menschen, die sich noch nicht mit Prävention von sexuellem Missbrauch auseinander gesetzt haben.



Sehr geehrte Frau H.,



Vielen Dank für Ihre ausführliche E-Mail. 
Ich war postitiv überrascht überhaupt eine Antwort zu bekommen. Nun habe ich aber das Gefühl noch einige Dinge klarzustellen. Ich denke, Sie haben eine falsche Vorstellung davon, was mein großes Problem an der Folge der kleinen Prinzessin ist.

Ich habe ich mich als Erziehungswissenschafterin auf das Thema sexueller Missbrauch und Prävention von sexuellem Missbrauch spezialisiert, als diese möchte ich Ihnen kurz umreißen, wie Kinder zu Opfern sexuellen Missbrauchs werden und dann konkret auf die Episode der Kleinen Prinzessin eingehen. 
Ich hoffe so das vorliegende Missverständnis klären zu können.

In Deutschland ist etwa jedes 4. Mädchen und jeder 9. Junge im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend mindestens einmal von sexuellem Missbrauch betroffen. 
50% davon von schwerem sexuellen Missbrauch, das heißt mit körperlichem Kontakt, die anderen 50% werden missbraucht, indem sie z.B. gezwungen werden Pornos anzuschauen oder sich vor der Täter bzw. Täterin selbst zu befriedigen usw. 
Die meisten Opfer sind zwischen 6-12 Jahre alt. Viele Kinder werden aber schon im Kleinkindalter oder aber auch als Säuglinge sexuell missbraucht.
Oft vollzieht sich der Beginn des Missbrauchs (und dann auch der Missbrauch selbst) über einen sehr langen Zeitraum. In diesem gehen Täter und Täterinnen (mindestens 15% der Menschen die Kinder sexuell missbrauchen sind auch Frauen) immer weiter in der Schwere seiner Handlungen. 

Die Täter und Täterinnen  sind zu 90% im engen und engsten Familien- und Bekanntenkreis zu finden. 
Das heißt, es handelt sich um Menschen die das Kind gut kennt und denen es oftmals vertraut - wie z.B. Erzieher und Erzieherinnen, Lehrer und Lehrerinnen, die Eltern selbst, Stiefeltern,Onkels und Tanten, Cousins und Cousinen, enge Freunde der Familie, Nachbarn und Nachbarinnen, Sporttrainer, Kinderpsychologen, Ärzte usw.
Weniger als 10% der Täter und Täterinnen waren dem Kind vor der Tat nicht bekannt. Das allgemein kursierende Bild des gefährlichen Fremden mit den Bonbons ist also ein Irrtum.
 
Wir wissen also, dass Täter und Täterinnen im Regelfall vertraute Personen sind
Genau diese Position nutzen Täter und Täterinnen als Strategie, um die Kinder zu verunsichern und gefügig zu machen. Die Täter und Täterinnen missbrauchen einerseits und andererseits bekommen die Kinder oft tolle Geschenke und Zuneigung von ihnen. Diese Mischung im Zusammenspiel mit Täterstrategien, zur Internalisierung von Schuld und schlechtem Gewissen, führt, neben einem großem Wirrwarr von irritierenden Gefühlen, zu  Schweigen über die Tat.

Eine identitätsstärkende Erziehung ist also ein Grundpfeiler moderner präventiver Arbeit. Präventive Arbeit stellt nicht die Gefahr des sexuellen Missbrauchs in den Mittelpunkt, sondern versucht die Kinder im Alltag zu stärken. Dazu gehört die Stärkung der Intuition des Kindes und die Ermutigung zum Widerstand und Ungehorsam, besonders in Situationen die das Selbstbestimmungsrecht des Kindes (eines jeden Menschen übrigends) einschränken.

Dem zu Grunde liegt die Idee, dass ein Kind was zu Gehorsam erzogen wurde und dem suggeriert wurde, dass Erwachsene immer recht haben, sich in einer Situation des sexuellen Missbrauchs nicht wehren kann.
Ein weiteres Präventionsziel ist auch die Sensibilisierung für mögliche Missbrauchssituationen: Keiner darf dich küssen wenn du es nicht willst usw. 
Kinder sollen also vorher schon so gestärkt werden, dass sie von dem Verhalten des Täters oder der Täterin irritiert sind und sich Hilfe holen.

Allgemein gilt es also Kinder in Alltagssituationen darin zu stärken, dass sie möglichst durch das Verhalten des Täters irritiert sind was im besten Fall dazu führt dass sie sich einer Dritten Person mitteilen.

Bezogen auf die besagte Folge der Kleinen Prinzessin sehe ich das wie folgt:

Ich habe die Prinzessin als eine sehr mitfühlenden und kooperativen Mensch "beobachtet". Sie ist selbstbewusst und wird von den Erwachsenen mit Respekt behandelt. 
Ich fand immer, dass sie eine tolle Identifikationsfigur für Kinder darstellt. 
Und bis auf die von uns nun diskutierte Folge mit dem Kuß, mag ich die Serie aus diesen Gründen wirklich gerne.

Sie schreiben:
"In der von Ihnen benannten Folge soll also die Prinzessin die Tante mit
einem Kuss begrüßen, was vom König und der Königin nicht hinterfragt wird,
weil das offenbar in der Tradition des Schlosses so gebräuchlich ist. Das
ist natürlich eine Konvention, die nicht in jeder Familie üblich ist. In
manchen werden Küsse ausgetauscht, in manchen ein Wangenkuss verabreicht,
dann wieder reicht ein freundlicher Handschlag. Insofern steht der
geforderte Kuss beispielhaft für eine herzliche Geste."

Ja, leider ist es viel zu oft noch üblich, dass Eltern nicht nur gewisse Vorstellungen davon haben, wie ihre Kinder andere Menschen begrüßen sollten, 
sondern diese mit körperlich oder erpresserischen Mitteln durchsetzten. Genau diese Strukturen machen Kinder zu potentiell sehr geeigneten Opfern. Wie sollen Kinder noch entscheiden können ob es Ok ist oder nicht wenn und was ein anderer Erwachsener über ihren Körper ihr Verhalten bestimmt?!
Genauso wenig wie wir als Erwachsene dazu gezwungen (ob auf manipulative Weise oder durch körperlichen Einsatz) werden sollten jemanden anderes zu Küssen (sei es auch nur zur Begrüßung) genauso wenig darf dies Kindern passieren. 

Natürlich ist es sehr oft so dass Eltern sich in einem Konflikt befinden: einerseits gibt es soziale Konventionen und andererseits das eigene Kind, dass diese noch nicht beherrscht oder (gerade nicht) ausüben möchte. Und genau hier liegt der Beitrag den jedes Elternteil zur Prävention von Missbrauch leisten  kann: sich genau solchen Situationen gegenüber zu Sensibilisieren und diese zu hinterfragen. Das Kind als Mensch mit dem Recht auf Selbstbestimmung wahrnehmen und schützen. (Achtung, dies heißt nicht das Kinder tun und lassen können was sie wollen, also bitte nicht verwechseln!)
Natürlich muss nicht alles was Kinder konsumieren eine Prävention vor sexuellem Missbrauch sein, könnten Sie einwenden.
Natürlich nicht. Es verstreicht zwar eine nette Chance, die Prävention wieder mal in den harmlosen Alltag einzubinden (denn dass die Tante der kleinen Prinzessin ihr nichts böses will, ist ja offensichtlich), aber nun gut.

Dennoch möchte ich Sie noch auf eine weitere Problematik hinweisen, die sie bisher garnicht in ihre Überlegungen einbezogen haben.
Wie gesagt kommen sehr viele Kinder im Lauf ihrer Kindheit mit sexuellem Missbrauch in Kontakt, werden direkt oder indirekt Opfer. 
Die besagte Folge der kleinen Prinzessin werden also sicher Kinder gesehen haben, die bereits Opfer von schweren sexuellen Missbrauch geworden sind. 
Viele davon, haben erfahrungsgemäß noch nicht den Mut gefunden, sich irgendwo Hilfe zu suchen und müssen die Situation mit sich selbst ausmachen.
Bei sexuellem Missbrauch laufen gewisse Muster 
ab (oben sprach ich z.B. bereits von Täterstrategien), diese Muster erkennen betroffene Kinder wieder.
Das Küsschen, obwohl man eigentlich nicht möchte und das Geschenk was man dafür bekommt, sind genau solche Muster, die viele betroffene Kinder kennen und hier mit Sicherheit wiedererkennen werden. Was für diese Kinder also als Quintessenz dieser Folge der kleinen Prinzessin stehenbleibt ist, dass auch die kleine Prinzessin etwas tut was sie nicht möchte, was sie sogar ekelig findet, dass sie dafür aber schließlich ihr Geschenk bekommt und die Eltern stolz und zufrieden sind, sie sich also nicht so anstellen soll.

Weiterhin schreiben Sie dass "die Akzeptanz zu fröhlichen Miteinander und gemeinsamen Vergnügen" führt. Warum muss dieses Vergnügen auf Kosten des Kindes gehen? Warum kann hier nicht die erwachsene Tante akzeptieren, dass das Kind die Tante gern hat ihr aber kein Kuss geben möchte? 

Kinder lernen an Vorbildern, in dieser Position sollten wir uns als Erwachsene konstant hinterfragen ob soziale Konventionen immer wichtiger als individuelle Grenzen sind oder ob nicht soziale Konventionen eh nur so weit reichen sollten wie sie die Grenzen des Einzelnen nicht überschreiten?!


Mit freundlichen Grüßen
...

Mittwoch, 27. April 2011

Suche Blogs mit Bildern von tollen Räumen- Gewinnertipp wird mit Retrostoffpaket belohnt

Ich bräuchte mal Eure Hilfe.
Das Gartenhäuschen ist soweit entkernt und renoviert. Jetzt braucht es nur noch den Feinschliff. Das heißt, welche Farben sollen an die Wände? Was soll an die Fenster?
Ich brauche Ideen.
Kennt ihr tolle Wohn-Blogs die als Inspirationsquelle dienen könnten?


Für so ein Wochenendhaus fände ich ja was verspieltes in zarten Farben gut.
Die Mutter des kleinen Bruders auf Zeit, mit denen wir uns den Garten ja teilen, hat gesagt, sie fände englische Rautentapete chic. (Kann ich mir noch gar nichts drunter vorstellen, aber ich bin gespannt).


Der Raum ist etwa 18qm groß, zur Zeit liegt auf dem Boden helles Laminat. (R. hat sich fest vorgenommen nächstes Jahr Dielen zu verlegen- er als militanter Laminatgegner).



Und um den Spaßfaktor zu erhöhen bekommt der Gewinnertipp ein Retro-Stoff Überraschungspacket mit 500gr Stoff aus der Mohn-Marzipan Werkstatt.
(500gr ist ein großer Versandumschlag voll.)
Verschiedene Größen und Arten von Stoff werden in dem Paket sein. Retroblumen, ein Stück Graziela, alte Bettwäschestücke, Handtuchteile.

Am Freitag fahren wir in den Baumarkt und am Samstag wird gestrichen.
Ich bin gespannt auf Eure Ideen und tolle Wohn-Blogs, die ich noch nicht kenne.
Gewinnen wird der Tipp der am ehesten zu der Umsetzung am Wochenende beigetragen hat. Ob ihr eine konkrete Idee habt, oder ich dann was auf einem von Euch vorgeschlagenen Blog oder Website entdecke ist egal.
 Außerdem ist ja mal so eine Ideensammlung sowieso fein, auch wenn es nicht direkt um dieses Gartenhaus von uns geht.

Donnerstag, 21. April 2011

Kein Küsschen auf Kommando

Das Kind, R. und ich finden ja die kleine Prinzessin von Tony Ross ziemlich gut.

Letztens kam eine Folge auf Kika. In der Folge ging es darum, dass eine Tante kommen sollte und die kleine Prinzessin sich vor der Begrüßung fürchtete, weil die Tante so eklig ist und immer Küsschen geben möchte.
Die kleine Prinzessin versicherte also allen, dass sie die Tante auf keinen Fall zur Begrüßung küssen werde und verstecke sich unter dem Bett.

Die Königin weinte, weil sie unbedingt wollte, dass die Begrüßung (für die Tante) perfekt ablaufen sollte.

Und dann am Ende der Folge reiste diese Tante also an.
Die kleine Prinzessin kam sogar aus ihrem Versteck raus und begrüßte die Tante freundlich, aber diese wollte noch ihren Kuss.
Ein großer haariger Kußmund kann also auf die Prinzessin zu und sie ekelte sich furchtbar......

und dann überwand sie sich und küsste die Tante. Dafür bekam sie ein Geschenk. Es wäre gar nicht so eklig gewesen, wie sie befürchtet hatte, sagte sie dann.

???? HÄÄÄÄH??????

Ich saß völlig verstört vor dem Fernseher und konnte gar nicht glauben, dass das nun die Botschaft der Sendung war.
Es war das Hauptthema. Es ging während der ganzen Folge nur um diesen Kuss. Und die Botschaft ist also: "Ah komm, mach der Tante eine Freude und küss sie, wird schon nicht so schlimm sein?" Was ist das denn das für eine wahnsinnig beschissene Aussage.

Ich habe ja schon so einiges zu Prävention von sexuellem Missbrauch geschrieben. Das Thema finde ich wichtig und wir achten sehr darauf das Kind empfindsam für mögliche Täter oder Täterinnenstrategien zu machen.
Sie weiß, dass nur sie alleine über ihren Körper bestimmen darf. Dass heißt im Alltag zum Beispiel auch, dass wir sie nicht zum Naseputzen zwinge, wenn sie gerade keine Lust hat. Kleinigkeiten eben.

Sie weiß, dass nicht alles automatisch richtig ist, was Erwachsene machen.
Dass heißt im Alltag zum Beispiel, dass wir uns öfters bei ihr entschuldigen, wenn wir was blödes gemacht haben und ihr sagen, dass es doof von uns war. Oder auch, dass wir einfach nicht mit unserem "Erwachsensein" argumentieren. Und dass wir sie als vollwertigen Menschen respektieren.

In der alltäglichen Prävention vor sexuellem Missbrauch geht es nicht darum, dem Kind Angst zu machen. Also ich sage nicht: Du musst aufpassen und nie mit einem fremden Erwachsenen mitgehen, auch wenn er dir was tolles dafür bietet. (Wenn sie bisschen älter ist, werde ich aber sagen, dass es Erwachsene gibt, die wollen, dass das Kind ihren Penis oder Scheide berührt. Oder die selbst die Scheide oder den Penis von dem Kind anfassen wollen. Ich werde ihr sagen, dass das nicht in Ordnung ist, dass die Erwachsenen das nicht dürfen und das auch wissen. Dass sie das deshalb versteckt machen und dem Kind erzählen, dass es ein Geheimnis wäre. Dass es aber echt blöde Geheimnisse gibt und das wäre zum Beispiel so eins. Wenn so etwas passiert, dass kann das Kind zu mir oder einem anderen Erwachsen gehen und wir helfen ihr dann. Wichtig ist keine Angst zu machen und dann nicht so richtig zu erklären, was dann eigentlich passiert. Total blöd ist zum Beispiel: "Gehe nie mit einem Fremden mit. Der macht dann ganz schlimme Sachen.")

Wir versuchen unser Kind und auch unsere Betreuungskinder jeden Tag und in 1000 kleinen unbedeutenden Situationen darauf vorzubereiten, dass sie auf ihren Bauch hören sollen und dass Erwachsene im Normalfall darauf Rücksicht nehmen.

Ich denke mit Prävention ist es so. Es gibt eindeutig Fälle von sexuellem Missbrauch, vor denen man das Kind nicht schützen kann. Zum Beispiel wird sich kaum ein Kind dagegen wehren können, wenn der Erwachsene einfach seine körperliche Stärke anwendet.
So läuft es aber in den wenigsten Fällen. Meistens bauen Täter und Täterinnen Beziehungen auf. Der Missbrauch passiert langsam und schleichend. Die Kinder kennen diese Erwachsenen und mögen sie gerne. Täterinnen und Täter wenden fiese Strategien an um die Kinder zu beeinflussen. Ein Kind in der Weise zu stärken, dass es diese Strategien als "seltsam" für sich erkennt, ist auf jeden Fall eine riesige Aufgabe und nicht mit paar Gesprächen oder Bilderbüchern zu erledigen.
Eine konsequente und selbstkritische Reflexion des eigenen Umgangs mit dem Kind ist nötig. Man muss sich einfach entscheiden, würde ich sagen. Will man ein angepasstes "braves" Kind, dass gut funktioniert und halt vorraussichtlich auch gut für Täter oder Täterin funktionieren wird, weil es ja so erzogen wurde- oder will man ein Pippi Langstrumpf-Kind mit eigenem Kopf, was eben nicht so reibungslos funktioniert. Denn eins geht irgendwie nicht. Das Kind so "hinzubekommen", dass es bei mir brav allen die Hand gibt und immer gehorcht usw. und dann plötzlich aus heiterem Himmel in einer total komplexen und verwirrenden Situation die Stärke aufbringt "Nein" zu sagen und sich dann noch traut mir davon dann zu erzählen.
 Die Täter und Täterinnen sieben außerdem die potentiellen Opfer aus und suchen sich, wenn sie die Wahl haben, ein Kind, das sie als leichter "knackbar" einschätzen.
Pippi Langstrumpfs sind meistens zu anstrengend und fallen durch das Raster.

Wobei das natürlich alles nicht so schwarz weiß ist. Unser Kind, von je her als Pippi Langstrumpf erzogen, ist super kooperativ. In der Kita wird sie als "sehr brav" bezeichnet. "Gott, was haben wir nur falsch gemacht??!? ;-)"
 Aber sie ist es eben gewohnt, dass alle ihre Gefühle und Emotionen und Bedürfnisse von uns ernst genommen werden. Letztens hat eine Bekannte zu ihr gesagt: "Das kannst du noch nicht, dafür bist du zu klein". (Adultismus vom feinsten, denn es ging nicht um die Körpergröße, sondern darum eine Situation einzuschätzen.) Ich schaute das Kind an und das Kind schaute die Frau an und machte in völliger Gelassenheit weiter. Der Spruch war ihr glaube ich einfach so fremd und sie fand es so absurd, dass ihr jemand sagen will, was sie kann und was nicht.
Aber wird sie auch so cool sein, wenn ein Mensch den sie mag und dem sie vertraut anfängt sie zu manipulieren- keine Ahnung. Hoffentlich.
Man sollte einfach wachsam bleiben. Auch ein Pippi Langstrumpfkind ist natürlich nicht gegen alle Strategien geschützt.
Aber vielleicht traut sie sich dann wenigstens uns zu erzählen, dass da gerade was seltsames passiert. 

Und was ich irgendwie bisher ein bisschen ausgeblendet habe, was aber auch sehr wichtig ist, weil man das einfach wissen muss um Situationen richtig einzuschätzen oder Dinge zu deuten, die das Kind erzählt, ist, dass sehr oft die Täter und Täterinnen auch keine Erwachsene sind, sondern Jugendliche oder auch Kinder. Dazu ein anderes mal mehr.

Und jetzt schreib ich erstmal an  Kika.

Mittwoch, 6. April 2011

Frühlingssommerwochenenende und die Warum-Phase

Am Wochenende war es auch mal in Berlin richtig schönes T-Shirt Wetter.
So waren beste Tante, Kind und ich am Samstag im Zoo. Das war eine mittelgute Idee. Wir sind Zooverwöhnt.... bisher waren wir immer unter der Woche und hatten Platz und Ruhe. An dem ersten richtig warmen Samstag im Jahr hatten natürlich außer uns noch einige andere Berliner diese Zooidee.

Fischotter waren auch dieses mal der Favorit. Und Robben.
Aber eigentlich findet das Kind die Tiere im Zoo irgendwie gar nicht so wichtig. Bollerwagen ist das Ausflugsziel würde ich sagen. Sie zieht ihn alleine durch den ganzen Zoo und ist sehr zufrieden mit sich und der Welt.

Irgendwie sind wir dieses mal auch einen anderen Weg als bisher immer gegangen und standen plötzlich vor einem riesigen Spielplatz und einem Souvenirgeschäft.
Das Kind wählte diese schicke Kopfbedeckung.

Ich fand ein Teil für die Verkleidungskiste sei eine gute Idee und so rannte das Kind also als Eisbärbaby weiter durch den Zoo.
Erst die beste Tante machte uns darauf aufmerksam, dass das vielleicht etwas provokativ oder auch geschmacklos sei- so in Angesicht von Knuts tragischem Ableben.
Das erklärte wohl auch die Blicke.
Hier fiel mir dann Knut auch wieder ein. Meine Assoziationskette zwischen Eisbär und Knut war bis dato noch nicht so gefestigt. Ob wohl der Hut deshalb so preiswert war?

Gut, dass das Kind die Mütze nicht mehr trug als wir am Ausgang mit einer verrückten Demo zusammenstießen, die gegen die Ausstopfung von Knut demonstrierte. (Es ist doch schön, dass die Menschen für sinnvolle Ziele auf die Straße gehen, nicht wahr?)

Heute rief mich die Tante an und mir vorzuschlagen, dass wir das Kind nächsten Samstag mal zur Abwechslung als Elefantenbaby verkleidet durch den Zoo laufen lassen könnten. ;-)

Am Sonntag waren wir mit Freunden in unserem Garten.  es war so warm, dass die Kinder nackig rumgelaufen sind und wir uns in der Zeit mit dem englischen Rasen befassen konnten.

Da auf dem Grundstück unzählige riesige Kiefern wachsen, ist der Boden bedeckt mit Nadeln und Tannenzapfen. Nach stundenlangen bearbeiten, und Gras neu aussähen (und dann hat es auch die ganze Nacht sehr Gartenfreudig geregnet) warten wir nun also auf den englischen Rasen. Leider ist das Kind Barfuß auf irgendwas getreten...wahrscheinlich einen Tannenzapfen und hat eine ganz schön fiese Wunde an der Sohle.
Der Arzt sagt, es sieht alles prima aus- aber sie hat einen fetten Verband und kann gar nicht auftreten und ist sehr unglücklich mit der Gesamtsituation.
Und irgendwie habe ich mich auch zu einer Tetanusimpfung hinreißen lassen. Na ja, Tetanus ist ja wahrscheinlich in Ordnung, wenn wir die Gefahren des Gärtchen-Wäldchens beachten, die da noch lauern.


Themawechsel:
Wir stecken ja nun Mitten in der Warum-Phase und ich darf allen Eltern, die das noch vor sich haben schonmal versprechen, dass diese Phase eine wunderbare ist.
Wir haben nun schon herausgefunden, dass es unsere Aufgabe ist, genau zu ergründen, was genau die Frage ist.
Wenn das Kind also fragt: "Warum darf ich die Autoür nicht einfach so aufmachen, wenn da ein anderes Auto kommt?"
Und man antwortet: "Weil dann das andere Auto unsere Autotür einfach rausbrechen würde."
Sie: "Warum?"
"Weil es dann nicht schnell genug bremsen könnte?
Sie: "Warum?"
"Weil man einige Zeit braucht um auf die Bremse zu treten und dann braucht das Auto auch noch ein bisschen um dann anzuhalten"
Sie: "Aber warum?"

Und R. anhand von Reiswaffeln anschaulich zeigt, wie das dann wäre, wenn ein Auto die Reiswaffelautotür umnieten würde usw. ....
Und irgendwann (nach geschätzen 150 mal "Warum" ) ist es dann klar.
Das Kind möchte wissen, warum die Autotür kaputt geht, wenn ein anderes Auto dagegen fährt.
Ist diese Frage dann beantwortet sagt sie sehr befriedigt: Ja.
Und R. wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Donnerstag, 31. März 2011

Frühling

also...ein Update für Omas und Opas und Tanten.
Uns geht es gut. Wir sind oft im Gärtchen-Wäldchen und ich siebe einen riesigen Berg Kompost, während R. fluchend die Wände des Häusschens spachtelt. Das Kind hat einen kleinen Schubkarren und kleine Gartenhandschuhe und arbeitet tatkräftig und unermüdlich mit. Wenn nur der besagte Specht nicht wäre....
Das ganze nimmt Formen an. Nächste Woche kommt endlich der Elektriker und beginnt den Strom anzuschließen. Die ganzen alten vergammelten Möbel wurden heute morgen auf den Sperrmüll gestellt.
Bald können wir streichen und putzen und sobald es wärmer ist, will ich da auch mal übernachten. Juhej. Das wird ein super Sommer.
Ich hätte ja gerne eine Hollywoodschaukel.

Kita ist immer noch cool- aber vorgestern wollte sie auch mal zu Hause bleiben- ist sie dann auch.
Wir wollen natürlich immer Mittags wissen wie es war und was sie gemacht hat und was sie gegessen hat...und sie hat selten Lust uns detailliert zu berichten. Heute waren wir draußen und sie setzte sich auf eine Bank und rief R. und mich zu sich: "Kommt, ich erzähl Euch eine Geschichte aus der Kita" lockte sie uns. Und als wir so zusammen auf der Bank saßen, sagte sie: "Heute in der Kita war mein Erzieher da. Und der heißt G... . So fertig. Das war die Geschichte."
-Dieser Erzieher ist auch der, der sie durch die ganze Eingewöhnung begleitet hat und der immer da ist....also eine saumäßig spannende Geschichte. ;-)

Ansonsten lese ich viel, weil sich dies für einen Germanistikprüfling so gehört. Mittlerweile kann man das ja manchmal auch draußen in der Sonne in einem Café. Also sehr nett.
Und Abends bin ich schwer beschäftigt, weil ich mir gerade "Lost" reinziehe. Ich habe Halbzeit heute. Bin in der Mitte der 3. Staffel.

Wohnung suchen, weitere Betreuungskinder suchen, Gartenmöbel suchen, Kindergartenhaus oder Kindergartenhausidee suchen....

Montag, 21. März 2011

mit 2 Jahren 8 Monaten und 14 Tagen

bist du ein völlig begeistertes Kitakind. Es gab keinen einzigen Moment indem du traurig warst. Schon am 4. Tag bist du ganz alleine 3,5 Stunden geblieben und auch am 5. und 6. Tag findest du Kita prima.
Nur müde macht dich die ganze Sache. Jetzt bist du manchmal nachmittags ganz schön wütend. Vielleicht sind es auch die vielen neuen Eindrücke. Mal schauen.

Du hast einen Kopffüßler gemalt und dann noch 3-4 weitere- jetzt malst du wieder "nur" Striche und Kreise- hübsch aufgereiht- sozusagen einen Kopffüßler-Bausatz.

Du fängst an polnische Wörter in deine Alltagssprache einzubinden.- Toll ist, dass du eine polnische Erzieherin hast, die mit dir polnisch reden kann und die du nach neuen Wörtern löchern kannst.

Du hast dir heute zum ersten mal deine beiden Socken ganz alleine angezogen.

Du magst unseren Wäldchen-Garten sehr. Zwar hast du dich heute Nachmittag total vor dem Specht gefürchtet und die Schnecke fandest du auch eklig und überhaupt sind Dir alle Tiere im Garten noch suspekt- aber wir arbeiten dran. Die Saison hat ja erst begonnen. ;-) Aber abgesehen davon genießt du die Zeit im Garten total, gräbst in der Erde, spielst mit dem Hund, gießt die Blumen und willst nie nach Hause.

Du schaust dir jetzt jeden Abend einen Stapel Bücher an, bevor du schläfst. Du gehst immer noch um 19Uhr schlafen- manchmal schon um 18Uhr und stehst zwischen 6-7Uhr auf- also ziemlich früh für unsere Verhältnisse.

Gestern hast du auf dem Flohmarkt ein Fahrrad angehimmelt, was wir dann für 5€ gekauft haben und tapfer haben R. und ich mit Dir Radfahren geübt. Du bist stolz wie Bolle und weinst immer total wenn wir nicht mehr können. Neben einem winzigen Rad in gebückter Haltung zu rennen macht furchtbare Rückenschmerzen. R. hat sich schon eine Diclo-Tablette eingeworfen. Bei  mir zwickt es auch schon. Irgendwie scheinen wir zu alt und gebrechlich für die Elternschafft zu sein. Aber du machst dich gut auf dem Rad- ich hoffe du kannst es bald alleine. (Oder wir kaufen Stützräder)

Wir lesen Janosch und er trifft irgendwie genau Deinen Humor, denn du merkst dir allerhand Janoschzitate.

Seit Tagen hörst du jeden Tag mindestens einmal das gleiche Hörspiel: Kleine Prinzessin. Gute Nacht. Du kannst alles wortwörtlich mitsprechen und willst es immer und immer wieder hören um das Gelernte zu verfeinern.

Die Warum-Phase ist jetzt ziemlich dominant.

Du interessierst dich jetzt wirklich sehr für unseren Hund. du fandest Luca schon immer gut, aber jetzt spielst du ganz viel mit ihr. So ist eine Deiner Lieblingsbeschäftigungen gerade mit dem Hund draussen fangen spielen. Du rennst dem Hund kreuz und quer durch die Gegend nach und luca ist dabei total lustig, weil sie demonstrativ langsam vor Dir wegläuft.

Du liebst es zu pickniken und wir essen deshalb oft draussen. Jetzt ist es auf unserem Balkon auch toll warm und sonnig.

Ich habe das Gefühl, dass dich beim Vorlesen mehr die spannenden Wörter als der Inhalt interessieren. So läßt du dir zum Beispiel mit Vorliebe aus dem Ritter Rost Kochbuch Rezepte vorlesen und R. und ich sterben vor Langeweile.

Ich habe während der Eingewöhnung gemerkt, dass du im Vergleich zu Gleichaltrigen Kindern in deiner ziemlich groß bist und echt gut sprichst.

Du kannst es kaum erwarten, bis du nur mit Rock und Strumpfhose nach draußen kannst. Der Inbegriff von Eleganz- in Deinen Augen. Ich glaube morgen ist es soweit.

Donnerstag, 17. März 2011

4. Tag der Eingewöhnung

Das Kind ist nun ein wirkliches Kitakind.
Wir hatten heute morgen nochmal drüber geredet, dass ich gleich wieder gehe, nachdem ich sie hinbringe. Ich habe gesagt, dass ich mich in ein Café in der Nähe setze und wenn sie traurig ist, dann kann der Erzieher mich anrufen und ich komme.
Das fand sie gut.
(Ich war tatsächlich in dem Cafe, aber dann in der letzten Stunde vor dem Abholen bin ich eigentlich immer um den Block spaziert und habe dauernd auf die Uhr geschaut. Ich habe mir sogar Zigaretten gekauft, obwohl ich eigentlich schon lange nicht mehr rauche- und auch vorher war ich nur Gelegenheitsraucherin, die nie eigene Zigaretten hatte.)

Also habe ich sie reingebracht und ausgezogen und weg war sie. Ich bin hinterher und habe mich verabschiedet, aber da war sie schon im "Kitamodus" und kaum mehr ansprechbar.

Alles lief super.

Als ich sie abgeholt habe, war sie total vergnügt und wollte eigentlich gerne noch dableiben.

Morgen geht sie wieder hin, hat sie gesagt.

Ich freue mich. Sie ist echt froh.

Der Erzieher hat gesagt, dass es echt Spaß mit ihr macht und sie äußerst witzig ist....das ist mir auch schon aufgefallen. ;-)

Mittwoch, 16. März 2011

Kitatag 3 und ansonsten ziemliches Pech

Also, der heutige Tag gehört nicht zu meinen Lieblingstagen.
Irgendwie war das Zeitmanagement heute morgen nicht ganz perfekt. Der Regen hatte den Fahrradhänger unter Wasser gesetzt und wir mussten die 2km zur Kita mit Kinderwagen im Laufschritt zurücklegen. Ich hatte sowohl Geld wie auch Handy zu Hause vergessen und deshalb wurde aus dem ersten mal Kind in der Kita lassen und 20 Minuten lang Kaffee kaufen gehen (den ich heute morgen sehr nötig gehabt hätte) 20 Minuten lang im Treppenhaus vor der Tür stehen.

Eingewöhnung lief aber prima. Das Kind freute sich in der Kita anzukommen, sagte "Ja ist gut, Tschüss" als ich mich für besagte 20 Minuten verabschiedete und beachtete mich auch nicht, als ich wiederkam. Sie hat zum ersten mal beim Morgenkreis mitgemacht und war ganz begeistert und dann wurde wieder gemalt und gebastelt, sie wollte wieder raus in den Sandkastenund fand den Bewegungsraum ganz prima.

Der Erzieher sagte, dass es so toll läuft, dass ich sie einfach morgen um 9Uhr zum Frühstück bringen soll und nach dem Mittagessen um halb eins abholen kann.
Das hat mich total überrumpelt. Von 20Minuten auf 3,5 Stunden. (Und länger wollen wir sie dieses Jahr auch gar nicht schicken).

Der Erzieher sagt, es läuft prima.
Morgen wollen sie auf den großen Spielplatz in der Nähe und das Kind soll im Rucksack ein zweites Frühstück mitbringen.
Und weil das Kind großer Picknickfan ist und es auch irgendwie schlüssig erscheint, dass ich bei dem Ausflug nicht mitmache, scheint es auch okay zu sein, dass ich dann gehe nach dem Bringen. Zumindest heute Abend in der Theorie. Sie sagt zwar, dass ich auf jeden Fall mitkommen soll, aber dann findet sie es auch in Ordnung, wenn ich sage, dass ich sie nach dem Mittagessen doch einfach abholen kann.
Ich bin ganz schön aufgeregt.

Ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite sehe ich, dass sie wirklich super viel Spaß hat und die Kita ein riesiges Abenteuer für sie ist. Dort gibt es Spielsachen, die sie hier nicht hat und die Kinder haben wirklich total viele Möglichkeiten.
Ich finde auch, dass die Kinder in ihrer Gruppe nett sind und sie fühlt sich sichtlich wohl.

Andererseits finde ich einfach, dass so eine "Kitasituation" eine seltsame Sache ist. Eigentlich bin ich überzeugt davon, dass die Ablösung von Seiten des Kindes erfolgen sollte und nicht durch mich herbeigeführt werden muss. (Aber vielleicht löst sie sich ja gerade total freiwillig?)
Und es widerstrebt übrigens allen meinen Überzeugungen sie morgen da trotzdem da zu lassen, auch wenn sie sagt, dass ich nicht gehen soll.
Wir machen ja hier auch Eingewöhnungen bei uns zu Hause mit unseren Betreuungskindern. Mir ist bewusst, dass Kinder manchmal eben traurig sind, wenn die Eltern gehen, aber gleich nachdem die Tür zugefallen ist, sich wieder entspannen und auf die Situation hier einstellen können.
Trotzdem finde ich es eigentlich nicht richtig.
Das man die Kinder "zu ihrem Glück zwingt". Ich glaube bei jedem Kind kommt irgendwann der Moment, dass es einfach von sich aus, die Eltern weghaben möchte. Bei manchen Kindern ist das vielleicht mit 3 und ein anderen mit 7 Jahren. Klar, man muss arbeiten usw. - ich spreche hier auch von einer Idealsituation.
Wir sind ja auch tatsächlich gerade in der luxuriösen Situation, dass keine NOTWENDIGKEIT besteht, dass das Kind in die Kita geht.
Es soll einfach ein Angebot sein. Und dieses Angebot scheint ihr ja auch sehr zu gefallen.

Heute habe ich irgendwie das Gefühl, dass wir aus Versehen und ganz plötzlich in die Situation gekommen sind, dass das Kind nun Vormittags fremdbetreut wird.
Das ist natürlich Quatsch. Seit Monaten wissen wir, dass sie in die Kita kommen wird. Wir hatten das Gefühl, dass sie lieber mit Gleichaltrigen spielen möchte, als mit den Kleinen bei uns. Und dass wir die Kinderbetreuung auf den Vormittags verschieben wollen und die Nachmittage mit dem Kind frei zu haben.
Aber irgendwie überrumpelt mich das trotzdem alles gerade ziemlich.


Vielleicht bin ich auch nur schräg drauf. Bisschen zu wenig Schlaf, weil das Kind gerade schon um 6Uhr aufsteht, R. und ich unsere Schlafenszeiten aber noch nicht angepasst haben. Und das Kind ist ja echt froh gerade und hat ja eigentlich keine Ablösungsprobleme..... was ein Glück.

Und blöd ist der Tag,  weil wir eine Absage für die schöne Wohnung bekommen haben.

Dienstag, 15. März 2011

Kita Tag 2. der Eingewöhnung

Das Kind wollte heute morgen eigentlich lieber mit R. in die Kita. Das geht leider nicht, weil nur ein Elternteil die Eingewöhnung machen soll. Sie war dann aber zum Glück schnell einverstanden.
Das selbsternannte "Kitamädchen" war ganz aufgeregt und hat sich auf den Kitavormittag gefreut. Dort angekommen rannte sie auch sofort rein.

Alerdings kontaktierte sie mich schon um einiges öfter, als gestern noch. (Gestern waren es nämlich genau null mal). Ich sollte ihr helfen beim Klettern und ich sollte mit raus zum Sandkasten und mit ihr aufs Klo gehen.
Das habe ich dann natürlich auch alles gemacht. Dann ist sie wieder alleine los.
Sie fand es wieder toll, hat auch mit anderen Kindern gespielt und mit Wasserfarben gemalt, war als Prinzessin verkleidet, hat sich mit ihrer neuen Zahnbürste die Zähne geputzt und freut sich schon total, dass sie morgen dort Mittagessen darf.

Morgen soll ich auch mal für 10Minuten was "erledigen gehen".

Ich mag die Kita, weil die Kinder wirklich meistens machen können, wozu sie Lust haben. Das finde ich echt wichtig, Sie können immer dann raus, wann sie möchten, zu jeder Zeit mit den Wasserfarben malen, sie können sich in der ganzen Kita frei bewegen, alles ist in Kinderhöhe gelagert und der Betreuungsschlüssel ist auch super.

Woran ich mich wirklich noch gewöhnen muss, ist, dass das Kind nun 3-4 Stunden am Tag Dinge erleben wird, bei denen weder R. noch ich dabei sein werden.
Oder, dass andere Erwachsene dem Kind sagen, was richtig und was falsch ist.
Ein verrückter Gedanke, der sich völlig meiner Vorstellungskraft entzieht.
Aber ich bin ja auch noch in der Eingewöhnung.





Ob ich alles Erzieher gerne habe, wird sich noch rausstellen.

Montag, 14. März 2011

Kita

Das Kind ist ein "Kitamädchen" hat sie heute auf dem Weg zur Kita verkündet.
Der erste Tag der Eingewöhnung lief erwartungsgemäß prima. Alles war neu und spannend und der Erzieher hat sich in den zwei Stunden nur um das Kind gekümmert. Ich saß rum wurde kein bisschen benötigt und habe gelesen. Das Kind und der Erzieher haben mit den anderen Kindern Puppenhaus gespielt, waren in der Kinderküche, haben mit Wasserfarben gemalt und das Kind hat sich als Clown verkleidet. Dann haben sie gebastelt und waren draußen in der Sandkiste.
Das alles fand das "Kitamädchen" super.

Dann sind wir nach zwei Stunden nach Hause und das Kind will morgen wieder hin. Soweit so gut.


Wir haben uns am Samstag eine superschöne Wohnung angesehen, die wir auch bezahlen könnten und die sogar nicht bombastisch weit weg zu der Kita ist.
Bewerbung war nach 20 Minuten bei der Hausverwaltung, ich habe da auch gleich angerufen um zu versichern, dass wir die Wohnung lieben und sie hegen und pflegen würden- jetzt heißt es abwarten und Daumen drücken.
Altbau, in einem Zimmer liegt echtes tolles Parkett, in den anderen beiden Dielen, es gibt eine Badewanne, eine tolle Kammer neben der Küche, einen Balkon, alte Flügeltüren und Stuck an der Decke. Für 82qm beträgt die Miete 665€/warm. Der einzige Hacken ist, dass warm Wasser über einen Durchlauferhitzer läuft. Geheizt wird mit Fernwärme.
Was zahlt man so an Strom bei einem Durchlauferhitzer? Wir sind tendenziell Menschen die mindestens einmal am Tag duschen und eigentlich auch heiß und nicht so kurz....wobei wir an der Dauer auch arbeiten könnten.

Na ja, es gab natürlich neben uns auch noch zahlreiche andere Interessenten- also hoffen wir auf unser Glück.

Am Sonntag waren wir im Wäldchen-Garten und haben die Styropordecke abgemacht und den umgefallenen Zaun auseinandergebaut.
Das Kind ist total gerne draußen. Sie will eigentlich immer raus.
Und sie liebt den Garten. Ich sehe schon, das wird ein feiner Sommer.


Mittwoch, 9. März 2011

Kopffüßler! Yeah!!!!

Noch ist das Foto-Kabel nicht gefunden, dabei ist da ein Bild drauf, bei dessen Anblick mein Herz hüpft. Das Kind hat heute einen Kopffüßler gemalt!!!!! Da lachen die Herzen der beiden Pädagogeneltern.
Es ist völlig verrückt. Sie malte bisher ausschließlich krikelkrakel...seit ein paar Wochen fing sie an Striche zu zeichnen, fein säuberlich einen neben dem anderen. Nie hat sie den Anspruch darauf erhoben, dass es bestimmte Gegenstände oder Personen sind, die sie malt. Und heute- ganz plötzlich einen kompletten klassischen Kopffüßler: Papa-R. Mit Kopfbauch, zwei Armen, zwei Beinen, Augen, Mund und Nase. Ihr merkt schon- ich bin ein fanatischer Kopffüßlerfan
Die Technik ist auch super. Sie malt alles auf dem Kopf- aber alles ist genau richtig platziert und einfach künstlerisch sehr wertvoll ;-)

Und ein zweiter Tageshöhepunkt war, als sie unserem Besuch erklärte: "Schau mal, das ist meine Puppe Mixer- benannt nach einem Rührgerät" Ich habe keine Ahnung woher sie den Ausdruck "benennen" oder "Rührgerät" kennt.


Am Montag war der kleine Bruder auf Zeit bei seiner Oma im Rheinland und wir hatten hier sozusagen frei und sind zu Feier des Tages in den Zoo gegangen.
Am tollsten fand das Kind dieses mal die Otter:
"Ich will auch ein Otter sein! Ich will ohne Taucherbrille tauchen und Fisch essen und so einen tollen Schwanz haben" gab sie wütend und sehr laut zum Besten. Dann standen wir da eine halbe Stunde und haben die Kerlchen beobachtet.



Ansonsten war ich gestern in der Stadtbücherei und habe einen Haufen Kinderbücher und die Lernbücher meiner vergangenen Klausur zurückgegeben und (wie fast immer) eine saftige Strafe bezahlt, weil ich die Leihfrist überzogen habe. (Also ehrlich, ich habe der Stadtbücherei sicher schon soviel Geld gegeben, seit ich in Berlin wohne, dass sie sich ohne Probleme eine fette Nähmaschine kaufen könnte.)
Na ja, aber was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich dort eine sehr tolle Dissertation zu genau meinem nächsten Prüfungsthema gefunden habe. Eine Arbeit über den Schreibstil der polnischen Schriftstellerin Hanna Krall.
Sie ist übrigens einer sehr spannende Frau und ich kenne und liebe alle ihre Bücher. Sie schreibt über Einzelschicksale von polnischen Juden während des Holocaust- sehr empfehlenswert.

Jetzt gehe ich mal ins Bett- heute morgen war ich nämlich dran mit Aufstehen (R. und ich wechseln uns morgens ab) und das Kind wollte leider schon um 5Uhr aufstehen. Daran war ich nicht ganz unschuldig.
Das Kind trägt ja seit fast einem Jahr tagsüber keine Windel mehr.
Nachts hat sie noch eine an, aber eigentlich wacht sie schon seit Monaten auf und nutzt ihr Töpfchen, wenn sie muss.
Die Windel ist eigentlich immer trocken. Also hat sie gestern Abend keine angezogen. Und heute morgen um 5Uhr sprachs neben mir: "Ich bin ganz nass, der Schlafsack ist ganz nass".
Dannach kuschelte sie sich zwar noch brav zu mir und R. unter die Decke, aber an wieder Einschlafen war nicht mehr zu denken. Sie quatschte fröhlich vor sich hin. Hat sich noch total kooperativ 20Minuten lang Bücher im Bett angeschaut- aber dann doch beschlossen, dass sie nun aufstehen und frühstücken will.
Müüüüde.

Edit:
ich habe mir einfach ein neues Kabel gekauft:
Tatatatata: Hier ist er- der tolle süße, gigantische und erster Kopffüßler:

Samstag, 5. März 2011

wenn ich etwas Wichtiges an einen Platz lege an dem ich es sicher wiederfinde....

wenn ich etwas Wichtiges an einen Platz lege, an dem ich es sicher wiederfinde, dann ist es mit ziemlicher Sicherheit für immer, oder zumindest für längere Zeit verloren.
Ich erinnere mich, dass ich das Fotoapparatkabel an solch einen sicheren Ort gelegt habe....und nun suche ich diesen sicheren Ort schon seit Tagen.

Deshalb heute keine Bilder.


Meine Klausur ist rum. Ich habe keine Ahnung, welche Note ich bekomme, aber vermutlich habe ich bestanden.
Dieses "keine Ahnung" Gefühl kommt auch nicht daher, dass ich zu wenig gelernt habe.... es ist so, dass meine Professorin, die ich wirklich mag, weil sie sowohl meine Magisterarbeit, wie auch meine mündliche Prüfung gut bewertet hat, findet, dass jeglicher Dialog mit mir über die Themen "Wettbewerbsverzerrung" sei. Das heißt, ich habe gesagt: "Ich würde gerne die Klausur über Konzepte rassismuskritischer Bildungsarbeit schreiben".
Sie: "Gut".
Das war's.

Also habe ich mir eine Klausur zurechtgebastelt und bin davon ausgegangen, dass sie in der Prüfung dann eine mindestens 4-Zeilige Frage stellt, aus der der Schwerpunkt ersichtlich wird.
"Diskutieren Sie Konzepte der rassismuskritischen Bildungsarbeit", war dann die Frage. Ich habe also alles hingeschrieben, was ich mir so zurechtgelegt habe und mal sehen.

Hauptsache es ist rum.
Ich bin widererwartend irgendwie ein perfekter Prüfungstyp- wenn es so was gibt. Ich lerne ziemlich ausdauernd und bin kein bisschen aufgeregt vorher. Vor der Klausur war ich sogar ziemlich gelangweilt. Schon so gelangweilt, dass ich das Gefühl hatte, ein bisschen mehr Aufregung hätte meine Vorbereitungen bereichert. Aber trotzdem habe ich dann während der Klausur alles runtergerattert, was ich gelernt hatte. Ich hatte eine halbe Stunde Zeit gehabt mir am Schluss alles durchzulesen und bin dann 10min vor Abgabe gegangen.
Nur Spass macht mir das Lernen nicht so richtig.
Und jetzt kommt Germanistik....da stellen sich mir ja die Nackenhaare auf- das kann ich gar nicht, fürchte ich.
Anfang Mai will ich die mündliche machen und dann paar Wochen später die Klausur. Und dann wäre ich fertig. Puuh.

Themawechsel:

Gestern waren wir mal wieder in unserem Gärtchen.
Da wir ja keine Wohnung finden, die wir renovieren können, verlagern wir unseren Aktionismus eben in das 15qm Häuschen.
Wir haben alle Tapeten abgerissen und die ganze Holzverkleidung.
Als nächstes ist die hübsche Styropordecke dran.
Dann wird die Elektrik neu verlegt. Dann spachteln wir und streichen. Alle alten Möbel kommen weg.
Wir müssen jetzt mal den Kompost zu neuem Leben erwecken.
Ich freue mich drauf. Das Kind war gestern auch ganz fröhlich und ist mit dem Hund durchs hohe Gras gestampft.
Jetzt habe ich mal an Euch eine Frage.

Das Grundstück ist ja mitten im Wohngebiet. Trotzdem gibt es keinen Wasser und Abwasseranschluss. Den zu verlegen kostet ja sicher mehrere Tausend €uro und kommt nicht in Frage.
Früher kam das Wasser durch eine Elektropumpe. Den "Brunnen" gibt es auch noch, wir haben keine Ahnung ob der versandet ist- sehr wahrscheinlich. Er war mindestens 5 Jahre lang nicht in Betrieb. Als wir das Häuschen übernommen haben, lag da eine neue Elektropumpe. Uns ist völlig unklar, wie man die anschließt, die Anschlüsse die dran sind, passen auf den ersten Blick überhaupt nicht zu denen, die aus der Erde kommen.

Jetzt haben wir einige Fragen.
Kann man im Wohngebiet einfach so Wasser selbst Pumpen?
Wen beauftragt man, wenn man herausfinden will, ob der Brunnen noch funktioniert?
Was passiert, wenn er versandet ist?

Weil Wasser wäre irgendwie schon nett. Zum Kochen kann man sich sicher welches aus Berlin mitbringen. Aber das Kind will im Sommer planschen. Und wenn man da übernachtet, wäre ja sich mal zu waschen auch nicht schlecht.

Unser Klo braucht kein Wasser- das ist ja ein Trennkompostklo...aber Geschirr spülen....ah.... Wasser wäre einfach gut.

Habt ihr Gärtchen? Wie ist es da gelöst?

(ich habe übrigens prima Fotos von dem Brunnen gemacht, um sie Euch zu zeigen....aber das blöde Kabel....)

Mittwoch, 23. Februar 2011

Strebergärten und Rindermulch

Es gibt (in meinem Leben zumindest) Wörter die ich verdrehe.
Eines der berühmtesten ist Rindermulch.
Getrocknete Rinderkacke muss es wohl sein, habe ich mir erklärt. Wozu man es benutzt war mir ein Rätsel- und immer wenn ich es mal gesehen habe, war ich leicht verwirrt, weil es gar nicht aussah wie getrocknete Rinderkacke. Tiefgreifend habe ich mich jedoch nie damit auseinandergesetzt.
Bis....ich eines Tages...also genauer gesagt letztes Jahr....also mit 30 Jahren.....mit R. im Baumarkt war um genau diesen Rindermulch für unser Trennkompostklo in dem Wäldchen zu kaufen.
RindeNmulch???!!!! Ah.
Ich verstand sofort.


Eine Freundin von mir lebte 25 Jahre lang in der felsenfesten Annahme, dass viele Rentner sich in Strebergärten die Zeit vertreiben und strebsam bemüht sind den Rasen und die Hecken in Ordnung zu halten.

Und ihr so? Welche Erleuchtungen haben Euch so mittlerweile erreicht?

Montag, 21. Februar 2011

ich explodiere gleich

mit der Wohnungssuche ist das so....manchmal ist es mir total egal- da weiß ich die Vorzüge unseres sonnigen Neubaus zu schätzen und denke, dass die perfekte Wohnung uns schon irgendwann mal treffen wird.
Aber manchmal ....JETZT....da halte ich es kaum mehr aus. Da möchte ich sooooo gerne eine neue Wohnung, dass mein magisches Denken mich dazu bringt auf das Telefon zu starren und ganz sicher zu sein, dass da gleich jemand anruft und mir eine nette Altbauwohnung hier in der Gegend anbietet.

Ich habe an 50Leute eine Rundmail geschickt, habe Tauschwilligen im Netz 1000€ geboten, habe Hausverwaltung angeschrieben und jetzt klicke ich alle paar Minuten auf den Posteingang meiner Mails in der Überzeugung, dass sich da gleich jemand meldet.

Wir haben wieder mal so eine Wohnung, die irgendwie schon okay ist, aber irgendwie zu klein mit 67qm ist, ich habe mir 1000 mal die Bilder angeschaut und den Film den R. bei der Besichtigung gedreht hat....und ich bin mir so unschlüssig. Denn eins ist klar- bei den Mietsteigungen gerade ist es Quatsch in zwei Jahren wieder zu suchen. Dann sind die Mieten noch teurer.

Aber wenn die Alternative  ist, aus Kreuzberg wegzuziehen, den Kitaplatz den das Kind in zwei Wochen antritt wieder fallen zu lassen, unsere ganzen Betreuungskinder...ah das ist doch auch Käse.

Na ja, es gab heute auch durchaus nette Momente:

Eine kleine Stofflieferung von Frau Tulpe hängt gewaschen in der Sonne auf dem Balkon und das Kind hat alle ihre Puppen (eine mittelgroße und zwei klitzekleinen) Mixer genannt. Vielleicht auch Mixa: "Wo ist Mixa? Und dann noch die andere Mixa?"
Ich habe ihr daraufhin versucht die Vorzüge von verschiedenen Namen näher zu bringen- aber sie besteht drauf das sie alle Mixer heißen sollen.

Diese Namensgebung hat sich wohl gestern Abend schon ergeben, als ich gerade mit Wärmflasche am Bauch im Bett lag und geschlafen habe. Später wollte mir dann R. erzählen, wie alle Puppen heißen. Er: "Ganz lustig hat sie sie genannt- alle gleich, irgendwas mit X heißen die jetzt alle. Ah so, jetzt weiß ich es: Hexa!....*denk* oder so ähnlich."

Sonntag, 20. Februar 2011

kunstschnee




Draussen ist es gerade sooooo kalt- zumindest fühlt es sich nach den paar Tagen mit milden Temperaturen so an.
Deshalb sind die Spaziergänge zwar häufig aber immer recht kurz. Am Wochenende waren R., das Kind und ich in der EuropacenterTherme und es war vor allem sauteuer....aber auch kuschelig warm. Und das Kind war hocherfreut.

Und sonst vertreiben wir uns gerade unsere Zeit mit "im Schnee spielen". Und zwar während wir im warmen Wohnzimmer sitzen.
Man fülle 100ml Wasser auf einen Teelöffel Pulver und innerhalb weniger Sekunden entsteht flockiger Schnee.
Die Kinder waren begeistert und es wurde geschippt, gebuddelt und gematscht. Wir haben Lebensmittelfarbe in eine Sprühflasche gefüllt und den Schnee damit gefärbt.

Auf jeden Fall ein großer Spass.

Freitag, 18. Februar 2011

Kriminelles Kreuzberg

Schön ist es hier in unserem Kreuzberg.  Das finden glaube ich noch paar mehr Menschen... denn wir verzweifeln bei unserer Wohnungssuche. Ich habe das Gefühl, die Mieten sind schon wieder gestiegen.

Natürlich ist es hier aber auch wahnsinnig Großstadtgefährlich.... da erzählte mir doch gestern eine Bioladenverkäuferin meines Vertrauens, dass in der Wrangelstraße die gesamte letzte Woche ein Mann, der sich als Polizist verkleidet hat, Tempolimitsünder angehalten und um 20€ abgezockt hat.
Eine Woche lang hat der kreative Mensch so sein Geld verdient, bis die echte Polizei auf ihn aufmerksam wurde.
Ein Aufgebot an Zivilpolizisten machte sich gestern also auf um die Bevölkerung zu verhören. Klar, alle kannten ihn- allerdings nur in der Rolle des Polizisten.
Und an das Tempolimit von 20 haben sich in dieser Woche auch mehr Autofahrer gehalten ;-)

Super Geschichte- finde ich.

Ungefähr das gleiche Spiel haben unsere kleinen Neffen letztens gespielt. Es gibt Bilder, wie beide als Polizisten verkleidet Autos in ihrer Straße aufhalten. Ich glaube nur, sie haben vergessen das Geld zu kassieren.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Mit 2 Jahren 7 Monaten und 9 Tagen....

....kommen manchmal Ängste auf. Das der Buggy die Treppen runterfällt, oder dass Monster kommen.
Ist man sehr kussig und küsst alle. Allerdings kaum ins Gesicht- lieber Hände, Beine, Rücken usw. Alle Gäste werden so verabschiedet gerade.
Man hat beschlossen nun polnisch zu lernen und hat in 3 Wochen schon einen Wortschatz von 20 Wörtern und zwei Liedern. Natürlich Akzentfrei und äußerst reizend.
Man beginnt nun wirklich versunken und konzentriert für sich alleine zu spielen- dabei singt man sich selbst erdachte Liedchen vor oder führt Selbstgespräche. Das ist echt toll- ich dachte, dass kommt nie. Nun sitzen R. und ich manchmal ganz still und völlig fasziniert daneben und tun so, als ob wir lesen würden und sind einfach total entzückt, wie groß sie schon ist.
Man kommt bald in die Kita und weiß noch nicht so recht was man davon halten soll. (Mal schauen wie sie die Eingewöhnung findet- gezwungen wird hier natürlich keiner. Wenns doof ist, muss sie nicht.)
Man war letztens auf dem zweiten Geburtstag des kleinen Bruders auf Zeit und sagte beim Abschied: "Danke, das war eine unvergessliche Party". (Und das ist wohl ein Zitat von Janosch).
Man kann eine Stunde auf dem Teppich sitzen und sich Bilderbücher anschauen.
Man hat schon sehr genaue Vorstellungen davon was chic ist, und der Geschmack deckt sich nicht unbedingt mit meinem oder R.s. Aber da lässt man auch gar nicht mit sich diskutieren. Der größte Herzenswunsch gerade wären rosa Ballerinas oder Lackhighheels.
Man hat von seinem Opa ein Dreirad bekommen und ist an ihm festgewachsen. In der Wohnung bewegt man sich quasi nur noch auf diesem Dreirad fort. (Und ich hatte ja Zweifel wozu man wohl ein Dreirad braucht- ich Blöde. Wie soll man sonst von der Küche bis zum Bad kommen?)
Man hat ziemlich gute Ideen- z.B. ist die Taucherbrille ein prima Windschutz, wenn es draußen stürmt. Die Leute haben was zu schauen. ;-)
Man ist jeden Tag ein anderes Tier. Zur Zeit sind wir also alle als Familie Kühe, Robben, Katzen oder Erdmännchen.
Puzzle ist völlig uninteressant. Draussen sein ist immer toll. Vorgelesen bekommen ist immer prima. Zusammen kochen ist immer super. Baden ist immer eine gaudi.
Man spricht super und merkt sich jedes Sprichwort.
Man ist sehr feinfühlig und kann auch super auf die Launen von R. und mir reagieren: "Etwas ärgert dich gerade, oder?" So eine Frage besänftigt mich immer.
Man ist gestern aufgewacht und der erste Satz war: "Meine Lieblingsfarbe ist rosa, weißt du?" (Ich hatte es irgendwie schon geahnt.)

Man ist toll wie eh und je und ist echt schon kein Kleinkind mehr.

Sonntag, 13. Februar 2011

hier bin ich wieder

das Kind ist entspannt. Die Grippe, Krankheit von unseren Tageskindern, der Aufenthalt bei meinen Eltern, dann war R.s Fuß verletzt und er konnte nicht laufen....das alles führte zu viel viel Zeit zwischen R.,mir und dem Kind. Und diese paar Wochen haben ein völlig in sich ruhendes Kind geschaffen. Immer gut gelaunt, total witzig. Sonst ist ja auch immer einer von uns beiden hier und wir nehmen uns immer Zeit zum Spielen, Vorlesen, usw. Aber in Dreierkombination sind wir in den letzten Monaten wegen meinem Lernen und R.s Arbeit eben nicht so wahnsinnig häufig. Das haben wir mal wieder alle gebraucht. Aufgetankt gehe ich morgen wieder Lernen. Der Nachschreibetermin für meine Klausur ist am 3.03.

Da am Wochenende die Sonne schien machten wir einen kleinen Ausflug in den Plänterwald. Das ist irgendwie überhaupt kein richtiger Wald- würde ich sagen- ich als Kind vom Land. Das sind ein paar Bäume- man braucht ungefähr eine knappe Stunde um ihn gänzlich zu umrunden. Aber nach Jahren in Berlin fühlt es sich zumindest mal sehr waldmäßig an. Der Hund ist total davon überzeugt, dass er im Wald ist- und sehr glücklich und das Kind wollte sowieso nur piknicken im Wald. Das haben wir dann auch gleich an dem ersten Baumstamm getan.

Das tolle und zauberhafte am Plänterwald ist aber der verlassene und leicht gruselige Jahrmarkt.










Samstag, 5. Februar 2011

Kennt ihr noch Bärenwald?

Wir husten vor uns hin, aber irgendwie geht es langsam wirklich bergauf.

Ich habe aus Versehen in der Woche bei meinen Eltern ein Twilight-Buch gelesen- und das war wirklich nicht besonders förderlich für mein künftiges Zeitmanagement. Es ist sehr platt, kitschig und teeniemäßig und genau das wonach mein Hirn sich nach wochenlangem Lernen gesehnt hat. Ich bin verwirrt und sehe mich schon im Affenzahn alle 4 Bände durchlesen um wieder in Ruhe weiterlernen zu können.  Ist doch bescheuert- man könnte denken, dass man mit 31  irgendwie klüger ist.

Meine Eltern haben dem Kind ein Puppenhaus geschenkt- genaugenommen dieses hier, was ich auch schon im Blick hatte.
Und dazu meine alte Simba Bärenwaldfamilie. Ich war megamäßig entzückt- das Kind irgendwie nicht so. Zur Zeit ist irgendwo sitzen und sich in Ruhe mit etwas so filigranem wie einem Puppenhaus und einer Retrobärenwaldfamilie zu beschäftigen nicht ihr Ding.
Aber ICH habe mich sehr gefreut.
Das Kind ist unterdessen wie bekloppt mit einem kleinen Dreirad rumgefahren und hat darauf bestanden, dass wir es mit nach Berlin nehmen. Sie liebt es heiß und innig und hat sich schon immer eins gewünscht. Irgendwie ist mit der Sinn eines Dreirads noch nicht wirklich klar. Sie scheint dafür schon irgendwie zu groß zu sein- allerdings schafft sie es kaum in die Pedalen zu treten, weil es total anstrengend ist. Aber sie quält sich über den Hof und ist sehr zufrieden mit sich und der Welt. Ich hoffe auf die baldige Rückbesinnung auf das Laufrad- dass um einiges praktischer ist um von A nach B zu kommen. ;-)

Und heute kam ein Päckchen an. In dem Päckchen war eine neue Fernbedienung. Seit zwei Monaten ging fernsehen bei uns nämlich nur so.
Man stelle sich mit der Fernbedienung vor den Reciever- der sich auch nicht per Hand umschalten lässt- und drücke und klopfe und fluche- nach 5-10Minuten erbarmt sich die Fernbedienung für einige Sekunden zu funktionieren.

Das führte dazu, dass ich einfach mit dem fernsehen komplett aufgehört habe. Und das Kind und R. ein Battle hatten- da das Kind gerne Sandmännchen schaut und R. Phönix. Also musste man das Umschaltdrama zweimal am Tag erleben.
Bis....ich vor einigen Tagen die Idee hatte, dass wir doch einfach eine neue Fernbedienung bestellen könnten. Die hat 12€gekostet- ist Original und funktioniert einwandfrei. Ganz beeindruckt saßen R. und ich gerade vor der Kiste und zappten 10Minuten wild von einem Programm zum anderen. Dann machten wir den Fernseher aus und waren sehr glücklich.

In dem Päckchen waren kleine Styroporkugeln und das Kind hat eine ganze Stunde damit verbracht mit einem Handtuch bewaffnet durch das Wohnzimmer zu hüpfen und unter: "Ich zauber die alle weg! Hex Hex!" Schreien- oder besser gesagt Brüllen....das Handtuch so zu schwingen, dass die Kügelchen sich gemütlich in jede kleinste Ritze unseres Wohnzimmers verkrümeln konnten. Den ganzen Teppich hatte sie nach einer Stunde saubergezaubert. Sehr fleißig.

Donnerstag, 3. Februar 2011

also irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt

also irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt mit dem Urlaub.
Ich bin immer noch krank. Einen fiesen Reizhusten habe ich der mich ziemlich quält. Das Kind hustet auch.
R. ist immer noch gesund.

Wir sind wieder in Berlin und schleppen uns so durch den Alltag. Ich hoffe auf baldigen Frühling.

Mittwoch, 26. Januar 2011

wir machen mal ne Pause hinter den sieben Bergen

hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, wo Hase und Fuchs sich Gute Nacht sagen und die Bürgersteige einfach hochgeklappt bleiben...wohnen meine Eltern.

Wegen den Tageskindern, dem Arbeiten und Lernen war ich vor einem Jahr das letzte mal hier. (Also meine Eltern waren paar mal in Berlin 2010- ist nicht so, dass wir uns gar nicht gesehen hätten).

Und als wir jedenfalls so krank in Berlin rumsaßen- in unserer Miniwohnung- da dachten wir uns, dass wir einfach schnell das Auto von Freunden leihen und alles reinwerfen und hierher zur Kur fahren.

Das Kind ist nun auch krank. Richtig hoch Fieber hat sie. (Dieser Virus ist wirklich fies). Also sind wir einfach Abends losgefahren und sie hat die ganze Fahrt gepennt.

Nun sind wir hier.

Zwar kann ich keine alten Freunde treffen - weil wir so Virsurverseucht sind- aber dafür reicht es dem Hund einfach die Kellertür zu öffnen, man kann vor dem Kamin sitzen, vielleicht fahren wir morgen mal zu den Salinen und laufen da ein bisschen rum und atmen mal tief ein. Einfach halt mal gar nichts tun. Niemand treffen, nur Familienzeit mit dem Kind und gesund werden.
Bei mir kommen noch 1-2 Zahnarzttermine hinzu- hier ist nämlich der Zahnarzt der der Tollste und Beste ist.

Sonntag, 23. Januar 2011

Klausur ade-

Gestern Abend hatte ich über 40C Fieber und der nette Mann vom ärztlichen Bereitschaftsdienst den wir dann eingeladen haben, hat mir ein Antibiotikum verschrieben. Eine Bronchitis ist es- hat er gesagt. Und es dauert noch eine Woche bis ich wieder gesund bin.

Ich erinnere mich nicht, wann ich zum letzten mal Antibiotikum genommen habe. Ich glaube, da habe ich noch zu Hause gelebt. Also vor über zehn Jahren? Ich habe es jedenfalls sehr dankbar und ohne jegliche Bedenken eingeworfen. "Mach ihn platt, den schrecklichen Husten und das fiese hohe Fieber!"

Das Kind quält sich nachts auch mit Husten und Fieber rum, ich denke, wenn R. sich bis morgen auf den Beinen hält, wird er mit ihr auch mal unserem Kinderarzt einen Besuch abstatten.

Somit ist also der Klausurtermin am Dienstag als gestorben erklärt.
Mittlerweile macht es mir gar nichts mehr aus.
Ich will einfach nur wieder gesund sein.

Freitag, 21. Januar 2011

fünf Gänge langsamer schalten und im ersten Gang langsam vor sich hin kullern

ich bin krank. So richtig fies. Seit Mittwoch habe ich hohes Fieber und schauderhaften Husten. Das Kind hat diesen Husten auch und seit heute auch  Fieber- aber noch scheint es sie nicht sonderlich zu stören. Sie hat isst nur nichts- genau wie ich übrigens.
Es ist alles etwas doof, weil ich am Dienstag- also in 3,5 Tagen in einem netten Raum der FU sitzen wollte und meine Klausur über Konzepte der Antirassistischen Jugendarbeit schreiben wollte. Ich bin auch eigentlich mit dem Lernen gut im Zeitlimit gewesen...nur langsam wird es knapper und knapper und von Lernen kann irgendwie keine Rede sein. Nach 5 Zeilen tuen meine Augen weh und mein Gehirn arbeitet auch irgendwie nicht so wirklich mit. Schon diesen Text schreibe ich gerade in der dritten Etappe.
Heute war ich beim Arzt und die hat mir keine großen Hoffnungen gemacht und mir eine Krankschreibung bis zum 28.01 in die Hand gedrückt.

Noch habe ich mein Klausurvorhaben nicht ganz aufgegeben, lerne hier und da die drei möglichen Zeilen. Ich will am Montag entscheiden, ob ich die Klausur losschicke.

Ätzend!

Dienstag, 18. Januar 2011

man kennt mich

voller Stolz darf ich verkünden, dass ich so fleißig gelernt habe in der Bibliothek, dass man mich beim NACHNamen kennt. Man kann ihn in der Bibliothek aussprechen und schreiben. Und das ist schon der absolute Wahnsinn kann ich denjenigen versichern, die nicht wissen wie ich mit Nachnamen heiße.
Immer immer muss ich ihn Buchstabieren und er wird zu 99%Prozent falsch ausgesprochen. Ich würde ja R. heiraten um einen gewöhnlichen Allerweltsnamen zu bekommen- wobei R. jetzt auch nicht mit einem wunderschönen Nachnamen gesegnet ist...aber zumindest mit einem gewöhnlichen. Allerdings sind in seinem Nachnamen so viele R.s (in seinem Vornamen ja nun leider auch)- und ich sage nicht so gerne "R". Ich kann es auch nicht gut.

Er wird übrigens immer nur gefragt: "ist das der Nachname oder der Vorname?"....aber dieses Problem hätte ich ja glücklicherweise nicht.

Als das Kind in meinem Bauch wohnte stritten R. und ich uns darum, welchen Nachnamen sie bekommen sollte. Ich wollte dass sie so heißt wie er. Er wollte, dass sie so heißt wie ich.

Wir haben dann im Geburtshaus eine Münze geworfen. Ich habe gewonnen und nun heißt sie wie er...also nur mit Nachnamen.

Wie gesagt sage ich nicht gerne "R".
Ich war 5,5 Jahre alt als wir nach Deutschland zogen und deutsch zu lernen fiel mir leicht. Nur das "R" wollte nicht so recht.
Meistens werde ich gefragt, ob ich aus Bayern stamme. *räusper* NEIN!
Ich versuche es also nicht so zu rollen und heraus kommt ein seltsamer Laut- den irgendwie niemand versteht.

Die meisten Probleme mit meiner Aussprache haben Bäckereiverkäuferinnen. Echt- egal bei welchem Bäcker ich bisher war, immer hatte ich am Ende zwei Brötchen in der Tüte und nicht drei. Besonders zu der Zeit, als ich in einer 3er WG gewohnt habe, war es ziemlich lästig.
Ich habe mir verschiedenste Strategien ausgedacht um an das dritte Brötchen zu kommen.

Strategie I:
-Ich zeige es mit den Fingern und versuche es sehr langsam und deutlich auszusprechen. Das ist mühsam, dämlich und führt auch nicht immer zum Erfolg.

Strategie II:
-"Ich hätte gerne zwei Brötchen.....ah- packen sie mir noch eins ein".


Einmal klingelte in unserer WG das Telefon und eine Freundin meiner Mitbewohnerin war dran.
"Nein, sie ist nicht da. Soll sie dich zurückrufen?" fragte ich sehr nett.
"Was soll sie?"
Ich: "dich zurückrufen?"
"was, zurückschufen?"

Ich meine, jetzt ernsthaft. Selbst wenn ich gesagt hätte: "Nein, sie ist nicht da. Soll sie dich zurückschlumpfen?" hätte das doch ein halbwegs mitdenkender Mensch verstehen müssen.

Na ja, Freunde behaupten übrigens, dass man mich hervorragend versteht. Ich weiß auch nicht. Ich kaufe jetzt immer 5 Brötchen, weil hier in Berlin muss man ja noch zu allem Übel "Schrippen" sagen, und das Wort ist ähnlich unaussprechlich, wie der Nachname von R.

Freitag, 14. Januar 2011

Seit ich lerne...

bin ich viel müder als vorher.

Was wirklich seltsam ist, weil ich eigentlich finde, dass so ein Tag mit mindestens 2 Kindern, die einen den gesamten Tag lang beschäftigen und die man ab und an auch mal beide in den 4 Stock tragen muss schon um einiges ermüdende sein müsste als den ganzen Tag in der Bibliothek in völliger Ruhe rumsitzen und ein bisschen was zu schreiben und ein bisschen was zu lesen und zwischendurch eine gemütliche Pause zu machen.

Und trotzdem passiert es nun immer öfter, dass ich einfach um 19Uhr beim ins Bett bringen des Kindes einschlafe. (So im übrigen auch an Silvester- aufgewacht bin ich einfach am nächsten morgen).

Und das wäre echt auch nicht so übel, weil ich das Gefühl 12 Stunden am Stück geschlafen zu haben schon seit Ewigkeiten nicht mehr hatte und es ein wirklich Gutes ist...nur bei den letzten beiden malen ist mir ein Missgeschick passiert. So auch eben.
Ich schlafe also ein............. und dann wache ich nach drei Stunden ziemlich ausgeschlafen wieder auf. So ausgeschlafen, dass in den nächsten vier Stunden an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Ein Mittagsschlaf sozusagen.

Ist doch blöd- dann bin ich morgen früh um sieben, wenn das Kind fröhlich ruft: "Raus aus den Federn!" überhaupt ziemlich müde.

______________

Wir haben eigentlich seit Ewigkeiten einen Kitaplatz für das Kind und schieben den Kitaeintritt  immer wieder weiter hinaus.
Nun haben wir beide das Gefühl bekommen, dass wir vielleicht einfach nicht mit dem Kitaplatz zufrieden sind (obwohl die Kita echt nicht die schlechteste ist und auch noch nicht völlig aus dem Rennen)- das war damals auch die einzige die wir uns angeschaut haben.

Jedenfalls vergleichen wir jetzt ein bisschen.

Ich fände es am tollsten wenn wir einen "unerzogenen" finden würden. Ich habe sogar einen gefunden, bei dem das so ähnlich im Konzept steht- aber der ist bisschen zu weit weg.
Habt jemand einen Tipp?
Auf keinen Fall soll es Waldorf sein. Rudolph Steiner finde ich sehr unmöglich.
Montessori fände ich noch einen guten Kompromiss.

Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass es wirklich schnuppe ist, was im Konzept steht...die Erzieher und Erzieherinnen müssen toll sein.

Mittwoch, 12. Januar 2011

12 von 12 im Januar

Die Idee 12 Bilder über den Tag verteilt zu fotografieren ist bei anderen total zauberhaft und bei mir gerade ziemlich Bibliotheklastig.

Ich stehe gegen 7.30Uhr mit dem Kind auf. Jeden zweiten Tag im Wechsel mit R. Das Kind ist sofort gelaunt. Entweder ganz furchtbar schlecht oder ganz verrückt gut. Ich bin noch gar nichts, bevor ich den ersten Kaffee getrunken habe.

Ich mache also Kaffee und dann trinke ich ihn während ich "mit ohne" Stimme und unter ständigen Gähnen dem Kind Bücher vorlese.



Dann irgendwann wecken wir R. und ich gehe Duschen und ziehe mich an und dann gehen das Kind, der Hund und R. spazieren und ich in die Bibliothek zum Lernen. Manchmal kommt noch der kleine Bruder auf Zeit kurz vorher vorbei, meistens treffen sie ihn aber bei der Morgenrunde und bringen ihn dann mit....aber da bin ich ja schon in der Bib.

Ich sitze da also und lerne, schlimmstenfalls surfe ich. Zur Zeit machen die Pausen Spaß, weil eine Freundin von mir auch noch ihre allerletzte Hausarbeit dort schreibt. Manchmal machen wir gleich zu Beginn eine Pause- weil die Pausen sind am Schönsten.

Irgendwann im Lauf des Spätnachmittags komme ich nach Hause. Wir hängen rum, lesen viel, gehen nochmal um den Block, Toben.  Dann essen wir zusammen und das Kind schaut Sandmännchen und stürmt dannach ins Bad um Zähne zu putzen.
Ich bringe Sie ins Bett und abends hänge ich entweder im Netz rum, manchmal lerne ich noch weiter, selten lese ich mal einfach so ein tolles Buch. Irgendwie macht das das Germanistikstudium....dass man kaum mehr zum Lesen von guten Büchern kommt.

Irgendwann um Mitternacht gehe ich ins Bett.
R. hat mit den Kindern viel tollere Tage, sie sind viel draußen und zu Hause malen sie, Toben ganz wild.... na ja, dauert ja nicht mehr so lange, dann sind meine Tage auch etwas Bunter. Und wenn es Abends länger hell wird, dann kann man auch noch um 21Uhr auf dem Spielplatz rumhängen- das haben wir letztes Jahr oft gemacht.

Na ja...lange Rede kurzer Sinn...ich zeige mal einfach so 12 Bilder der letzten Tage...und nicht die Bibliothek

 EISBLUMEN!!!!
An dem Fenster der Häuschens in unserem Wäldchen. Toll, oder? ich habe ehrlich gesagt vorher noch nie Eisblumen gesehen...außer in Bilderbüchern.


 Das Kind war mit R. im Aquarium...und hat die Zeit genutzt um mal ausgiebig zu planschen. Wie gerade jeden Tag an der Spüle in der Küche. Im Aquarium ist ein Streichelbecken...die Fische wollte sie allerdings um keinen Preis anfassen.


 Die absoluten wahnsinns Cupcakes die meine tolle Schwester mir einen Abend vor der Prüfung geschenkt und selbstgemacht hat. Die haben nämlich übersinnliche Kräfte die auf jeden Fall eine 1 vor dem Komma zaubern. Haben super lecker geschmeckt und sehr gut gewirkt....und sahen dabei noch umwerfend aus.


 Minimalistisches Kindermittagessen. Das Kind mag echt gerne Gemüse und ist da beinah alles...aber eigentlich nur in diesem Zustand. Unter z.B. eine Tomatensoße gemischt mag sie es nicht. Umso besser.


 Sonniges Wochenende...echt schön so eine Stimmung in der Wohnung. Da lohnt sich der mehrmalige Aufstieg in den 4. Stock jeden Tag.


 "Ich will Wackelpudding- wie der Findus grüne Erbsen" sprach das Kind.


 Hier zeigt eine Freundin ihren Kindern und unserem Kind wie die Yogakrähe geht. Wir haben sehr gelacht.

 Kinderkunstwerke zum Trocknen. Ihr seht auf dem Bild auch unsere Balkonleichen in den Blumentöpfen. Ich mag das aber eigentlich gerne. Ist so herbstlich ;-)


 Mutterliebe zum Abendessen. Ich wollte mal bisschen was Bauen...das Kind war erfreut - und kein bisschen verwundert.




 Mal wieder malen.


Das war der letzte Typ unsere Weihnachtsclique. Er hat noch eine geraucht und verschwand dann mit seinen Kollegen im Weihnachtskarton.

Weitere 12 von 12 findet ihr wie immer hier.
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Möchte jemand von Euch vielleicht seine Nähmaschine verkaufen?
Ich bin mal wieder auf der Suche.

Donnerstag, 6. Januar 2011

müde

Ich bin müde.
Ich war in den Tagen vor der Prüfung so unter Strom, dass ich die Müdigkeit gar nicht wahrgenommen habe. Am Montagnachmittag kam sie plötzlich über mich und ich fühlte mich, als ob ich komplett aus Blei bestehen würde.
Nun habe ich ja in 2,5 Wochen noch die Klausur- und ich gehe auch schon wieder seit Dienstag in die Bibliothek....aber irgendwie stellt sich dass Gefühl des "unter Stroms stehen" nciht wieder ein. Ich bin einfach nur müde.

apropos

Ich habe auch das Gefühl, dass das Kind oft einfach müde ist. Schlafen möchte sie aber auch nicht.
Sie schläft so 11-12 manchmal 13 Stunden nachts. Tagsüber nur noch ganz selten und dann auch nur irgendwie aus Versehen. Wir bieten es ihr meistens an- sie probiert es, steht dann aber wieder auf. Ab 16Uhr ist sie eigentlich echt durch und geht dann um spätestens 19Uhr gerne ins Bett.

Irgendwie flutscht das aber nicht. Wie ist das bei Euch?
Das Kind ist ja nun gerade 2,5 Jahre alt. Der Alltag zu Hause ist sicher nicht so aufregend wie in der Kita. Allerdings sind ja bei uns auch immer Kinder und wir sind viel draussen. Der kleine Bruder auf Zeit schläft immer und super gerne und ganz lang. 2-3 Stunden Mittagsschlaf und dann nochmal 11-12 Stunden Nachts. Er ist ja auch nur 7 Monate jünger als das Kind.

Themawechsel:

Habe ich Euch schon von dem tollsten Kinderort in Berlin erzählt?
Meine Mutte hat ihn entdeckt, als sie das letzte mal hier war. Vor kurzem war meine Schwester mit dem Kind nochmal dort und war auch echt begeistert.

Oben in dem Alexakaufhaus ist eine riesige Modeleisenbahn. Miniwelten  -Berlin-Mitte in Miniatur. Alle 20 Minuten wird es Nacht in der Halle, es gibt unwahrscheinlich viel zu sehen, auch für Erwachsene ist es super witzig, alles ist sehr liebevoll und Detailgetreu nachgebildet (also die Halle ist häßlich, aber die Modeleisenbahn ist echt toll).
Es gibt Knöpfe zum Drücken und kleine Leitern, so das die Kinder auch was sehen. (Das finde ich nämlich bei den meisten Museen echt blöd).
Die Halle ist jeden Tag im Jahr zwischen 10-20Uhr geöffent.
Der Eintritt für Erwachsene ist ziemlich teuer mit 12,50€- aber ich finde es lohnt sich dann doch. Das Kind war beide male über 3 Stunden drin und wollte eigentlich noch länger.
Es gibt ein riesiges häßliches Cafe, indem aber eine Holzbrioeisenbahn ist, die das Kind auch super spannend fand.