als das Kind geschlüpft ist, da war uns eigentlich nur das mit dem Familienbett schon klar. Und alles andere ergab sich dann einfach durch den Umgang mit ihr und durch Gespräche untereinander.
Zu merken, dass sie wirklich schon ein fertiger Mensch ist, die wenn man sie nur lässt, Entscheidungen für sich trifft, mit denen wir gut leben können erstaunt R. und mich bis heute immer wieder. Zu merken, dass der Umgang mit einem Kind meistens unbeschwert ist und immer viel einfacher als wir uns das vorher vorgestellt hatten.
Wir finden sie halt einfach toll und der Alltag mit ihr macht uns echt Spass.
Dass sie z.B. alleine entscheidet, wann sie ins Bett geht (und das ist meistens um 21Uhr der Fall- manchmal schon um 19Uhr selten erst um 23Uhr), dass sie gemeinsam mit uns entscheidet, was wir machen oder was wir essen.
Dass sie einfach ein vollwertiges Mitglied in unserer Familie ist und von uns auch so behandelt wird.
Das ist kein Dogma. Manchmal sind wir uns unsicher, manchmal sind wir einfach zu ungeübt, manchmal uneinig und oft auch zu ungeduldig. Ich würde uns jetzt nicht als die völlig überzeugten Antipädagogen sehen. Aber es ist ein Prozess und es macht Spass und fühlt sich richtig an. Und als ich das Unerzogen-Magazin entdeckt hatte, da war ich echt von den Socken. Schwarz auf weiß zu lesen, dass andere Eltern ganz ähnlich denken war echt nett und bereichernd. Wobei wir auch wirklich ziemlich glück haben und in einem Freundeskreis leben, der ganz ähnlich gestrickt ist.
Das Kind und der kleine Bruder auf Zeit fühlen sich meistens wohl, sind oft offen und häufig froh und wir sind größtenteils entspannt (das ist sowieso eines unserer großen Elterndaseinsziele).
So, und jetzt mal was anderes.
Darf ich vorstellen? Unser Hundi. Sie ist 9 Jahre alt und R. und ich bekamen Sie in unsere Obhut, als sie 6 Wochen alt war.
Mittlerweile ist aus dem Tobehund eine ältere Dame geworden.
Übrigens klappt das mit dem Unerzogen bei ihr eigentlich auch recht gut. Zumindest waren viele Sachen, für die wir in der Stadt sehr dankbar sind schon in ihr verankert, als sie bei uns einzog. So hat sie immer große Bedenken uns zu verlieren, läuft so immer ohne Leine und bleibt in unserer Nähe.
Nun war R. mit Kind und Hund einkaufen. Er sagte: "so leg dich hier hin, wir kommen bald wieder raus". Der Hund legte sich hin und wartete.
R. und das Kind gingen also einkaufen und sind dann gedankenverloren aus einem anderen Ausgang wieder raus um dann auf den etwa 10-15 Minuten Fussweg entfernten Spielplatz zu gehen. Dort angekommen bemerkte R. dass ihm irgendetwas fehlte. (Der Hund spielt für gewöhnlich ausserhalb der Umzäunung im Gebüsch, während R. und das Kind sich auf dem Spielplatz vergnügen.)
So hastete er mit Kind wieder zurück zu dem Supermarkt, wo der Hund- schon etwas ungeduldig immer noch davor wartete.
Okay- einmal ist keinmal.
Als aber R. heute aufbrach um mit dem Hund spazieren zu gehen und dann nach 3 Minuten klingelte: " Du, ich habe den Hund vergessen, kannst du ihn mir mal runterschicken"
... da dachte ich- was ein Glück kann das Kind reden und macht auf sich aufmerksam. R. wird irgendwie bedenklich alt mit seinen 32 Jahren.

2 Kommentare:
das unerzogen magazin haben wir auch entdeckt und sofort abonier...super gut. leider haben wir nicht wirklich ähnlich denkende freunde mit kindern im umfeld...das vermisse ich sehr umso wichtiger für mich der austausch hier im netz...aber wir wohnen auch auf dem land und berlin ist da sicher vielfältiger...liebe grüße!!!
: ) So läuft es in etwa bei uns auch ab ... nur beim Schlafengehen geben wir die Zeit vor ... aber da gab es noch nie gejammer und gebrüll ... es wird ein Buch gelesen und innerhalb von 5 Minuten ist er im Traumland ; D
Es gibt aber keine starren Schlafenszeiten ... je nachdem was wir unternommen haben, wie er wirkt entscheiden wir spontan und situationsabhängig.
Und auch sonst wird Moritz meist nach seiner Meinung gefragt, wenn es um Entscheidungen geht, die ihn mit betreffen ... und ich finde das gehört sich so.
Letztens habe ich ein Elternpaar mit 2 Kindern belauscht, als der Vater seinen ca. 4 Jährigen Sohn im Satz unterbrach: Du, entschuldige, dass ich dich jetzt unterbreche, ..." ... das fand ich toll ...
so und jetzt ist schluß ; D
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