Donnerstag, 14. Juli 2011

kleine Wohnungseinblicke

Zur Prüfungsbelohnung war ich heute das erste mal seit bestimmt zwei Wochen in der Wohnung und habe die frisch gestrichenen und tapezierten Wände mit der wirklich grottenschlechten Handykamera fotografiert. Hier also die dunklen, verwackelten und farbverzerrten ersten Bilder.
Ich weiß ja nun mittlerweile, dass sich nach der Prüfung nicht das "Juhu, ich könnte die ganze Welt umarmen-Gefühl" sondern das "ich bin so müde und kaputt und alles tut mir weh und ich weiß nichts mit mir anzufangen-Gefühl" einstellt.
So ist es nun auch heute.
Bleiernde Müdigkeit, Kopfschmerzen und eine totale Antriebslosigkeit. Die Klausur war so lala. Wobei für meine Verhältnisse bezüglich der Germanistik kann ich sagen, dass ich mein bestes gegeben habe und es auch nicht viel besser hätte machen können. (Und sowas kann ich wirklich nicht oft von mir behaupten). Ich habe beinah alles geschrieben, was ich vorher gelernt habe, allerdings war die Fragestellung irgendwie nicht optimal und ich bin einfach in Germanistik zu schlecht, als dass ich da groß improvisieren könnte. Ich hoffe für ein "bestanden" hat es gereicht. Jetzt also noch eine Prüfung.

Also- hier seht ihr das Schlafzimmer. Hier auf dem Bild sieht alles grün aus....in Wirklichkeit ist alles gelb...wobei die grüne Wand, die eigentlich grau werden sollte, schon grün ist. Aber Tapete und die "vanilleweiße" Wand sind es nicht. Auf dem Foto wirkt es wie ein Schuhkarton....eigentlich fand ich es gerade "in echt" ganz wohnlich. Mhm....muss gleich nochmal schauen gehen.



 Hier das Wohnzimmer. Ein Traum....auf dem Bild erkennt man ja eigentlich gar nichts.




Küche- in strahlendem weiß- wo man auch hinschaut. Wir haben gestern auch noch paar weiße Küchenunterschränke gekauft. Aber das gelde Möbelhaus hatte die Arbeitsplatte, die wir uns ausgesucht hatten nicht mehr da....morgen dann.
Ah ja, und weil sie auch das Spülbecken, was wir uns ausgesucht hatten nicht mehr da hatten und unsere Frustrationsgrenze damit erreicht war, haben wir uns einfach spontan und kopflos ein supercooles, ziemlich teures weißes Keramikbecken ausgesucht, was uns jetzt wohl unser ganzes Leben lang begleiten wird. ;-)



 Der Flur. Eine Wand ist blau, die anderen sind weiß. Den Boden lackiert R. heute auch weiß- der war ähnlich wie in der Küche nicht mehr zu retten. Der Flur wird prima.


Das Bad ist noch eine Baustelle. Da fehlt noch eine VErkleidung für die Wanne und alle Silikondichtungen.
Das Zimmer in rosa habe ich vergessen zu fotografieren. Das sieht sehr hübsch aus und im Moment ist es das Zimmer des Hundes und der Kinder- 

Dienstag, 12. Juli 2011

ich bin eh so der meditative Prüfungstyp....

morgen dann mal wieder eine Prüfung.

Das Verhältnis von Literatur und Traum anhand: Sara Sampson, Faust1, Heinrich von Ofterdingen, Frankenstein und  Kätchen von Heilbronn.
Laaaaangweilig. Und es macht gar keinen Spass und ich muss einfach nur durch.

Ich weiß ja nun schon...aus der Erfahrung der zwei Prüfungen die ich schon hinter mir habe, dass ich so ein meditativer gelassener Prüfungstyp bin. Eigentlich ganz nett. Aber sicher wären die Noten noch besser, wenn ich etwas mehr Enthusiasmus gegen Ende zeigen würde.

Ich fange Wochen/Monate vor der Prüfung an, das Gefühl zu haben, dass ich nun nichts mehr anderes machen darf außer lernen. In Wirklichkeit hänge ich dann im Netz rum, lese Blogs, bestelle Sinnloses bei Amazon usw. So eine Zeitverschwendung!

Ungefähr drei Wochen vor dem Termin fange ich dann tatsächlich an produktiv zu werden....jetzt nicht mörderproduktiv, aber so, dass ich beginne eine Ahnung davon zu haben, was ich da eigentlich mache. Das ist auch die Phase, in der ich denke, dass ich das NIE kapiere und es einfach für mich unschaffbar ist und dass man ja wirklich sehr gut, ohne Uniabschluss durchs Leben kommt und alle mich mal können.

Eine Woche vorher ist so meine tatkräftigste Lernzeit. Da bekomme ich auch die Kurve und alles scheint zwar viel zu viel- aber immerhin bestehbar.

Und dann so zwei Tage vor der Prüfung, da werde ich irgendwie die Ruhe selbst. Ich freue mich auf den Tag NACH der Prüfung und bin einfach nur noch megagelangweilt.
Die einzige Nacht, die ich mal vor einer "Prüfung" durchgearbeitet habe, war die vor Abgabe meiner Magisterarbeit. Das lag auch dann weniger an mir, sondern daran, dass in dieser Nacht vier Freunde von mir, jeder an seinem eigenen Laptop und in meiner Wohnung, meine Arbeit nochmal durchgelesen und Fehler ausgebügelt hatten.

Ich wäre ja ins Bett gegangen....mich hätten ja die paar Fehler nicht mehr gejuckt.....(wobei ich dieser Nacht, dann sicher die Note verdanke, die mich jetzt auch beruhigt auf "ich brauche nur zu bestehen, schlechter als ne 2,0 kann es nicht werden"- lernen lässt)

Ich verfalle da so kurz vor der Prüfung in eine Art Lethargie. Und in so einem Zustand befinde ich mich nun auch gerade. Morgen um 8.30Uhr gehts los. Da muss ich dann diesen Text runterschreiben, den ich mir seit 3 Tagen zu merken versuche und den ich am Freitag schon sicher ganz und gar vollkommen vergessen habe.
Und das ist einfach sooooo langweilig. Prüfungen sind sooooooo langweilig.
Okay....also Klausuren sind natürlich auch ganz extrem....so eine mündliche Prüfung ist etwas unangenehmer und deshalb auch nicht ganz so langweilig.
Also, es ist ja wirklich nicht so, dass diese Langeweile daraus entspringt, dass ich mit dem Lernstoff unterfordert bin....das leider überhaupt nicht. Es ist einfach so, dass ich so Prüfungen einfach blöd und unnötig finde.


Und ansonsten? Ich freue mich, morgen Nachmittag mit dem Packen zu beginnen.
Alle Malerarbeiten sind nun abgeschlossen. R. ist eine Kampfmaschine. Heute nacht ist er gegen 2 Uhr nach Hause gekommen.
Ab morgen baut er die Küche- und dann, sobald er fertig ist, ziehen wir um.
Ich freu mich. Die neue Wohnung ist echt hübsch geworden. Bald beglücke ich Euch mal mit Bildern.

Nach einem kleinen körperlichen Arbeitseinsatz darf ich dann im August wieder lernen. Aber dieses mal, spare ich mir die Wochen/Monatelange Anlaufzeit der Zeitverschwendung. Ich fange einfach so knapp vor dem Termin an, dass mir nichts mehr anderes übrig bleibt als durchzustarten. Ich denke eine kluge Entscheidung. Man könnte ja auch meinen, dass man sich nach fast 32 Jahren einschätzen kann.

Dienstag, 5. Juli 2011

Rosenweiß oder Vanilleweiß

Als R. heute Mitten in der Nacht R. nach Hause kam, nachdem er in der Wohnung ein Zimmer "weiß" gestrichen hatte, haben wir uns doch tatsächlich fast eine Stunde darüber gestritten, ob die übrigen Wände des Zimmers mit der Altrosa Wand, Vanilleweiß oder Rosenweiß werden sollten, laut dem Farbfachverkäufer.
Ich musste eigentlich die ganze Zeit ein bisschen lachen, weil  Weiß ist ja doch irgendwie weiß und ich erinnere mich auch nicht mehr genau welche von den kleinen Abtönfläschchen wir für die jeweilige Farbe zusammen schütten sollten- aber R. nachdem er eingesehen hat, dass in dem Zimmer statt Vanilleweiß Rosenweiß an die Wände kommen sollte, war völlig entsetzt und geknickt und echt....so einen skurillen Streit hatten wir schon lange nicht mehr.

Dann wachte das Kind um 2Uhr nachts auf und bliebt irgendwie stundenlang im Halb-Schlaf wach und wollte immer Milch und Wasser und aufs Klo und was weiß ich- und sie kann nicht schlafen und will wieder aufstehen usw.
Ich sitze jedenfalls in der Bibliothek und bin müde und und wünsche mir, dass schon September ist. Oder zumindest August.
So Menschen die keine Familie haben...die sind bestimmt immer total ausgeschlafen, übelst gepflegt, ernähren sich gesund, lernen locker 8 Stunden am Tag und haben dann trotzdem noch ganz viel Zeit für sich alleine, oder?

Samstag, 2. Juli 2011

was ist besser?

Kita, in der sich das Kind ganz wohl- aber nicht pudelwohl fühlt- in der der super Erzieher nach den Sommerferien nicht mehr da sein wird, in der wir irgendwie aus Versehen nicht den besten Ruf bei den anderen Eltern haben, in der das Kind Mittags eine halbe Stunde ruhen MUSS, wenn sie mal über Mittag bleiben sollte, in der nach den Sommerferien  genau 2 Kinder 3 Jahre alt sein (unser Kind und die Freundin und noch ein Junge- der allerdings glaube ich erst 2,5 ist) werden und alle anderen Kinder- als 9 aus der jüngeren Gruppe rüberwechseln, in der wir aber mit den Erziehern durchaus leben können, in der in einem Jahr das Kind in eine Gruppe wechseln wird/würde, in der zwei ganz tolle Erzieherinnen arbeiten....
Das Kind geht ja erst seit März in die Kita- eine Freundin von ihr wird dableiben- alle anderen Kinder wechseln. Und wir wollten ja auch dass das Kind in die Kita geht um mal mit Gleichaltrigen und Älteren zusammen zu sein- so kleine Knirpse, die noch nicht sprechen können haben wir hier zu Hause ja auch genug.

oder

eine gerade neu entstehende Kita, die von einer alten Hippi-Frau geleitet wird, deren Vorstellungen ziemlich genau unseren Umgangsidealen mit dem Kind entsprechen, die also nicht an dem Kind rumerziehen will,  in der am Anfang die Gruppe eine sehr überschaubare Größe von ca. 6 Kindern haben wird- allerdings mit dem Ziel auf 20Kinder zu wachsen (und irgendwie ist die Kita- also die Räume ziemlich klein-), in der die Erzieher noch nicht eingestellt sind- sie schon mit dem Konzept symphatisieren sollen...aber da müssen sich ja auch erst Erzieher finden. Ein Experiment also...vielleicht wird es ganz toll- vielleicht bereuen wir auch in einem Jahr den Wechsel-

wie würdet ihr Euch entscheiden?
Wohnzimmertapete kennt ihr ja schon. Grün mit weißen Blümchen- die kommt an eine Wand- die anderen Wände werden Oliveweiß.

In der Küche weiße Wände, weiße Dielen. Ob die Arbeitsplatte auch weiß wird, wissen wir noch nicht...vielleicht auch gelb oder rot....

Der Flur ist weiß mit einer krass in Petrol leuchtenden Wand- die alten Dielen waren zu kaputt- die haben wir auch weiß lackiert.

Im Schlafzimmer kommt an eine kurze Wand gelbe Retrotapete, eine Wand wird grau-grün- wie eine Musterfarbe der Tapeten, die anderen Wände werden Vanilleweiß.

Im zweiten kleinen Wohnzimmer/Gästezimmer/Dita-Rückzugsraum wird eine Wand Altrosa und die anderen Wände Rosenweiß.

Jaaaa- es gibt ein dicken Farbblock für weiße Wandfarbe. Wir haben erstmal bisschen gelacht, im Farbladen....aber dann so im Vergleich ist weiß nicht gleich weiß.

Ich war heute doppelt produktiv. Habe gelernt, indem ich ein Hörbuch gehört und dabei den Flur gestrichen habe.

Fotos folgen, wenn alles fertig ist.

Freitag, 1. Juli 2011

uns ist gerade irgendwie unser Glückspilzgen abhanden gekommen fürchte ich.

Wahrscheinlich weil ich es so rumposaunt habe.

Dienstag, 28. Juni 2011

Tapete

Nachdem R. und ich letztens zwei Stunden in einem Tapetenfachgeschäft verbracht haben um uns ca. 1000 Tapeten anzuschauen und keine einzige zu finden, auf die wir uns einigen konnten (ihr wisst schon, unser altes Problem) und zudem irgendwie das Gefühl hatten das 60€/pro Rolle doch echt ganz schön viel Geld ist....haben wir dann diese hier ersteigert. 40€ haben wir für die 6 benötigten Rollen insgesamt bezahlt. Juhu!



Um unser Glückskonto dann wieder auszugleichen ist aber unsere Spülmaschine kaputt gegangen. Komische Geräusche, roch nach verbranntem Plasitik und am Ende stand die ganze Drecksbrühe drin. Ich schätze mal die Pumpe ist hin? Ah ne, also Spülen ist echt das, was ich so an Hausarbeit am wenigsten mag. Und wie bekommen wir das Ekelwasser da raus?

Montag, 27. Juni 2011

mit 2 Jahren, 11 Monaten und 20 Tagen

ist man einfach groß.

-man braucht auch mal seine Ruhe und macht die Schlafzimmer hinter sich zu um Hörspiele zu hören- vor allem wenn die Kleinen da sind.
-man sag Sachen wie: "R., mit dir durch die Welt zu saußen ist so schön" wenn man hinten auf dem Fahrradsitz sitzt.
-man malt Babcia (Oma) zum Geburtstag zwei Kopffüßler (das Kind und ihre Babcia sind das), die sich umarmen und beide schicke rosa Sonnenbrillen aufhaben und benutzt beim malen verschiedene Farben.
-man genießt es keinen Schlafsack mehr zu haben und will immer ohne Decke schlafen
-man isst am liebsten Spinatpfannkuchen, Müsli, Fisch, Kirschen und Erdbeeren
-man würde sich gerne abstillen, wenn man nur eine Idee hätte, wie man sonst einschlafen könnte. Zumindest  ist Stillen außer zum Abends einschlafen kein Thema mehr. Ooooh- ich werde so viel Alkohol trinken - yeah! ;-)
-man kann mit Babcia stundenlang shoppen gehen und probiert alles ausdauernd an. Besonders gerne Schuhe.
-man ist schon einmal ganz alleine mit Hörspiel eingeschlafen. R. und ich konnten unser Glück kaum fassen. Aber das war anscheinend irgendwie ein Versehen.
-man fürchtet sich vor lauten Geräuschen
-Lieblingsfarben sind rot und rosa.
-man kann bis 10 zählen- meistens
-man denkt sich Namen für Kuscheltiere aus- meistens heißen sie Pablona, Palana oder so. Die Puppen heißen ja alle Mixer. Kleine Mixer, große Mixer und Pippi-Mixer.
-man findet Lotta aus der Krachmacherstraße ist die Allertollste. Ansonsten ist Pippi Langstrumpf auch prima.
-am liebsten ist man draussen
-die Lieblingseissorten sind Erdbeere, Haselnuss oder Mango. Im Bestellen ist man souverän. "Bitte im Becher mit Streusel"
-drinnen spielt man gerade gerne mit dem LÜK Kasten, mit den Puppen und mit Lego Duplo. Ab und zu auch malen. Am allerliebsten auf R. und mir rumturnen. (aua)
-man ist die Tollste und beste und wir findet dich einfach gut und in 10Tagen bist du drei Jahre alt.

Samstag, 25. Juni 2011

Beiträge wieder löschen ist vielleicht blöd- aber irgendwie rauschen die Gedanken nur so durch den Kopf und irgendwie ist alles noch so frisch.

Also erzähl ich jetzt lieber mal was ganz anderes.

Die Wohnung entpuppt sich nun doch glücklicherweise als Schatz.
Die Bauweise ist robust und das, was man von einem Altbau erwartet.
R. und ich stöbern in Einrichtungsbüchern und Blogs und in Tapetenmusterbüchern.

Ich glaube es wird hübsch. Wir gehören ja zu der Sorte Mensch, bei der jede Entscheidung soweit wie möglich verschoben wird. Wir sind zum Beispiel zu alten Zeiten als es noch nicht die böse tolle Mafiaseite gab, die ja nun nicht mehr existiert (was echt furchtbar ist- ich bin den Serien um Monate vorraus) in die Videotheke um da 1,5 Stunden nach der perfekten DVD zu suchen, diese dann nicht zu finden und dann wieder nach Hause zu gehen. Wir können uns einfach nicht entscheiden.
Das Kind hat einen Namen bekommen als es unumgänglich war und sie bereits 8 Tage lang Baby hieß.
Der Hund hat drei Wochen lang immer auf andere Namen gehört, bis er dann so gut auf Luca reagierte, dass der Name blieb.
In unserer jetzigen Wohnung sind alle Wände weiß- weil wir uns nicht entscheiden konnten.
Aber nun scheint sich irgendwas getan zu haben.
Wir werfen mit Farben und Tapeten nur so um uns und schaffen Tatsachen- und müssen auch nur ganz wenig diskutieren.
Bald gibt es Bilder.

Undeine Frage habe ich. Wie ist das mit Holzkaminen in Mietwohnungen? Bei uns ist es so, es gibt einen Kaminanschluss und die Hausverwaltungsfrau hat gesagt, wir können uns da selbst darum kümmern. Das heißt, wir rufen bei einem Schornsteinfeger an, der  kommt dann...und was passiert dann? Was würde das kosten, wenn wir die einzigen im Haus sind, die einen Kamin anschließen?
Und sonst so? Auf was sollten wir beim Kaminkauf achten? Habt ihr da Tipps?
Ich sag Euch, wenn wir da einen Kamin reinstellen können ziehe ich da NIE wieder aus.

Mein Vater hat über unserer Wohnung übrigens auch einen riesigen leeren Speicher entdeckt. Ein ganz wunderbarer Ort mit altem Holzboden, viel Platz, hell und trocken. Sicher kann man da heimlich Wäschetrocknen und Fahrradfahren und tanzen und toben. Ein Hausmeister wohnt nicht vor Ort und ich denke, so wie es im Treppenhaus aussieht- nämlich chaotisch- ist der Speicher gut nutzbar, ohne das sich jemand darum kümmert.

Meine Mutter und das Kind machen derweil Sachen. Super Sachen.
Das Kind hat in den letzten drei Tagen soviel erlebt wie schon lang nicht mehr.
Sie war bei Legoland (fand sie wohl anfangs ganz gut. Dann sind sie und meine Mutter durch eine Geisterbahn gefahren. Auf die vorherige Frage, ob das denn unheimlich sei, meinte die gute Lego-Frau: "Ah was, ist doch alles nur Lego." Nun gut. Düster war es und die Geräusche waren auch unheimlich. Das Kind wollte dann wohl aussteigen aber blieb dann doch bis zum Schluss im fahrenden Zug (ging nicht anders) und hatte heute Nacht auch keine Alpträume. Allerdings fand sie dann den Rest auch nicht mehr so spannend und war erleichtert, dass sie dann da rauswaren.) Meine Mutter fand es ganz nett, aber jetzt auch nicht überragend. Eintrittspreise sind bekloppt - aber an einem Regentag könnte man es schon mal wagen.
Dann waren sie in der Schule der besten Maskenbildnertante der Welt und das Kind hat das Pony begradigt bekommen, was R. letzte Woche mit der Nagelschere kunstvoll gekürzt hatte.
Später hat im KaDeWe in die Hose gepullert, was ein super Ort war, weil sie sich dann mit der Oma dort ganz neu einkleiden durfte. Zielsicher hat sie sogar die Schuhe vollgepullert.
Leider hat die Oma sich nicht dazu überreden lassen, das schwarze Armani Abendkleid zu kaufen, was das Kind so schön fand. Aber ich glaube, es war auch ansonsten kein preisgünstiges in die Hose pullern. Das Kind war jedenfalls hochzufrieden, als sie Abends nach Hause kamen. Und meine Mutter musste auch sehr lachen.

Sie sitzen in Buchhandlungen rum und lesen, essen Unmengen von Eis und Pommes, sind den ganzen Tag unterwegs und kommen Abends totmüde aber sehr gut gelaunt heim.
Da lässt es sich sehr beruhigt lernen. Das mach ich dann jetzt auch mal.

Zum Schluss noch ein Ausschnitt aus meinem Lieblingsfund der Woche. Der scheint mein Kind zu kennen. Zum Glück fällt sie in den letzten Tagen einfach innerhalb von Minuten in den Tiefschlaf. Es ist immer noch so, dass wir sie eigentlich fragen, ob sie ins Bett will. Aber oft will sie dann und dann wieder nicht und dann ist sie bis Mitternacht wach und am nächsten Tag todmüde. Und das ist irgendwie auch keine Option. Gerade habe ich das Gefühl, dass sie sich abstillt. Das ist toll und ich schreie laut: JUHU!!! in mich rein und ünterstütze den Prozess echt sehr.
Aber in der Praxis sieht es dann so aus: "Ich will keine Milch, ich bin schon groß." Ich: "Ja, das stimmt. Prima, dann ohne". ....1Minute Stille, dann .....Sie: "Ich kann nicht schlafen" Ich: "Mach die Auge zu und denk an was Schönes." .....1Minute Stille, dann.....Sie: "Ich will Kasette hören/Milch in einer Flasche/dass du was singst/ dass du was erzählst/dass Papa kommt..." Ich: " ich kann dich kuscheln" Und dann gibt es zwei Möglichkeiten: Sie: " ich will jetzt doch stillen" oder "Papa soll kommen (das finde ich ja immer besonders toll)"- jedenfalls dauert das dann alles so ne Stunde. Irgendwie fehlen uns Ersatzhandlungen. Wird schon noch. Und bis es soweit ist, lese ich mir dieses schöne Gedicht immer wieder durch und freue mich, dass es anderen Eltern auch so geht:


"Der Wind flüstert sanft durch die Gräser.
Die Feldmaus rollt sich ganz klein.
Ich sitze hier bald eine Stunde, mein Kind.
Verdammte Scheiße. Schlaf ein.
 [...]
Ich liege inmitten von Spielzeug,
Bin am Ende mit meinem Latein,
Du hast es geschafft. Läufst raus auf den Flur.
Und ich? Dreh mich um und schlaf ein."
[...] 

(Adam Mansbach)

Mittwoch, 15. Juni 2011

wir haben Glück- das muss man jetzt einfach mal so sagen.



R. und ich sind wirklich Glückspilze.
Das muss man einfach mal so sagen. Wir sind seit 11 Jahren verliebt ineinander, klar gabs auch mal Scheißzeiten, aber unter dem Strich ist alles gut.
Wir sind alle gesund und haben tolle Freunde. Wir haben das tollste Kind der Welt. (Also jetzt echt mal- genauso haben wir uns das vorgestellt mit dem Familiendasein.) Wir haben meistens soviel Geld, dass wir uns alle kleinen und mittelgroßen Wünsche erfüllen könnten.
Uns fliegen Sachen zu.
Der Garten- der ist einfach so vom Himmel gefallen. Und ich sitz da am Feuer und kann es einfach nicht glauben. So ein toller Ort und wir dürfen da sein.
Wir haben  Freunde, die uns oft ein Auto leihen, wenn wir mal eins brauchen. Wir haben Eltern und Freunde, die uns unterstützen, wenn es mal stressig wird. Wir haben eine Wohnung gefunden (ja okay, es ist eine Bruchbude, aber die machen wir schon nett), wir haben überhaupt keine großen Probleme.
Ich habe das Gefühl wirklich wunschlos glücklich zu sein. Und kaum zu fassen....bald habe ich ja auch noch die blöde Uni hinter mir.
Ich bin gespannt was dieses Jahr noch kommt und freue mich drauf.

Montag, 13. Juni 2011

Die Buddelbieber



So, wieder mal zu Hause angekommen. Geduscht, Emails gelesen, auf dem Sofa rumgelegen und gleich geht es in das 2x2m Bett. Ist auch schön....aber ich würde wirklich lieber auf dem Land wohnen. Oder so im Speckgürtel....da ist es doch noch schöner. Da hat man alles. Die große Stadt ist nur einen Steinwurf weit weg, aber die Ruhe, der Platz und der Sternenhimmel sind wirklich toll.
Wieder mal haben wir das lange WE im Garten verbracht. Dieses mal haben zum ersten mal Freunde mit uns dort übernachtet. Wir haben Stockbrot gemacht, das Kind ist in R.s Arm am Lagerfeuer eingepennt. Perfekt.
Lecker gegessen, in der Hängematte gelernt, alles rosa lackiert, Wein getrunken, Brunnen aktiviert und 600L Wasser per Hand gepumpt (das soll man am Anfang so machen....wir wussten gar nicht so recht wohin mit dem kostbaren Zeug), lang geschlafen, Dorfleben genossen, Schnecken beoachtet, Balancierast gebaut, Hochbeet gepflegt, zweite Wassertonne aufgebaut, mit den Nachbarn gequatscht, nette Gespräche geführt, gekuschelt, Prinzessinen und Buddelbiebern beim Spielen zugeschaut...super war's.










Freitag, 10. Juni 2011

ein Spatz

zu Studizeiten habe ich viel im Ausland gejobbt. Für eine Firma, die kulturell hochwertigere Familienurlaube anbot war ich wochenlang in Dänemark, Frankreich und Italien. Das war meistens sehr nett. Die Arbeit war schön, ich verbrachte den Sommer an netten Orten  und nebenbei verdiente ich Geld.
Damals war die Firma klein und familiär und so durfte man sich auch von Freunden besuchen lassen.
So kam es jedenfalls dass ich mal nachts um drei Uhr mit einer Freundin, die ich gerade vom Flughafen abgeholt hatte auf einer Landstraße zwischen Arezzo und Perugia eine angefahrene Katze fand.
Und weil einem als Tierfreundin nichts anderes übrig bleibt, hielt ich also an und wir packten die Katze ins Auto. Das heißt, meine Freundin übernahm das Steuer und ich setzte mich mit der Katze auf den Schoß auf den Beifahrersitz und ließ mich vollbluten.
Der Plan war zum Haus zu fahren und dort einen Tierarzt im Telefonbuch ausfindig zu machen.
Die Katze fühlte sich warm an, bewegte sich aber nicht. Als wir nach ner Stunde Fahrt am Haus ankamen und die Arme mal bei Licht genauer anschauten, war klar, dass sie wohl nicht mehr lebt...wahrscheinlich schon gleich beim Unfall gestorben ist. So haben wir also eine tote Katze über 100km durch Italien gefahren.


2Jahre später fand eine Familie eine kleine Babykatze am Strand von Falster. Irgendwie wurde sie mir angedreht. (Dabei bin ich ja eigentlich eher ein Hundemensch. Aber diese Babykatze fand ich schon auch ziemlich cool.) Sie lebte dann die Saison lang bei uns und dann nahm ich sie in einem selbstgebauten Katzenkorb mit nach Deutschland, wo sie von Freunden aufgenommen worden ist.


Es gibt auch noch 1-2 Hundegeschichten....ich will nicht langweilen.....
Es ist so. Ich hasse es in solche Situationen zu kommen, weil ich dann so willenlos bin.
Heute also mal wieder. Ich habe einen super Lerntag vor mir. Mal den ganzen Tag durchbüffeln- sehr gut. Frisch geduscht und hochmotiviert trete ich aus der Haustier, da liegt ein Babyspatz vor mir. Auf dem Rücken. Gar nicht mehr soooo klein- in vollem Federkleid.
So Mitten in der Parkplatzeinfahrt kann er ja nicht liegenbleiben. Also trage ich ihn bis zur Baumscheibe (die sind hier so 25qm groß und begrünt) und warte auf seine Eltern. Nach einer Stunde rufe ich eine Freundin an, die Tierärztin ist. Die saht, dass es Ästlinge sind. Kleine Spatzen die nicht mehr im Nest wohnen, aber von den Eltern gefüttert werden.
Aber weil ich ihn in so einer komischen Position aufgefunden habe und er auch keinen Ton von sich gibt (und die fütternden Eltern finden zu ihren Kindern aufgrund des Rumgepiepses) soll ich ihn mitnehmen. Oh nööö.
Gut, mitgenommen. Erste Hilfe Maßnahme: Wasser mit Traubenzucker und Rührei. (Davon aber allerhöchstens 3 Portionen- also vielleicht so ein Löffelchen voll- ab dann gibt es Verdauungsprobleme).
Er atmet, wird Zwangsernährt, er schläft, wir kaufen lebendige Heimchen und füttern ihn damit.
Ich lese im Netz- dass es ein Fulltimejob ist, dass seine Eltern nach 24Std. aufhören ihn zu suchen.
Der Plan- wir peppeln in auf, sobald er einen Ton von sich gibt, setzen wir ihn wieder raus und warten auf die Eltern.
Er isst, kackt, trinkt, schläft und nach 6 Stunden fängt er an sich mehr zu bewegen und zu schreien. Juhu!
Wir bringen ihn runter. Vom Balkon aus beobachten wir ihn. Nach einer halben Stunde kommen Spatzeneltern und übernehmen die Sache. Juhu! Ich weiß nicht so genau....vielleicht hätte er sich auch von alleine erholt....vielleicht auch nicht. Jedenfalls muss ich heute Nacht nicht jede Stunde aufstehen um einem Spatz kleine schnelle eklige Heimchen mit einer Pinzette in den Rachen zu füllen. Ich bin sehr froh!
Hoffentlich finde ich nicht sobald wieder ein Tier.

(Aber gleich gehe ich runter und schenke ca. 500 Heimchen das Leben, die ich heute morgen für 1,99€ im Zoofachhandel gekauft habe. Man, heute war ich aber echt fleißig.)

Mittwoch, 8. Juni 2011

Sommer

Super Gartenwetter ist gerade in und um Berlin. Viel Sonne und immer wieder Gewitter. Ich freue mich am Wochenende die frisch geschlüpften Radieschen und die Rote Beete und die Bohnen und die Kräuter bewundern zu können.
Unser Familientempo ist gerade auf turbo geschaltet und es fühlt sich eigentlich echt gut an.
Ich bin wieder richtig gut drin im Lernen und der 13.07 nährt sich mit großen Schritten.
Und um keine Langeweile aufkommen zu lassen, werden wir ab dem 20.06 unsere neue Wohnung- die sich ja nach nochmaliger kurzer Besichtigung (Mietvertrag ist schon unterschrieben- Mietfrei haben wir bekommen und der reguläre Mietpreis ist auch super- also ist Renovieren schon okay und war auch eingeplant...nur irgendwie waren wir trotzdem leicht geschockt, als wir da nochmal kurz zum Ausmessen rein durften) nun doch als ziemliche Bruchbude entpuppt hat sanieren. (Renovieren ist hier irgendwie nicht das richtige Wort).
Der geplante Umzugstermin am 1.07 hat sich nun als völlig unrealistisch erwiesen und wurde auf den 1.08 verschoben. Das heißt Turbowohnungsaufhübschung und Klausur fallen irgendwie gleichzeitig aus....und dazu kommen noch paar Kinder die von uns betreut werden wollen- und natürlich unser eigenes.
Meine Eltern werden Ende Juni nochmal für eine Woche hier aufschlagen um uns ein bisschen zu unterstützen. R. macht es ja zum Glück sogar ein bisschen Spass und ich bin eigentlich echt entspannt- das wird schon hübsch werden am Ende.



















Bis der ganze Superstreß beginnt, verbringen wir wie gehabt alle freien Tage im Garten. (da lässt es sich auch gleich doppelt so gut lernen- so in der Hängematte liegend).
Ich weiß nicht, ob ich es schon geschrieben habe- wir haben ja nun ein Brunnenset zum "Selbermachen" gekauft. (für ca. 350€). Vor einigen Wochen haben wir unsere stärksten Freunde in den Garten geladen um gemeinsam mit Hilfe des überdimensionalen Erdhandbohrer das Loch in den Boden zu bohren.
Das ganze war dann dank feinem Sandboden und einem Grundwasserspiegel der schon bei 4m liegt sehr schnell vorbei (hat knappe 15Minuten gedauert). Uns fehlten damals Teile um mit dem "Brunnen in den Boden rammen" zu beginnen und so blieb die  Manneskraft dann ungenutzt.
Letztes WE hat R. dann die Motivation gepackt. Ganz alleine schraubte er mit Bärenkräften 6 Meter Rohre zusammen und rammte sie mit einem viel zu kleinen Hammer in den Boden. Das hat 10 Stunden gedauert insgesamt. Aber er war fest entschlossen. Ich hab ihm ein bisschen geholfen (hae so 3 Minuten gehämmert, dann wurde es mir zu anstrengend).
Ganz zum Schluss muss man einen Gartenschlauch in das Rohr einlassen um den Filter von innen gut durch zu spülen. Da wir ja logischerweise noch keinen Wasseranschluss haben, waren für diesen Schritt unsere netten Nachbarn vorgesehen. Diese haben sich aber dummerweise gerade an diesem Wochenende entschlossen wegzufahren und ihr Pubertist versicherte uns glaubhaft, dass er keinesfalls den Gartenschlauch einfach so über den Zaun werfen kann, weil dieser an ein komplexes Sprenklersystem mit Zeitschaltuhren angeschlossen ist und er befürchtet etwas kaputt zu machen.
Nun liegt also der große Tag des ersten Wasserpumpens noch vor uns.







Ich hoffe, dass Wasserkanister schleppen hat nun bald ein Ende.

Dienstag, 24. Mai 2011

Irgendwie läuft alles super aber irgendwie auch nicht.

Die Sonne scheint (meistens) und uns gehts gut. Wir haben endlich eine Wohnung gefunden, wir haben den Garten soweit in Schuß, dass man da gemütliche Wochenenden verbringen kann, wir schmieden Zukunftsberufspläne und ich habe endlich meine zwei letzten Prüfungstermine. Am 13.07 schreibe ich meine NDL Klausur und am 5.09 ist die letzte mündliche Prüfung. Dann bin ich FERTIG!
Aber in der Kita läuft es komisch. Nicht zwischen dem Kind und ihren Erziehern- da ist alles soweit prima (und das ist ja auch das wichtigste)- sondern zwischen den anderen Eltern und uns. Es ist eine Elternini und irgendwie sind wir aus Versehen ziemlich angeeckt. Und das macht Bauchschmerzen. Bald haben wir einen Termin mit dem Vorstand- vielleicht schreibe ich dann Genaueres. Irgendwie so gar nicht meine Rolle.

Wir haben unseren Fotoapparat irgendwie verloren. Es war kein tolles Ding,  aber die Knipse mit der wir ALLE Kinderbilder gemacht haben. Blöd. Sie war sehr treu- hat 100mal runterfallen und Tonnen von Sand überlebt und jetzt haben wir sie irgendwo liegenlassen. Deshalb auch erst mal keine Bilder.

Sonntag, 15. Mai 2011

Wir sind dann mal im Garten...




Wir verbringen jede freie Minute in unserem Garten. Wir sammeln Tannenzapfen, graben Stolperwurzeln aus, Grillen was das Zeug hält, pflegen die kleinen Beete, pflanzen Kürbis auf den Kompost, treffen Freunde, pflanzen Flieder und haben innerhalb 20 Minuten das Loch für den Rammbrunnen gebohrt. Der Boden ist einfach nur reiner Sand. Nach 4Meter waren wir schon am Grundwasser eingetroffen. Beim nächsten mal schlagen wir den Rammfilter ein und befestigen die Pumpe. Und dann wird sich der vertrocknete Rasen aber wundern ;-)

Sonntag, 8. Mai 2011

Einfach mal geschrieben, was mir so einfällt.

Das Kind mag ja Sprache gerne.

"Heute morgen" ist DER Zeitbegriff schlechthin. Den nutzt sie um alle Erzählungen einzuleiten. Das kann gestern, vor einigen Tagen, morgen und vor einem Jahr heißen.

"Bauer, Deine Äpfel sind so sauer" ist gerade ihr liebstes "Sprichwort".
"Neulich heute morgen, war ich noch ein kleines Baby"

Oh- eine Zauberviktument- sagte das Kind ganz beglückt, als sie die Funktion des weißen "Killerstiftes" erkannt hat, mit dem man die Farben der Zauberstifte verändern kann.

Heute morgen habe ich zum Muttertag ein Bild bekommen. Auf dem Bild bin ich. Als Kopffüssler- und ich habe Augen, Pupillen und Augenbrauen.

Gestern waren wir auf einem Kindergeburtstag. Das war wirklich sehr nett. Alle Kinder aus der Kitagruppe waren eingeladen. Wir waren auf einem echt schönen Waldspielplatz, es gab leckeres Essen und viel Platz zum Spielen.
Über eine Situation mussten R. und ich sehr schmunzeln.
"Mama Mama, der J. lässt mich nicht mit in die Höhle."
Mutter: "Ah Quatsch, das hat er bestimmt nicht so gemeint. Geh nochmal hin und sag ihm, die Höhle sei für alle Kinder"
R.s. leises Kommentar dazu: "Genau, das hat er sicher nicht so gemeint- denn alle Kinder sind kleine Kommunisten- nur wir Erwachsenen sind Kapitalisten."

Übrigens habe ich die tollen Tipps zur Gestaltung unseres Gartenhäuschens nicht vergessen oder unterschlagen.
Die Entscheidung ist einfach noch nicht gefallen.
Im Moment ist alles einfach weiß gestrichen. Vier Erwachsene dürfen bei den Innengestaltung mitreden- und zwei Kinder haben auch Vetorecht. Ich befürchte es bleibt bei weiß.

Ich habe eine Antwort von der Ki.ka Frau bekommen. Meine Mail hat sie weitergeleitet. Die Arme ;-)

So, R. bekommt gerade von der besten Maskenbildnertante einen neuen Haarschnitt und dann fahren wir gleich los in unseren Garten.

Donnerstag, 28. April 2011

was der große Kindersender zu "Kein Küsschen auf Kommando" denkt ... und was ich so antworte

Da hatte ich heute eine Mail im Posteingang.
Da hat sich die gute Frau des Kindersenders wirklich hingesetzt und mir ausführlich geantwortet.
Ich wünschte irgendwie sie hätte es nicht getan.
Nicht dass ich das alles bisher wahnsinnig pädagogisch fand, was da so läuft, aber irgendwie hatte ich schon die naive Vorstellung, dass da Menschen sind, die eine wage Ahnung davon haben, was sie machen.
Nun muss ich antworten, wa? Und ihr was über Prävention schreiben....ah mensch.

Hier ihre Mail an mich. Ich sitze schon an der Antwort, aber bin noch nicht fertig. Ich weiß irgendwie gar nicht wo ich anfangen soll.


Sehr geehrte Frau B....,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Bitte entschuldigen Sie, dass wir erst heute
auf Ihre Zuschrift reagieren. Aufgrund der Postberge, welche uns in den
vergangenen Wochen erreichten, war es uns leider nicht eher möglich.

Sie geben uns eine Rückmeldung zu einer Folge der Serie "Kleine
Prinzessin". Wir freuen uns über Ihre Zuschrift und die kritische
Auseinandersetzung mit der kleinen, recht selbstbezogenen, ein wenig
verzogenen Prinzessin.

Bei der Episode "Ich will die Tante nicht küssen" handelt es sich um die
den meisten Eltern vertraute Situation, dass das Kind von einem zum anderen
Tag die herzliche und familienübliche Begrüßung einer alten Tante
verweigert. Die Tante ist ja nun keine Fremde, sondern ein wohlbekanntes
Familienmitglied, das von Zeit zu Zeit zu Besuch kommt und auch in unserer
Serie wiederholt auftaucht. In den anderen Folgen hat die kleine Prinzessin
stets großen Spaß mit der alten Tante, sei es, dass eine Theateraufführung
nicht so gelingt wie geplant, sei es, dass der gemeinsame Urlaub schöner
ist als der getrennt verbrachte.

In der von Ihnen benannten Folge soll also die Prinzessin die Tante mit
einem Kuss begrüßen, was vom König und der Königin nicht hinterfragt wird,
weil das offenbar in der Tradition des Schlosses so gebräuchlich ist. Das
ist natürlich eine Konvention, die nicht in jeder Familie üblich ist. In
manchen werden Küsse ausgetauscht, in manchen ein Wangenkuss verabreicht,
dann wieder reicht ein freundlicher Handschlag. Insofern steht der
geforderte Kuss beispielhaft für eine herzliche Geste. Das sollten Sie mit
Ihrer Tochter in dieser Weise besprechen. Niemand will die zuschauenden
Kinder zum Küssen zwingen. Es tut uns leid, dass Sie das Filmexempel so eng
missverstanden haben. Andrerseits kennen alle Eltern die Situation, dass
Kinder einen Besucher nicht begrüßen wollen, dieses Ritual aber zur
Erziehung gehört. Dies ist die wahre und eigentlich sehr pädagogische
Botschaft, die der Autor Dave Ingham und wir mit dieser Episode vermitteln
wollten. Denn schließlich, und auch das zeigt der Film, führt die Akzeptanz
zu fröhlichem Miteinander und gemeinsamem Vergnügen.

Wir hoffen, das Missverständnis ausgeräumt zu haben und dass Sie weiterhin
gemeinsam mit Ihrer Tochter viel Spaß bei und mit der kleinen Prinzessin
haben werden.

Beste Grüße aus Erfurt sendet

M... H....

______
Edit


Und um die Aussagen hier nicht einfach so unkommentiert stehen zu lassen, hier meine Antwort.
Eigentlich ein wirklich anschauliches Beispiel, denn ich denke, dass was die nette Frau des Kindersenders hier schreibt, ist die Meinung der meisten Menschen, die sich noch nicht mit Prävention von sexuellem Missbrauch auseinander gesetzt haben.



Sehr geehrte Frau H.,



Vielen Dank für Ihre ausführliche E-Mail. 
Ich war postitiv überrascht überhaupt eine Antwort zu bekommen. Nun habe ich aber das Gefühl noch einige Dinge klarzustellen. Ich denke, Sie haben eine falsche Vorstellung davon, was mein großes Problem an der Folge der kleinen Prinzessin ist.

Ich habe ich mich als Erziehungswissenschafterin auf das Thema sexueller Missbrauch und Prävention von sexuellem Missbrauch spezialisiert, als diese möchte ich Ihnen kurz umreißen, wie Kinder zu Opfern sexuellen Missbrauchs werden und dann konkret auf die Episode der Kleinen Prinzessin eingehen. 
Ich hoffe so das vorliegende Missverständnis klären zu können.

In Deutschland ist etwa jedes 4. Mädchen und jeder 9. Junge im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend mindestens einmal von sexuellem Missbrauch betroffen. 
50% davon von schwerem sexuellen Missbrauch, das heißt mit körperlichem Kontakt, die anderen 50% werden missbraucht, indem sie z.B. gezwungen werden Pornos anzuschauen oder sich vor der Täter bzw. Täterin selbst zu befriedigen usw. 
Die meisten Opfer sind zwischen 6-12 Jahre alt. Viele Kinder werden aber schon im Kleinkindalter oder aber auch als Säuglinge sexuell missbraucht.
Oft vollzieht sich der Beginn des Missbrauchs (und dann auch der Missbrauch selbst) über einen sehr langen Zeitraum. In diesem gehen Täter und Täterinnen (mindestens 15% der Menschen die Kinder sexuell missbrauchen sind auch Frauen) immer weiter in der Schwere seiner Handlungen. 

Die Täter und Täterinnen  sind zu 90% im engen und engsten Familien- und Bekanntenkreis zu finden. 
Das heißt, es handelt sich um Menschen die das Kind gut kennt und denen es oftmals vertraut - wie z.B. Erzieher und Erzieherinnen, Lehrer und Lehrerinnen, die Eltern selbst, Stiefeltern,Onkels und Tanten, Cousins und Cousinen, enge Freunde der Familie, Nachbarn und Nachbarinnen, Sporttrainer, Kinderpsychologen, Ärzte usw.
Weniger als 10% der Täter und Täterinnen waren dem Kind vor der Tat nicht bekannt. Das allgemein kursierende Bild des gefährlichen Fremden mit den Bonbons ist also ein Irrtum.
 
Wir wissen also, dass Täter und Täterinnen im Regelfall vertraute Personen sind
Genau diese Position nutzen Täter und Täterinnen als Strategie, um die Kinder zu verunsichern und gefügig zu machen. Die Täter und Täterinnen missbrauchen einerseits und andererseits bekommen die Kinder oft tolle Geschenke und Zuneigung von ihnen. Diese Mischung im Zusammenspiel mit Täterstrategien, zur Internalisierung von Schuld und schlechtem Gewissen, führt, neben einem großem Wirrwarr von irritierenden Gefühlen, zu  Schweigen über die Tat.

Eine identitätsstärkende Erziehung ist also ein Grundpfeiler moderner präventiver Arbeit. Präventive Arbeit stellt nicht die Gefahr des sexuellen Missbrauchs in den Mittelpunkt, sondern versucht die Kinder im Alltag zu stärken. Dazu gehört die Stärkung der Intuition des Kindes und die Ermutigung zum Widerstand und Ungehorsam, besonders in Situationen die das Selbstbestimmungsrecht des Kindes (eines jeden Menschen übrigends) einschränken.

Dem zu Grunde liegt die Idee, dass ein Kind was zu Gehorsam erzogen wurde und dem suggeriert wurde, dass Erwachsene immer recht haben, sich in einer Situation des sexuellen Missbrauchs nicht wehren kann.
Ein weiteres Präventionsziel ist auch die Sensibilisierung für mögliche Missbrauchssituationen: Keiner darf dich küssen wenn du es nicht willst usw. 
Kinder sollen also vorher schon so gestärkt werden, dass sie von dem Verhalten des Täters oder der Täterin irritiert sind und sich Hilfe holen.

Allgemein gilt es also Kinder in Alltagssituationen darin zu stärken, dass sie möglichst durch das Verhalten des Täters irritiert sind was im besten Fall dazu führt dass sie sich einer Dritten Person mitteilen.

Bezogen auf die besagte Folge der Kleinen Prinzessin sehe ich das wie folgt:

Ich habe die Prinzessin als eine sehr mitfühlenden und kooperativen Mensch "beobachtet". Sie ist selbstbewusst und wird von den Erwachsenen mit Respekt behandelt. 
Ich fand immer, dass sie eine tolle Identifikationsfigur für Kinder darstellt. 
Und bis auf die von uns nun diskutierte Folge mit dem Kuß, mag ich die Serie aus diesen Gründen wirklich gerne.

Sie schreiben:
"In der von Ihnen benannten Folge soll also die Prinzessin die Tante mit
einem Kuss begrüßen, was vom König und der Königin nicht hinterfragt wird,
weil das offenbar in der Tradition des Schlosses so gebräuchlich ist. Das
ist natürlich eine Konvention, die nicht in jeder Familie üblich ist. In
manchen werden Küsse ausgetauscht, in manchen ein Wangenkuss verabreicht,
dann wieder reicht ein freundlicher Handschlag. Insofern steht der
geforderte Kuss beispielhaft für eine herzliche Geste."

Ja, leider ist es viel zu oft noch üblich, dass Eltern nicht nur gewisse Vorstellungen davon haben, wie ihre Kinder andere Menschen begrüßen sollten, 
sondern diese mit körperlich oder erpresserischen Mitteln durchsetzten. Genau diese Strukturen machen Kinder zu potentiell sehr geeigneten Opfern. Wie sollen Kinder noch entscheiden können ob es Ok ist oder nicht wenn und was ein anderer Erwachsener über ihren Körper ihr Verhalten bestimmt?!
Genauso wenig wie wir als Erwachsene dazu gezwungen (ob auf manipulative Weise oder durch körperlichen Einsatz) werden sollten jemanden anderes zu Küssen (sei es auch nur zur Begrüßung) genauso wenig darf dies Kindern passieren. 

Natürlich ist es sehr oft so dass Eltern sich in einem Konflikt befinden: einerseits gibt es soziale Konventionen und andererseits das eigene Kind, dass diese noch nicht beherrscht oder (gerade nicht) ausüben möchte. Und genau hier liegt der Beitrag den jedes Elternteil zur Prävention von Missbrauch leisten  kann: sich genau solchen Situationen gegenüber zu Sensibilisieren und diese zu hinterfragen. Das Kind als Mensch mit dem Recht auf Selbstbestimmung wahrnehmen und schützen. (Achtung, dies heißt nicht das Kinder tun und lassen können was sie wollen, also bitte nicht verwechseln!)
Natürlich muss nicht alles was Kinder konsumieren eine Prävention vor sexuellem Missbrauch sein, könnten Sie einwenden.
Natürlich nicht. Es verstreicht zwar eine nette Chance, die Prävention wieder mal in den harmlosen Alltag einzubinden (denn dass die Tante der kleinen Prinzessin ihr nichts böses will, ist ja offensichtlich), aber nun gut.

Dennoch möchte ich Sie noch auf eine weitere Problematik hinweisen, die sie bisher garnicht in ihre Überlegungen einbezogen haben.
Wie gesagt kommen sehr viele Kinder im Lauf ihrer Kindheit mit sexuellem Missbrauch in Kontakt, werden direkt oder indirekt Opfer. 
Die besagte Folge der kleinen Prinzessin werden also sicher Kinder gesehen haben, die bereits Opfer von schweren sexuellen Missbrauch geworden sind. 
Viele davon, haben erfahrungsgemäß noch nicht den Mut gefunden, sich irgendwo Hilfe zu suchen und müssen die Situation mit sich selbst ausmachen.
Bei sexuellem Missbrauch laufen gewisse Muster 
ab (oben sprach ich z.B. bereits von Täterstrategien), diese Muster erkennen betroffene Kinder wieder.
Das Küsschen, obwohl man eigentlich nicht möchte und das Geschenk was man dafür bekommt, sind genau solche Muster, die viele betroffene Kinder kennen und hier mit Sicherheit wiedererkennen werden. Was für diese Kinder also als Quintessenz dieser Folge der kleinen Prinzessin stehenbleibt ist, dass auch die kleine Prinzessin etwas tut was sie nicht möchte, was sie sogar ekelig findet, dass sie dafür aber schließlich ihr Geschenk bekommt und die Eltern stolz und zufrieden sind, sie sich also nicht so anstellen soll.

Weiterhin schreiben Sie dass "die Akzeptanz zu fröhlichen Miteinander und gemeinsamen Vergnügen" führt. Warum muss dieses Vergnügen auf Kosten des Kindes gehen? Warum kann hier nicht die erwachsene Tante akzeptieren, dass das Kind die Tante gern hat ihr aber kein Kuss geben möchte? 

Kinder lernen an Vorbildern, in dieser Position sollten wir uns als Erwachsene konstant hinterfragen ob soziale Konventionen immer wichtiger als individuelle Grenzen sind oder ob nicht soziale Konventionen eh nur so weit reichen sollten wie sie die Grenzen des Einzelnen nicht überschreiten?!


Mit freundlichen Grüßen
...

Mittwoch, 27. April 2011

Suche Blogs mit Bildern von tollen Räumen- Gewinnertipp wird mit Retrostoffpaket belohnt

Ich bräuchte mal Eure Hilfe.
Das Gartenhäuschen ist soweit entkernt und renoviert. Jetzt braucht es nur noch den Feinschliff. Das heißt, welche Farben sollen an die Wände? Was soll an die Fenster?
Ich brauche Ideen.
Kennt ihr tolle Wohn-Blogs die als Inspirationsquelle dienen könnten?


Für so ein Wochenendhaus fände ich ja was verspieltes in zarten Farben gut.
Die Mutter des kleinen Bruders auf Zeit, mit denen wir uns den Garten ja teilen, hat gesagt, sie fände englische Rautentapete chic. (Kann ich mir noch gar nichts drunter vorstellen, aber ich bin gespannt).


Der Raum ist etwa 18qm groß, zur Zeit liegt auf dem Boden helles Laminat. (R. hat sich fest vorgenommen nächstes Jahr Dielen zu verlegen- er als militanter Laminatgegner).



Und um den Spaßfaktor zu erhöhen bekommt der Gewinnertipp ein Retro-Stoff Überraschungspacket mit 500gr Stoff aus der Mohn-Marzipan Werkstatt.
(500gr ist ein großer Versandumschlag voll.)
Verschiedene Größen und Arten von Stoff werden in dem Paket sein. Retroblumen, ein Stück Graziela, alte Bettwäschestücke, Handtuchteile.

Am Freitag fahren wir in den Baumarkt und am Samstag wird gestrichen.
Ich bin gespannt auf Eure Ideen und tolle Wohn-Blogs, die ich noch nicht kenne.
Gewinnen wird der Tipp der am ehesten zu der Umsetzung am Wochenende beigetragen hat. Ob ihr eine konkrete Idee habt, oder ich dann was auf einem von Euch vorgeschlagenen Blog oder Website entdecke ist egal.
 Außerdem ist ja mal so eine Ideensammlung sowieso fein, auch wenn es nicht direkt um dieses Gartenhaus von uns geht.

Donnerstag, 21. April 2011

Kein Küsschen auf Kommando

Das Kind, R. und ich finden ja die kleine Prinzessin von Tony Ross ziemlich gut.

Letztens kam eine Folge auf Kika. In der Folge ging es darum, dass eine Tante kommen sollte und die kleine Prinzessin sich vor der Begrüßung fürchtete, weil die Tante so eklig ist und immer Küsschen geben möchte.
Die kleine Prinzessin versicherte also allen, dass sie die Tante auf keinen Fall zur Begrüßung küssen werde und verstecke sich unter dem Bett.

Die Königin weinte, weil sie unbedingt wollte, dass die Begrüßung (für die Tante) perfekt ablaufen sollte.

Und dann am Ende der Folge reiste diese Tante also an.
Die kleine Prinzessin kam sogar aus ihrem Versteck raus und begrüßte die Tante freundlich, aber diese wollte noch ihren Kuss.
Ein großer haariger Kußmund kann also auf die Prinzessin zu und sie ekelte sich furchtbar......

und dann überwand sie sich und küsste die Tante. Dafür bekam sie ein Geschenk. Es wäre gar nicht so eklig gewesen, wie sie befürchtet hatte, sagte sie dann.

???? HÄÄÄÄH??????

Ich saß völlig verstört vor dem Fernseher und konnte gar nicht glauben, dass das nun die Botschaft der Sendung war.
Es war das Hauptthema. Es ging während der ganzen Folge nur um diesen Kuss. Und die Botschaft ist also: "Ah komm, mach der Tante eine Freude und küss sie, wird schon nicht so schlimm sein?" Was ist das denn das für eine wahnsinnig beschissene Aussage.

Ich habe ja schon so einiges zu Prävention von sexuellem Missbrauch geschrieben. Das Thema finde ich wichtig und wir achten sehr darauf das Kind empfindsam für mögliche Täter oder Täterinnenstrategien zu machen.
Sie weiß, dass nur sie alleine über ihren Körper bestimmen darf. Dass heißt im Alltag zum Beispiel auch, dass wir sie nicht zum Naseputzen zwinge, wenn sie gerade keine Lust hat. Kleinigkeiten eben.

Sie weiß, dass nicht alles automatisch richtig ist, was Erwachsene machen.
Dass heißt im Alltag zum Beispiel, dass wir uns öfters bei ihr entschuldigen, wenn wir was blödes gemacht haben und ihr sagen, dass es doof von uns war. Oder auch, dass wir einfach nicht mit unserem "Erwachsensein" argumentieren. Und dass wir sie als vollwertigen Menschen respektieren.

In der alltäglichen Prävention vor sexuellem Missbrauch geht es nicht darum, dem Kind Angst zu machen. Also ich sage nicht: Du musst aufpassen und nie mit einem fremden Erwachsenen mitgehen, auch wenn er dir was tolles dafür bietet. (Wenn sie bisschen älter ist, werde ich aber sagen, dass es Erwachsene gibt, die wollen, dass das Kind ihren Penis oder Scheide berührt. Oder die selbst die Scheide oder den Penis von dem Kind anfassen wollen. Ich werde ihr sagen, dass das nicht in Ordnung ist, dass die Erwachsenen das nicht dürfen und das auch wissen. Dass sie das deshalb versteckt machen und dem Kind erzählen, dass es ein Geheimnis wäre. Dass es aber echt blöde Geheimnisse gibt und das wäre zum Beispiel so eins. Wenn so etwas passiert, dass kann das Kind zu mir oder einem anderen Erwachsen gehen und wir helfen ihr dann. Wichtig ist keine Angst zu machen und dann nicht so richtig zu erklären, was dann eigentlich passiert. Total blöd ist zum Beispiel: "Gehe nie mit einem Fremden mit. Der macht dann ganz schlimme Sachen.")

Wir versuchen unser Kind und auch unsere Betreuungskinder jeden Tag und in 1000 kleinen unbedeutenden Situationen darauf vorzubereiten, dass sie auf ihren Bauch hören sollen und dass Erwachsene im Normalfall darauf Rücksicht nehmen.

Ich denke mit Prävention ist es so. Es gibt eindeutig Fälle von sexuellem Missbrauch, vor denen man das Kind nicht schützen kann. Zum Beispiel wird sich kaum ein Kind dagegen wehren können, wenn der Erwachsene einfach seine körperliche Stärke anwendet.
So läuft es aber in den wenigsten Fällen. Meistens bauen Täter und Täterinnen Beziehungen auf. Der Missbrauch passiert langsam und schleichend. Die Kinder kennen diese Erwachsenen und mögen sie gerne. Täterinnen und Täter wenden fiese Strategien an um die Kinder zu beeinflussen. Ein Kind in der Weise zu stärken, dass es diese Strategien als "seltsam" für sich erkennt, ist auf jeden Fall eine riesige Aufgabe und nicht mit paar Gesprächen oder Bilderbüchern zu erledigen.
Eine konsequente und selbstkritische Reflexion des eigenen Umgangs mit dem Kind ist nötig. Man muss sich einfach entscheiden, würde ich sagen. Will man ein angepasstes "braves" Kind, dass gut funktioniert und halt vorraussichtlich auch gut für Täter oder Täterin funktionieren wird, weil es ja so erzogen wurde- oder will man ein Pippi Langstrumpf-Kind mit eigenem Kopf, was eben nicht so reibungslos funktioniert. Denn eins geht irgendwie nicht. Das Kind so "hinzubekommen", dass es bei mir brav allen die Hand gibt und immer gehorcht usw. und dann plötzlich aus heiterem Himmel in einer total komplexen und verwirrenden Situation die Stärke aufbringt "Nein" zu sagen und sich dann noch traut mir davon dann zu erzählen.
 Die Täter und Täterinnen sieben außerdem die potentiellen Opfer aus und suchen sich, wenn sie die Wahl haben, ein Kind, das sie als leichter "knackbar" einschätzen.
Pippi Langstrumpfs sind meistens zu anstrengend und fallen durch das Raster.

Wobei das natürlich alles nicht so schwarz weiß ist. Unser Kind, von je her als Pippi Langstrumpf erzogen, ist super kooperativ. In der Kita wird sie als "sehr brav" bezeichnet. "Gott, was haben wir nur falsch gemacht??!? ;-)"
 Aber sie ist es eben gewohnt, dass alle ihre Gefühle und Emotionen und Bedürfnisse von uns ernst genommen werden. Letztens hat eine Bekannte zu ihr gesagt: "Das kannst du noch nicht, dafür bist du zu klein". (Adultismus vom feinsten, denn es ging nicht um die Körpergröße, sondern darum eine Situation einzuschätzen.) Ich schaute das Kind an und das Kind schaute die Frau an und machte in völliger Gelassenheit weiter. Der Spruch war ihr glaube ich einfach so fremd und sie fand es so absurd, dass ihr jemand sagen will, was sie kann und was nicht.
Aber wird sie auch so cool sein, wenn ein Mensch den sie mag und dem sie vertraut anfängt sie zu manipulieren- keine Ahnung. Hoffentlich.
Man sollte einfach wachsam bleiben. Auch ein Pippi Langstrumpfkind ist natürlich nicht gegen alle Strategien geschützt.
Aber vielleicht traut sie sich dann wenigstens uns zu erzählen, dass da gerade was seltsames passiert. 

Und was ich irgendwie bisher ein bisschen ausgeblendet habe, was aber auch sehr wichtig ist, weil man das einfach wissen muss um Situationen richtig einzuschätzen oder Dinge zu deuten, die das Kind erzählt, ist, dass sehr oft die Täter und Täterinnen auch keine Erwachsene sind, sondern Jugendliche oder auch Kinder. Dazu ein anderes mal mehr.

Und jetzt schreib ich erstmal an  Kika.

Mittwoch, 6. April 2011

Frühlingssommerwochenenende und die Warum-Phase

Am Wochenende war es auch mal in Berlin richtig schönes T-Shirt Wetter.
So waren beste Tante, Kind und ich am Samstag im Zoo. Das war eine mittelgute Idee. Wir sind Zooverwöhnt.... bisher waren wir immer unter der Woche und hatten Platz und Ruhe. An dem ersten richtig warmen Samstag im Jahr hatten natürlich außer uns noch einige andere Berliner diese Zooidee.

Fischotter waren auch dieses mal der Favorit. Und Robben.
Aber eigentlich findet das Kind die Tiere im Zoo irgendwie gar nicht so wichtig. Bollerwagen ist das Ausflugsziel würde ich sagen. Sie zieht ihn alleine durch den ganzen Zoo und ist sehr zufrieden mit sich und der Welt.

Irgendwie sind wir dieses mal auch einen anderen Weg als bisher immer gegangen und standen plötzlich vor einem riesigen Spielplatz und einem Souvenirgeschäft.
Das Kind wählte diese schicke Kopfbedeckung.

Ich fand ein Teil für die Verkleidungskiste sei eine gute Idee und so rannte das Kind also als Eisbärbaby weiter durch den Zoo.
Erst die beste Tante machte uns darauf aufmerksam, dass das vielleicht etwas provokativ oder auch geschmacklos sei- so in Angesicht von Knuts tragischem Ableben.
Das erklärte wohl auch die Blicke.
Hier fiel mir dann Knut auch wieder ein. Meine Assoziationskette zwischen Eisbär und Knut war bis dato noch nicht so gefestigt. Ob wohl der Hut deshalb so preiswert war?

Gut, dass das Kind die Mütze nicht mehr trug als wir am Ausgang mit einer verrückten Demo zusammenstießen, die gegen die Ausstopfung von Knut demonstrierte. (Es ist doch schön, dass die Menschen für sinnvolle Ziele auf die Straße gehen, nicht wahr?)

Heute rief mich die Tante an und mir vorzuschlagen, dass wir das Kind nächsten Samstag mal zur Abwechslung als Elefantenbaby verkleidet durch den Zoo laufen lassen könnten. ;-)

Am Sonntag waren wir mit Freunden in unserem Garten.  es war so warm, dass die Kinder nackig rumgelaufen sind und wir uns in der Zeit mit dem englischen Rasen befassen konnten.

Da auf dem Grundstück unzählige riesige Kiefern wachsen, ist der Boden bedeckt mit Nadeln und Tannenzapfen. Nach stundenlangen bearbeiten, und Gras neu aussähen (und dann hat es auch die ganze Nacht sehr Gartenfreudig geregnet) warten wir nun also auf den englischen Rasen. Leider ist das Kind Barfuß auf irgendwas getreten...wahrscheinlich einen Tannenzapfen und hat eine ganz schön fiese Wunde an der Sohle.
Der Arzt sagt, es sieht alles prima aus- aber sie hat einen fetten Verband und kann gar nicht auftreten und ist sehr unglücklich mit der Gesamtsituation.
Und irgendwie habe ich mich auch zu einer Tetanusimpfung hinreißen lassen. Na ja, Tetanus ist ja wahrscheinlich in Ordnung, wenn wir die Gefahren des Gärtchen-Wäldchens beachten, die da noch lauern.


Themawechsel:
Wir stecken ja nun Mitten in der Warum-Phase und ich darf allen Eltern, die das noch vor sich haben schonmal versprechen, dass diese Phase eine wunderbare ist.
Wir haben nun schon herausgefunden, dass es unsere Aufgabe ist, genau zu ergründen, was genau die Frage ist.
Wenn das Kind also fragt: "Warum darf ich die Autoür nicht einfach so aufmachen, wenn da ein anderes Auto kommt?"
Und man antwortet: "Weil dann das andere Auto unsere Autotür einfach rausbrechen würde."
Sie: "Warum?"
"Weil es dann nicht schnell genug bremsen könnte?
Sie: "Warum?"
"Weil man einige Zeit braucht um auf die Bremse zu treten und dann braucht das Auto auch noch ein bisschen um dann anzuhalten"
Sie: "Aber warum?"

Und R. anhand von Reiswaffeln anschaulich zeigt, wie das dann wäre, wenn ein Auto die Reiswaffelautotür umnieten würde usw. ....
Und irgendwann (nach geschätzen 150 mal "Warum" ) ist es dann klar.
Das Kind möchte wissen, warum die Autotür kaputt geht, wenn ein anderes Auto dagegen fährt.
Ist diese Frage dann beantwortet sagt sie sehr befriedigt: Ja.
Und R. wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Donnerstag, 31. März 2011

Frühling

also...ein Update für Omas und Opas und Tanten.
Uns geht es gut. Wir sind oft im Gärtchen-Wäldchen und ich siebe einen riesigen Berg Kompost, während R. fluchend die Wände des Häusschens spachtelt. Das Kind hat einen kleinen Schubkarren und kleine Gartenhandschuhe und arbeitet tatkräftig und unermüdlich mit. Wenn nur der besagte Specht nicht wäre....
Das ganze nimmt Formen an. Nächste Woche kommt endlich der Elektriker und beginnt den Strom anzuschließen. Die ganzen alten vergammelten Möbel wurden heute morgen auf den Sperrmüll gestellt.
Bald können wir streichen und putzen und sobald es wärmer ist, will ich da auch mal übernachten. Juhej. Das wird ein super Sommer.
Ich hätte ja gerne eine Hollywoodschaukel.

Kita ist immer noch cool- aber vorgestern wollte sie auch mal zu Hause bleiben- ist sie dann auch.
Wir wollen natürlich immer Mittags wissen wie es war und was sie gemacht hat und was sie gegessen hat...und sie hat selten Lust uns detailliert zu berichten. Heute waren wir draußen und sie setzte sich auf eine Bank und rief R. und mich zu sich: "Kommt, ich erzähl Euch eine Geschichte aus der Kita" lockte sie uns. Und als wir so zusammen auf der Bank saßen, sagte sie: "Heute in der Kita war mein Erzieher da. Und der heißt G... . So fertig. Das war die Geschichte."
-Dieser Erzieher ist auch der, der sie durch die ganze Eingewöhnung begleitet hat und der immer da ist....also eine saumäßig spannende Geschichte. ;-)

Ansonsten lese ich viel, weil sich dies für einen Germanistikprüfling so gehört. Mittlerweile kann man das ja manchmal auch draußen in der Sonne in einem Café. Also sehr nett.
Und Abends bin ich schwer beschäftigt, weil ich mir gerade "Lost" reinziehe. Ich habe Halbzeit heute. Bin in der Mitte der 3. Staffel.

Wohnung suchen, weitere Betreuungskinder suchen, Gartenmöbel suchen, Kindergartenhaus oder Kindergartenhausidee suchen....

Montag, 21. März 2011

mit 2 Jahren 8 Monaten und 14 Tagen

bist du ein völlig begeistertes Kitakind. Es gab keinen einzigen Moment indem du traurig warst. Schon am 4. Tag bist du ganz alleine 3,5 Stunden geblieben und auch am 5. und 6. Tag findest du Kita prima.
Nur müde macht dich die ganze Sache. Jetzt bist du manchmal nachmittags ganz schön wütend. Vielleicht sind es auch die vielen neuen Eindrücke. Mal schauen.

Du hast einen Kopffüßler gemalt und dann noch 3-4 weitere- jetzt malst du wieder "nur" Striche und Kreise- hübsch aufgereiht- sozusagen einen Kopffüßler-Bausatz.

Du fängst an polnische Wörter in deine Alltagssprache einzubinden.- Toll ist, dass du eine polnische Erzieherin hast, die mit dir polnisch reden kann und die du nach neuen Wörtern löchern kannst.

Du hast dir heute zum ersten mal deine beiden Socken ganz alleine angezogen.

Du magst unseren Wäldchen-Garten sehr. Zwar hast du dich heute Nachmittag total vor dem Specht gefürchtet und die Schnecke fandest du auch eklig und überhaupt sind Dir alle Tiere im Garten noch suspekt- aber wir arbeiten dran. Die Saison hat ja erst begonnen. ;-) Aber abgesehen davon genießt du die Zeit im Garten total, gräbst in der Erde, spielst mit dem Hund, gießt die Blumen und willst nie nach Hause.

Du schaust dir jetzt jeden Abend einen Stapel Bücher an, bevor du schläfst. Du gehst immer noch um 19Uhr schlafen- manchmal schon um 18Uhr und stehst zwischen 6-7Uhr auf- also ziemlich früh für unsere Verhältnisse.

Gestern hast du auf dem Flohmarkt ein Fahrrad angehimmelt, was wir dann für 5€ gekauft haben und tapfer haben R. und ich mit Dir Radfahren geübt. Du bist stolz wie Bolle und weinst immer total wenn wir nicht mehr können. Neben einem winzigen Rad in gebückter Haltung zu rennen macht furchtbare Rückenschmerzen. R. hat sich schon eine Diclo-Tablette eingeworfen. Bei  mir zwickt es auch schon. Irgendwie scheinen wir zu alt und gebrechlich für die Elternschafft zu sein. Aber du machst dich gut auf dem Rad- ich hoffe du kannst es bald alleine. (Oder wir kaufen Stützräder)

Wir lesen Janosch und er trifft irgendwie genau Deinen Humor, denn du merkst dir allerhand Janoschzitate.

Seit Tagen hörst du jeden Tag mindestens einmal das gleiche Hörspiel: Kleine Prinzessin. Gute Nacht. Du kannst alles wortwörtlich mitsprechen und willst es immer und immer wieder hören um das Gelernte zu verfeinern.

Die Warum-Phase ist jetzt ziemlich dominant.

Du interessierst dich jetzt wirklich sehr für unseren Hund. du fandest Luca schon immer gut, aber jetzt spielst du ganz viel mit ihr. So ist eine Deiner Lieblingsbeschäftigungen gerade mit dem Hund draussen fangen spielen. Du rennst dem Hund kreuz und quer durch die Gegend nach und luca ist dabei total lustig, weil sie demonstrativ langsam vor Dir wegläuft.

Du liebst es zu pickniken und wir essen deshalb oft draussen. Jetzt ist es auf unserem Balkon auch toll warm und sonnig.

Ich habe das Gefühl, dass dich beim Vorlesen mehr die spannenden Wörter als der Inhalt interessieren. So läßt du dir zum Beispiel mit Vorliebe aus dem Ritter Rost Kochbuch Rezepte vorlesen und R. und ich sterben vor Langeweile.

Ich habe während der Eingewöhnung gemerkt, dass du im Vergleich zu Gleichaltrigen Kindern in deiner ziemlich groß bist und echt gut sprichst.

Du kannst es kaum erwarten, bis du nur mit Rock und Strumpfhose nach draußen kannst. Der Inbegriff von Eleganz- in Deinen Augen. Ich glaube morgen ist es soweit.

Donnerstag, 17. März 2011

4. Tag der Eingewöhnung

Das Kind ist nun ein wirkliches Kitakind.
Wir hatten heute morgen nochmal drüber geredet, dass ich gleich wieder gehe, nachdem ich sie hinbringe. Ich habe gesagt, dass ich mich in ein Café in der Nähe setze und wenn sie traurig ist, dann kann der Erzieher mich anrufen und ich komme.
Das fand sie gut.
(Ich war tatsächlich in dem Cafe, aber dann in der letzten Stunde vor dem Abholen bin ich eigentlich immer um den Block spaziert und habe dauernd auf die Uhr geschaut. Ich habe mir sogar Zigaretten gekauft, obwohl ich eigentlich schon lange nicht mehr rauche- und auch vorher war ich nur Gelegenheitsraucherin, die nie eigene Zigaretten hatte.)

Also habe ich sie reingebracht und ausgezogen und weg war sie. Ich bin hinterher und habe mich verabschiedet, aber da war sie schon im "Kitamodus" und kaum mehr ansprechbar.

Alles lief super.

Als ich sie abgeholt habe, war sie total vergnügt und wollte eigentlich gerne noch dableiben.

Morgen geht sie wieder hin, hat sie gesagt.

Ich freue mich. Sie ist echt froh.

Der Erzieher hat gesagt, dass es echt Spaß mit ihr macht und sie äußerst witzig ist....das ist mir auch schon aufgefallen. ;-)

Mittwoch, 16. März 2011

Kitatag 3 und ansonsten ziemliches Pech

Also, der heutige Tag gehört nicht zu meinen Lieblingstagen.
Irgendwie war das Zeitmanagement heute morgen nicht ganz perfekt. Der Regen hatte den Fahrradhänger unter Wasser gesetzt und wir mussten die 2km zur Kita mit Kinderwagen im Laufschritt zurücklegen. Ich hatte sowohl Geld wie auch Handy zu Hause vergessen und deshalb wurde aus dem ersten mal Kind in der Kita lassen und 20 Minuten lang Kaffee kaufen gehen (den ich heute morgen sehr nötig gehabt hätte) 20 Minuten lang im Treppenhaus vor der Tür stehen.

Eingewöhnung lief aber prima. Das Kind freute sich in der Kita anzukommen, sagte "Ja ist gut, Tschüss" als ich mich für besagte 20 Minuten verabschiedete und beachtete mich auch nicht, als ich wiederkam. Sie hat zum ersten mal beim Morgenkreis mitgemacht und war ganz begeistert und dann wurde wieder gemalt und gebastelt, sie wollte wieder raus in den Sandkastenund fand den Bewegungsraum ganz prima.

Der Erzieher sagte, dass es so toll läuft, dass ich sie einfach morgen um 9Uhr zum Frühstück bringen soll und nach dem Mittagessen um halb eins abholen kann.
Das hat mich total überrumpelt. Von 20Minuten auf 3,5 Stunden. (Und länger wollen wir sie dieses Jahr auch gar nicht schicken).

Der Erzieher sagt, es läuft prima.
Morgen wollen sie auf den großen Spielplatz in der Nähe und das Kind soll im Rucksack ein zweites Frühstück mitbringen.
Und weil das Kind großer Picknickfan ist und es auch irgendwie schlüssig erscheint, dass ich bei dem Ausflug nicht mitmache, scheint es auch okay zu sein, dass ich dann gehe nach dem Bringen. Zumindest heute Abend in der Theorie. Sie sagt zwar, dass ich auf jeden Fall mitkommen soll, aber dann findet sie es auch in Ordnung, wenn ich sage, dass ich sie nach dem Mittagessen doch einfach abholen kann.
Ich bin ganz schön aufgeregt.

Ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite sehe ich, dass sie wirklich super viel Spaß hat und die Kita ein riesiges Abenteuer für sie ist. Dort gibt es Spielsachen, die sie hier nicht hat und die Kinder haben wirklich total viele Möglichkeiten.
Ich finde auch, dass die Kinder in ihrer Gruppe nett sind und sie fühlt sich sichtlich wohl.

Andererseits finde ich einfach, dass so eine "Kitasituation" eine seltsame Sache ist. Eigentlich bin ich überzeugt davon, dass die Ablösung von Seiten des Kindes erfolgen sollte und nicht durch mich herbeigeführt werden muss. (Aber vielleicht löst sie sich ja gerade total freiwillig?)
Und es widerstrebt übrigens allen meinen Überzeugungen sie morgen da trotzdem da zu lassen, auch wenn sie sagt, dass ich nicht gehen soll.
Wir machen ja hier auch Eingewöhnungen bei uns zu Hause mit unseren Betreuungskindern. Mir ist bewusst, dass Kinder manchmal eben traurig sind, wenn die Eltern gehen, aber gleich nachdem die Tür zugefallen ist, sich wieder entspannen und auf die Situation hier einstellen können.
Trotzdem finde ich es eigentlich nicht richtig.
Das man die Kinder "zu ihrem Glück zwingt". Ich glaube bei jedem Kind kommt irgendwann der Moment, dass es einfach von sich aus, die Eltern weghaben möchte. Bei manchen Kindern ist das vielleicht mit 3 und ein anderen mit 7 Jahren. Klar, man muss arbeiten usw. - ich spreche hier auch von einer Idealsituation.
Wir sind ja auch tatsächlich gerade in der luxuriösen Situation, dass keine NOTWENDIGKEIT besteht, dass das Kind in die Kita geht.
Es soll einfach ein Angebot sein. Und dieses Angebot scheint ihr ja auch sehr zu gefallen.

Heute habe ich irgendwie das Gefühl, dass wir aus Versehen und ganz plötzlich in die Situation gekommen sind, dass das Kind nun Vormittags fremdbetreut wird.
Das ist natürlich Quatsch. Seit Monaten wissen wir, dass sie in die Kita kommen wird. Wir hatten das Gefühl, dass sie lieber mit Gleichaltrigen spielen möchte, als mit den Kleinen bei uns. Und dass wir die Kinderbetreuung auf den Vormittags verschieben wollen und die Nachmittage mit dem Kind frei zu haben.
Aber irgendwie überrumpelt mich das trotzdem alles gerade ziemlich.


Vielleicht bin ich auch nur schräg drauf. Bisschen zu wenig Schlaf, weil das Kind gerade schon um 6Uhr aufsteht, R. und ich unsere Schlafenszeiten aber noch nicht angepasst haben. Und das Kind ist ja echt froh gerade und hat ja eigentlich keine Ablösungsprobleme..... was ein Glück.

Und blöd ist der Tag,  weil wir eine Absage für die schöne Wohnung bekommen haben.